Karriere Fit fürs Führen

Können Sie Chef? Fast 150.000 Menschen haben beim großen Führungskräfte-Test des manager magazin mitgemacht. Die Ergebnisse fasst nun ein neues SPIEGEL-ONLINE-Buch zusammen. Wichtigste Erkenntnis: Fleiß allein macht keinen zur Nummer eins.

Von Helene Endres und

Führungskraft (Symbolfoto): Wer hat das Zeug zum Chef?
Corbis

Führungskraft (Symbolfoto): Wer hat das Zeug zum Chef?


Hamburg - Versteckt hinter hohen Linden, in einer beschaulichen Straße am Isebekkanal im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel, liegt ein kleiner Kiosk. Zeitungen werden dort verkauft, Gummibärchen und Eis für die Kinder, belegte Brötchen, Bier und natürlich "Latte to go". Als der Kiosk vor einigen Jahren öffnete, wurde er von einem einzelnen Mann betrieben, ein junger Türke, der gewandt war und mit jedem ein kurzes Schwätzchen hielt. Holte man sich morgens auf dem Weg zum Bus einen Kaffee, war der nette Mann da. Kam man abends von der Arbeit zurück und kaufte rasch noch ein Bier, war er immer noch da. Jeden Tag ging das so, von frühmorgens bis spät in die Nacht, auch am Wochenende.

Nach einiger Zeit lief der Laden, mehr Personal wurde eingestellt. Der nette Türke war jetzt, wovon viele Menschen träumen - Chef. Nur: Er war immer noch von früh bis spät in seinem Laden. "Ich wollte immer mein eigener Herr sein", sagt er. "Aber dass es so anstrengend ist, hätte ich nicht gedacht."

Die Welt der Chefs ist so bunt wie ein Kiosk-Sortiment: Die Vorstandsvorsitzenden großer Konzerne gehören dazu, auch der knorrige Mittelständler von der Schwäbischen Alb und der Besitzer der Autowerkstatt um die Ecke. Und doch gibt es ein paar Eigenschaften, auf die es beim Chef-Sein fast immer ankommt. Hart zu arbeiten zum Beispiel gehört in den meisten Fällen dazu, aber - und das ist die schlechte Nachricht - Fleiß allein hat noch keinen zum Chef gemacht.

Doch muss man können, um Menschen zu begeistern, sie zu führen? Um Strategien zu entwickeln und andere dazu zu bringen, sie umzusetzen? Sicher: Fast jeder, der kein Chef ist, ist felsenfest davon überzeugt, er könnte es genauso gut wie sein Vorgesetzter, wenn nicht besser.

Die Anziehungskraft der Chef-Position ist riesig

Aber ist das wirklich so? Mit einem neuen SPIEGEL-ONLINE-Buch kann das jetzt jeder für sich selbst prüfen. Das Buch "Können Sie Chef?" enthält einen großen, von renommierten Management-Beratern konzipierten Test rund um alle relevanten Aspekte des Chef-Alltags wie Mitarbeiterführung, Strategieentwicklung oder Motivation. Das Buch basiert auf einer Online-Aktion von manager magazin zusammen mit SPIEGEL ONLINE und dem Karriere-Netzwerk Xing. Fast 150.000 Menschen beantworteten den Fragebogen im Internet, davon mehr als 90.000 mit Führungserfahrung. Der große Andrang zeigt: Die Anziehungskraft der Chef-Position ist riesig - gerade in Zeiten, in denen Teamwork viel gilt, ist der Wunsch groß, jemanden an der Spitze zu haben, der weiß, was er tut. Jetzt bietet das Buch eine neue Möglichkeit zum Mitmachen.

Wie entscheidend es für den Erfolg der ganzen Mannschaft ist, wer oben steht, zeigt eine Umfrage des Gallup-Instituts: Danach schieben zwei Drittel aller Mitarbeiter in Deutschland lediglich Dienst nach Vorschrift; 15 Prozent haben bereits innerlich gekündigt. Welches Potential könnte hier gehoben werden - mit dem richtigen Mann oder der richtigen Frau an der Spitze.

Kann man das lernen? Lassen sich Persönlichkeit, Charisma und Führungsstärke trainieren wie eine bessere Zeit beim Marathon-Lauf? Das neue Buch gibt auch hierauf Antworten. Der Leser erhält im Test nicht nur ein präzises Bild seiner Stärken und Schwächen - Fallstudien aus der Praxis sowie Erklärungen von Managementexperten und Coaches vermitteln zusätzlich wichtige Erkenntnisse, worauf es an der Spitze wirklich ankommt. Bekannte Führungspersönlichkeiten aus der Wirtschaft geben in Interviews Einblicke in ihren Alltag und ihren mitunter wechselhaften Aufstieg bis nach ganz oben.

Denn Chefsein ist vor allem: Learning by doing. Der Test zeigt, wer prinzipiell das Zeug dazu hat, andere zu führen, zu motivieren und zu begeistern. Er ist eine Standortbestimmung, eine Art Boxenstopp auf dem Weg nach oben.

Können Sie Chef? Finden Sie's heraus!

Buchtipp

Klaus Werle, Helene Endres:
Können Sie Chef?
Der große Test vom manager magazin.

Kiepenheuer & Witsch; 160 Seiten; 7,95 Euro.

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insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
flower power 15.03.2011
1. Ich kann
und deshalb brauche ich auch keinen Ratgeber, oder Berater, denn woher soll er die Fähigkeit haben? Hätte er sie, nun dann wäre er nicht auf diesem Posten. Klar? Leute lasst euch von Personaler und Personalpsychologen nichts vormachen. Das sind meist Typen, die es doch gar nicht wissen können, da sie nie in einer solchen Position waren. Ihr lasst euch doch auch nicht vom Gärtner das auto reparieren - oder? Jeder Mensch ist verschieden - und das ist gut so. Einheitsmenschen wollte schon einmal einer in Großdeutschland - doch das ging daneben.
favela lynch 15.03.2011
2. Gefährliche Managementwörter
Zitat von flower powerund deshalb brauche ich auch keinen Ratgeber, oder Berater, denn woher soll er die Fähigkeit haben? Hätte er sie, nun dann wäre er nicht auf diesem Posten. Klar? Leute lasst euch von Personaler und Personalpsychologen nichts vormachen. Das sind meist Typen, die es doch gar nicht wissen können, da sie nie in einer solchen Position waren. Ihr lasst euch doch auch nicht vom Gärtner das auto reparieren - oder? Jeder Mensch ist verschieden - und das ist gut so. Einheitsmenschen wollte schon einmal einer in Großdeutschland - doch das ging daneben.
Volle Zustimmung. Und empfehlen kann ich dazu das Buch: Gefährliche Managementwörter von Malik, demzufolge Charisma eine Hülse ist, die im Management nichts zu suchen hat. Nur um ein beliebiges Wort herauszugreifen - der Artikel enthält noch eine Fülle mehr von äusserst gefährlichen Wörtern. Ich würde weniger sagen: Ich kann. Ich würde eher raten zu: Ich mach.
zynik 15.03.2011
3. Berufsziel: Chef
Zitat von sysopKönnen Sie Chef? Fast 150.000 Menschen haben beim großen Führungskräfte-Test des manager magazin mitgemacht. Die Ergebnisse fasst nun ein neues SPIEGEL-ONLINE-Buch zusammen. Wichtigste Erkenntnis: Fleiß allein macht keinen zur Nummer eins. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,750409,00.html
Wenn ich schon "Führungskräfte-Test" lese...kann ich mir die angstrengten Gesichter der Teilnehmer bildlich vorstellen. :-) Ich erinnere mich noch an längst vergangene Zeiten, in denen man seinen Werdegang nach Talent und Inhalt wählte, nicht nach Status und Cash. Lang, lang ists her.
Websingularität 15.03.2011
4. Verantwortung
Zitat von sysopKönnen Sie Chef? Fast 150.000 Menschen haben beim großen Führungskräfte-Test des manager magazin mitgemacht. Die Ergebnisse fasst nun ein neues SPIEGEL-ONLINE-Buch zusammen. Wichtigste Erkenntnis: Fleiß allein macht keinen zur Nummer eins. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,750409,00.html
Rein philosophisch denke ich, Hierarchien mit nur einer Führungsposition an der Spitze, sind sowieso nur bis zu einer begrenzten Verantwortungsgröße sinnvoll (z.B. kleine-mittlere Unternehmen). Gegenbeispiel Japan. Egal ob Eneregie-Konzernchef, oder Regierungschef, wer kann die Verantwortung für das Risiko von Millionen Menschen übernehmen! Selbst in der Finanzkrise haben sich die Kapitäne der Pleitebanken geweigert, mit den Schiffen unterzugehen. Ein eizelner Mensch kann soviel Verantwortung garnicht tragen. Daher ist eine Aufteilung von Verantwortlichkeiten und Verantwortung sehr wichtig. Wenn man zu den wenigen Chefs gehört, welche sich auf Augenhöhe befinden (z.B. Regierungschefs der G8), ist Kooperationsfähigkeit eine wichtige Eigenschaft. Zum Führen gehört auch, sich auf Augenhöhe begeben zu können, und Entscheidungsgewalt abzugeben wenn man überfordert ist. So rein philosophisch gesprochen.
berliner54 15.03.2011
5. Ich kann nicht Chef
und weiß das auch. Das Problem ist nur, dass sehr viele, die, warum auch immer, auf dem Sessel eines Chefs sitzen, es auch nicht können. Aber felsenfest davon überzeugt sind, die größten Manager aller Zeiten zu sein. Hat man ihnen entweder beim BWL-Studium oder in der Altherrenrunde der Chefmacher (auf etwas höherer Ebene) erzählt. Und solange Profit das einzige ist was zählt, wird sich daran auch nichts ändern. Denken schadet dem Image.
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