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Kampf gegen Betrüger: Banken beschränken EC-Karten-Nutzung im Ausland

Millionen deutsche Urlauber bekommen Probleme beim Geldabheben außerhalb Europas: Laut einem Zeitungsbericht beschränken mehrere Banken den Gebrauch von EC-Karten, um Betrug damit einzudämmen. Besonders hart trifft es Kunden der Postbank.

EC-Karten-Skimming: So sehen präparierte Automaten aus Fotos
Mikko H. Hypponen

Hamburg - Für Postbankkunden geht ab Mitte Juli außerhalb Europas gar nichts mehr. Mit ihrer EC-Karte können sie dann dort kein Geld mehr abheben, berichtet die "Financial Times Deutschland" ("FTD") am Dienstag. Auch die Deutsche Bank setzt das Abhebelimit außerhalb Europas auf null - wer trotzdem flüssig bleiben will, muss seine EC-Karte erst entsperren lassen. Auch die Sparkassen planen Beschränkungen für EC-Karten im außereuropäischen Ausland.

Auslöser der Einschränkungen ist der Betrug mit gefälschten EC-Karten, das sogenannte Skimming. Dabei werden Geldautomaten manipuliert, um an Kartendaten zu kommen. Anschließend wird Geld von den Konten der ausspionierten Kunden abgehoben.

Die Banken hatten bislang stets beteuert, das Problem im Griff zu haben. Die neuen Regelungen für das Geldabheben im Ausland lassen laut "FTD" etwas anderes vermuten: Sie zeigten, dass Skimminig offenbar mehr Schwierigkeiten mache, als bislang zugegeben.

Wegen Skimming mussten die großen Privatbanken 2010 Tausende Cash-Maschinen austauschen - sie waren zu leicht manipulierbar. Die Kosten lagen nach "FTD"-Angaben im dreistelligen Millionenbereich. Bisher ersetzten die Banken den Betroffenen lieber den Schaden, als allen Kunden Einschränkungen zuzumuten.

Nun will die Branche ihre Strategie ändern. Die neue, angeblich fälschungssichere, Kartengeneration funktioniert allerdings bisher nur in Europa. Kunden fühlen sich allerdings vor vollendete Tatsachen gestellt und schlecht informiert. Die Institute weisen die Kritik zurück.

Verfügungsgrenzen für das Geldabheben außerhalb Europas
Kreditinstitut EC-Karte Visa- oder Mastercard
Postbank nicht mehr möglich je nach Kunde 500 Euro bis 1000 Euro täglich
Deutsche Bank Null-Limit (aufhebbar) individuell je nach Kunde
Commerzbank 500 Euro täglich, 2000 Euro in sieben Tagen 600 Euro täglich, 2000 Euro in sieben Tagen
Volksbanken individuelle Regelungen je nach Bank und Kunde* individuelle Regelungen je nach Bank und Kunde
Sparkassen Individuelle Regelungen (gleiche Limits wie im Inland)* individuelle Regelungen (gleiche Limits wie im Inland)
Quelle: FTD
*Für Volksbanken und Sparkassen, die die V-Pay-Card eingeführt haben, gilt dieselbe Bestimmung wie bei der Postbank.

nkk

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insgesamt 17 Beiträge
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1. Vielleicht
systemmirror 05.07.2011
hat das auch andere Gründe. Immer weniger trauen den Europäern.
2. Was wollt ihr denn noch ???
Planchet, 05.07.2011
Zitat von sysopMillionen deutsche Urlauber bekommen Probleme beim Geldabheben außerhalb Europas: Laut einem Zeitungsbericht*beschränken mehrere Banken den Gebrauch von EC-Karten, um Betrug damit einzudämmen. Besonders hart trifft es Kunden der Postbank. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,772429,00.html
Zuerst wird jahrelang gehetzt und gefordert, die Banken sollten etwas gegen Skimming unternehmen. Jetzt ist das passiert und schon wieder reicht es nicht. Dabei haben die Banken seit Monaten darüber informiert. Vielleicht sollte man auch mal seine Post von der Bank lesen und nicht einfach wegwerfen.
3. Dieser Artikel ist wiedersprüchlich
violajoc 05.07.2011
In der Hauptüberschrift seteht "Banken beschränken EC-Karten-Nutzung im Ausland". In der Kurzbeschreibung steht "Millionen deutsche Urlauber bekommen Probleme beim Geldabheben außerhalb Europas:" Die Tabellenüberschrift lautet "Verfügungsgrenzen für das Geldabheben im europäischen Ausland" Was stimmt den nun ?
4. Macht keinen Sinn
kessello 05.07.2011
Ich bin zur Zeit beruflich in Belgien (belgisches Konto) und hatte ein aehnliches Erlebnis: will in Kalifornien Geld abheben aber nix funktioniert. Wieder zu Hause teilt man mir die wie oben beschriebenen Einschraenkungen mit. Der groesste Unsinn an der Sache, in Japan und USA funktioniert die EC Karte nicht - aber in Albanien, Rumaenien, Russland! Keine Ahnung was das soll...
5. außerhalb Europas
carduser 05.07.2011
Zitat von violajocIn der Hauptüberschrift seteht "Banken beschränken EC-Karten-Nutzung im Ausland". In der Kurzbeschreibung steht "Millionen deutsche Urlauber bekommen Probleme beim Geldabheben außerhalb Europas:" Die Tabellenüberschrift lautet "Verfügungsgrenzen für das Geldabheben im europäischen Ausland" Was stimmt den nun ?
Probleme sollte es nur außerhalb Europas, genauer gesagt außerhalb SEPA geben. SEPA: 27 Mitglieder der Europäischen Union plus die Schweiz, Monaco, Island, Liechtenstein und Norwegen. Innerhalb SEPA wird der angesprochene EMV-Chip genutzt. Details zu SEPA gibt es hier: http://www.bundesbank.de/zahlungsverkehr/zahlungsverkehr_sepa.php Außerhalb SEPA wird meist der Magnetstreifen genutzt, was das Risiko von Kartenmissbrauch erheblich erhöht...
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Alles zum Thema Skimming und Kartenbetrug
Sie sind Skimming-Opfer geworden?

1. Benachrichtigen Sie sofort Ihre Bank, lassen Sie die betroffene Karte sperren.

2. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei - gehen Sie zur Wache, dort erhalten Sie im Gegensatz zur Online-Anzeige sofort ein Aktenzeichen, das Sie Ihrer Bank mitteilen können.

3. Beobachten Sie Ihr Konto, Abbuchungen aus dem Ausland können dort ein paar Tage verspätet auftauchen - aktualisieren Sie gegebenenfalls Ihre Anzeige, informieren Sie Ihre Bank.

4. Bei erfolgter Anzeige sollten Sie problemlos Ihr Geld wiederbekommen.

So schützen Sie sich vor Skimmern

1. Achten Sie auf Ihre PIN: Geben Sie die Nummer nur komplett verdeckt ein – nutzen Sie die freie Hand oder einen Geldbeutel. Eine versteckte Kamera im Automatendach könnte Ihre Finger beobachten. Ohne PIN sind Ihre Kartendaten für Skimmer wertlos.

2. Untersuchen Sie den Geldautomaten auf merkwürdige Anbauten, Erhebungen, Löchern und wackligen Bauteilen. Kontrollieren Sie besonders den Kartenschlitz. Leichtes Rütteln erlaubt. Nutzen Sie möglichst immer denselben Automaten. Fallen Ihnen Veränderungen auf, benachrichtigen Sie die Bank, bei Schalterschluss die Polizei.

3. Meiden Sie freistehende Automaten, nutzen Sie weniger frequentierte Automaten Ihrer Bank.

4. Benutzen Sie keine Geldautomaten, die mit spezieller Beschilderung oder ungewöhnlichen Warnungen versehen sind. Das könnte ein Ablenkmanöver sein.

5. Verwenden Sie zum Betreten der Filiale und zum Geldabheben, wenn möglich, verschiedene Karten.

6.Geben Sie die PIN nie an Türöffnern ein. Keine Bank oder Sparkasse verlangt dies.

7. Haben Sie einen Skimming-Verdacht? Benachrichtigen Sie sofort die Bank, bei Schalterschluss die Polizei.

8. Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Kontoauszüge, Ihren Umsatz mittels Onlinebanking. Kontaktieren Sie sofort Ihre Bank bei merkwürdigen Abbuchungen.

9. Beobachten Sie, was Personen, denen Sie Ihre EC-Karte geben mussten (etwa im Supermarkt) mit der Karte tun: vielleicht verstecken sie einen Skimming-Automaten unterm Tisch.

Hier sind Skimmer besonders aktiv

1. Achten Sie besonders bei Reisen in die Türkei, in den Libanon und nach Südafrika auf Ihre EC-Karte. Hier sind Skimmer besonders aktiv – und können direkt Geld abheben.

2. In Deutschland gibt es nach LKA-Angaben kein Skimming-Muster, generell gefährdet sind stark frequentierte Geldautomaten. Wo sich das Skimming lohnt, wird geskimmt.

3. Touristenzentren sind Skimming-Zentren.

4. Egal ob Stadt oder Land: Es herrscht Skimming-Gefahr.

Weitere Automaten-Betrugstechniken

1. In etwa einem Prozent der Skimming-Fälle greifen die Täter mit eigenen Tastenfeldern die PIN-Nummer ab. So ein Angriff ist äußerst schwer zu entdecken.

2. Skimmer tauschen bei einem Einbruch EC-Terminals in Supermärkten mit manipulierten Terminals aus - so ein Angriff ist sehr selten. 2007 erbeutete eine Bande so 4,5 Millionen Euro.

3. Die Täter verhindern die Kartenausgabe im Automaten, der Automat verweigert die Auszahlung - und gibt es dem nächsten Kunden das Geld zusätzlich aus. Ein Klassiker des Geldautomatenbetrugs.

4. Die Täter fangen mit einem Geldschaft-Aufsatz die Geldscheine ab und sammeln sie später ein.

5. Ein Täter beobachtet die PIN-Eingabe des Opfers, ein anderer lenkt es im Moment der Kartenausgabe ab und klaut die Karte. Am Automat nebenan heben die Täter sofort so viel Geld ab wie möglich.

Hier finden Sie weitere Informationen

1. Skimming auf Cyberfahnder.de: Hintergründe, juristische Handhabe, Erfahrungsberichte und ein Arbeitspapier zu den technischen, organisatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen des Skimming

2. "Setzen Sie nicht auf die falsche Karte" - Präventionsprogramm der Polizei

3. "Vorsicht Kartentricks" – Faltblatt der Polizei

4. Kartensicherheit.de - Portal zu "Aufklärung, Vernetzung, Information" der Banken- und Sparkassenverbände


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