Washington - Die US-Regierung hat den Kreditkartenriesen American Express am Montag wegen Verstoßes gegen das Kartellrecht verklagt. Mit den Konkurrenten Visa und Mastercard wurde ein außergerichtlicher Vergleich erzielt.
Das Justizministerium reichte die Klage bei einem New Yorker Bundesgericht ein. Es wirft allen drei Unternehmen, die den globalen Kreditkartenmarkt beherrschen, eine Verletzung der Wettbewerbsbestimmungen vor. Im Einzelnen sollen sie versucht haben, Einzelhändler daran zu hindern, ihre Kunden zur Benutzung von Kreditkarten konkurrierender Firmen mit geringeren Gebühren anzuspornen - etwa durch Rabatte oder auch nur durch Plakate in ihren Schaufenstern mit Aufschriften wie "Wir bevorzugen...". Dadurch sei der freie Wettbewerb unterdrückt worden, heißt es in den Gerichtspapieren.
Visa bestätigte, dass in seinem Fall ein Vergleich mit dem Justizministerium und sieben Staaten erreicht worden sei. Demnach sieht die Vereinbarung unter anderem vor, dass Händler künftig ihren Kunden ungehindert Anreize bieten können, um sie zur Benutzung anderer Zahlungsmittel als der Visa-Karte zu bewegen.
American Express hingegen wolle sich vor Gericht gegen die Vorwürfe verteidigen, kündigte Konzernchef Kenneth Chenault an. Seine Firma habe kein Interesse an einer außergerichtlichen Einigung. "Mit dem Verfahren wollen wir ein deutliches Signal setzen", erklärte Justizminister Eric Holder. "Wir wollen keine wettbewerbsverzerrenden Praktiken dulden, und wir wollen, dass die Konsumenten am Ende mehr Geld in der Tasche haben."
luk/dpa/AFP
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