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Plan der Länder: Firmen sollen aus Käfig-Eiern hergestellte Lebensmittel kennzeichnen

Eier aus Käfighaltung erkennt man am Stempel. Was in Schokoriegeln, Backmischungen oder Nudeln steckt, war für den Verbraucher bislang nicht erkennbar. Das soll sich ändern.

Bio-Eier: Entscheidung gegen Käfighaltung schon jetzt möglich Zur Großansicht
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Bio-Eier: Entscheidung gegen Käfighaltung schon jetzt möglich

Rostock - Nur Thüringen soll sich enthalten haben: Die Verbraucherschutzminister der Länder haben sich laut einem Bericht der "Rheinischen Post" nahezu einstimmig dafür ausgesprochen, Käfig-Eier in Lebensmitteln künftig zu kennzeichnen. Das Land Berlin hatte einen entsprechenden Antrag zur Konferenz der Minister in Rostock eingebracht. Demnach soll künftig an der Zutatenliste von Produkten wie Backmischungen, Schokoriegeln oder Nudeln erkennbar sein, ob Eier von Hühnern aus Käfighaltung verwendet wurden.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt zeigte sich offen für einen solchen Schritt. "Einen nationalen Alleingang bei der Kennzeichnungspflicht halte ich allerdings für sehr schwierig, zumal die europäische Lebensmittelinformationsverordnung erst Ende des Jahres anzuwenden ist", sagte der CSU-Politiker der Zeitung. Zudem könnte sich der Verbraucher schon jetzt gegen Käfig-Eier in Lebensmitteln entscheiden: "Dann nämlich, wenn er Produkte kauft, die das EU-Bio-Logo tragen."

Die Minister von Bund und Ländern setzten ihre Konferenz an diesem Freitag fort. Im Vordergrund steht dabei das heftig umstrittene Freihandelsabkommen mit den USA. Viele Verbraucherschutzverbände befürchten, dass mit dem Abkommen europäische Standards aufgeweicht werden könnten. Der Vorsitzende der Konferenz, Mecklenburg-Vorpommerns Verbraucherschutzminister Till Backhaus (SPD), hat das Abkommen deshalb zum Schwerpunktthema erklärt. Er werde sich gegen ein Absenken der Standards stellen, kündigte der SPD-Politiker an. Dabei wisse er rund 95 Prozent der europäischen Bevölkerung hinter sich.

Auch Bundesverbraucherschutzminister Heiko Maas (SPD) hatte in Rostock erklärt, dass der Verbraucher- und Datenschutz keine Verhandlungsmasse sein dürfe. "Wenn Standards in den USA geringer sind, darf das nicht dazu führen, dass unsere Standards abgesenkt werden."

Backhaus verwies auf Untersuchungen, nach denen die meisten Deutschen fürchten, dass eine Anpassung der Standards eine Absenkung bedeute. In den USA seien Futter- und Arzneimittel zugelassen, die in Deutschland verboten seien, erklärte er. Das Gleiche gelte für Wachstumsbeschleuniger oder gentechnisch veränderte Futtermittel.

Mit Spannung wird auch die Diskussion über die sogenannte Hygieneampel erwartet. Sie soll anzeigen, wie gut Lebensmittelproduzenten oder Gastronomiebetriebe Standards einhalten.

dab/dpa

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insgesamt 65 Beiträge
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1. Aber die Lebensmittelampel
anders_denker 16.05.2014
bringt man noch immer nicht zustande, Hygienepunkte für Restarants ebensowenig. Und Final wird irgendwo das Ei umgepackt, passiren regelmäßig Verwechslungen beim Klassifizieren etc. Irgendwie hat man das Gefühl solche Aktionen sollen uns Interesse am Verbraucherschutz vorgaukeln, die wirklich heißen Eisen, siehe die in der EU verbotenen Futter- und Arzneimittel, muss man natürlich nicht kennzeichnen. Evtl. sollten diese aber wie bei Zigartten groß, deutlich und mit schönen Eckelbildern auf jede Verpackung. OHNE AUSNAHMEN!
2. Die EU-Gurke läasst grüßen!
stilus 16.05.2014
Wenn es um Flüchtlinge aus Kriegsgebieten geht, schotten sich Europa und speziell Deutschland erbarmungslos ab. Aber bei "Käfigeiern" sind alle emsig dabei. Klar, diese Welt hat keine anderen Probleme! OH TEMPORA; OH MORES!
3. ?
janne2109 16.05.2014
Zitat von anders_denkerbringt man noch immer nicht zustande, Hygienepunkte für Restarants ebensowenig. Und Final wird irgendwo das Ei umgepackt, passiren regelmäßig Verwechslungen beim Klassifizieren etc. Irgendwie hat man das Gefühl solche Aktionen sollen uns Interesse am Verbraucherschutz vorgaukeln, die wirklich heißen Eisen, siehe die in der EU verbotenen Futter- und Arzneimittel, muss man natürlich nicht kennzeichnen. Evtl. sollten diese aber wie bei Zigartten groß, deutlich und mit schönen Eckelbildern auf jede Verpackung. OHNE AUSNAHMEN!
na hoffentlich bleibt es kein PLAN, wir sollten aber auch endlich mal bereit sein etwas mehr für Lebensmittel auszugeben und nicht unsere Kohle in so unnötigen shit wie in Telefone etc. investieren.
4. Na Prima!
graf.koks 16.05.2014
Der nächste Schritt wäre dann das aufgedruckte Schockbild mit einem traurigen Huhn und der Sprechblase "Sie essen gerade mein Kind!"
5.
M. Michaelis 16.05.2014
Völlig irrwitziger Kennzeichungswahn. Es ist ein absurder Ansatz Kennzeichnungen für etwas einzuführen was kein objektives Qualitätskriterium darstellt. Die daraus resultierende fehlende Überprüfbarkeit wird ohnehin dazu führen dass systematisch getäuscht werden wird.
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