Kehrseite der Attraktivität: Zu schön für den Job

Attraktivität kann ein Handicap sein: Gutes Aussehen ist für Frauen bei der Jobsuche nicht immer von Vorteil - für Männer dagegen schon. Zu diesem Ergebnis kommt eine amerikanische Studie. Schöne Frauen werden demnach bei der Stellenvergabe in traditionellen Männerberufen benachteiligt.

Kelly Brook: Gefragtes Model, in traditionellen Männerberufen wohl mit geringeren Chancen Zur Großansicht
AP

Kelly Brook: Gefragtes Model, in traditionellen Männerberufen wohl mit geringeren Chancen

Hamburg/Washington - Wer gut aussieht, hat bessere Chancen einen Job zu bekommen - könnte man meinen. Doch das trifft nicht immer zu, wie die Management-Professorin Stefanie Johnson von der Universität von Colorado/Denver herausgefunden hat.

Schöne Frauen werden demnach in traditionellen Männerberufen bei der Stellenvergabe massiv diskriminiert, berichtete die US-Forscherin im Fachblatt "Journal of Social Psychology". Attraktive Frauen hätten von den Testteilnehmern fast nie den Zuschlag für Posten wie Finanzvorstand, Forschungsdirektor, Ingenieur oder Baustellenleiter bekommen, hieß es in der Studie.

"In diesen Berufen ist Schönheit wirklich ein Nachteil für eine Frau", sagte Stefanie Johnson. "In jedem anderen Job wurden attraktive Frauen bevorzugt. Bei Männern, die sich für diese Arbeit bewarben, konnten wir das nicht feststellen", so die US-Wissenschaftlerin. Es sei offensichtlich, dass es immer noch eine Doppelmoral gibt, wenn es um die Chancengleichheit beider Geschlechter geht. Ein attraktiver Mann werde bei jeder Art von Stelle bevorzugt.

Die Wissenschaftler legten für ihre Untersuchung 60 Studienteilnehmern Fotos von 200 angeblichen Jobsuchenden vor, um über ihre Anstellung in 26 verschiedenen Berufsgruppen zu entscheiden. Das Spektrum der Berufe reichte dabei vom Unterwäscheverkäufer über Finanzvorstand bis zum Nachtwächter und Baustellenchef.

In einem leicht abgewandelten Test wurden den Teilnehmern neben Fotos auch Lebensläufe vorgelegt. Dies änderte die Einschätzung aber nicht. "Man hätte denken können, dass sie bei zusätzlichen Informationen nicht nur aufgrund des Äußeren entschieden hätten", sagte Johnson. "Das war aber nicht der Fall." Die Schlussfolgerung der Forscher: Dies zeige, dass sich nach wie vor das Vorurteil halte, Frauen seien für bestimmte Jobs nicht geeignet.

wit/AFP

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insgesamt 42 Beiträge
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1. Wahrscheinlich aus Erfahrung
mundi 16.08.2010
Zitat von sysopWeibliche Attraktivität als Handicap: Gutes Aussehen ist für Frauen bei der Jobsuche nicht immer von Vorteil - für Männer dagegen schon. Zu diesem Ergebnis kommt eine amerikanische Studie. Schöne Frauen werden demnach bei der Stellenvergabe in traditionellen Männerberufen benachteiligt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,712022,00.html
Wahrscheinlich aus Erfahrung. Sie zeigt, dass die Natur nicht sehr verschwenderisch mit dem Verteilen der Talente umgeht. Hat sie einem weiblichen Wesen die Schönheit geschenkt, fehlt es dann oft an anderen Merkmalen, die für den Nutzen im Beruf wichtig sind. Auch schöne Reitpferde eignen sich weniger für die Arbeit.
2. Doppelt bestraft!
brainforce 16.08.2010
Zitat von mundiWahrscheinlich aus Erfahrung. Sie zeigt, dass die Natur nicht sehr verschwenderisch mit dem Verteilen der Talente umgeht. Hat sie einem weiblichen Wesen die Schönheit geschenkt, fehlt es dann oft an anderen Merkmalen, die für den Nutzen im Beruf wichtig sind. Auch schöne Reitpferde eignen sich weniger für die Arbeit.
Bei Ihnen war die Natur offenbar in keiner Hinsicht verschwenderisch, sonst könnte Ihnen im 2. Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts kein solcher Blödsinn aus der Feder fließen. Sie Ackergaul!
3.
Osis 16.08.2010
Hmm, ich dachte im öffentlichen Dienst muss man weiblich oder behindert sein um noch einen Job zu bekommen... Wer Sarkasmus findet darf ihne behalten. Und Klischees sind solange welche, bis jemand sie widerlegt oder bestätigt. Der Artikel ist witzig, zeigt aber eben auch das es meistens mehr als nur eine "Qualifikation" braucht.
4. Zweifelhafte Datenbasis
manten75 16.08.2010
Wenn es um so ein reißerisches Thema wie Gesclecht/Schönheit/Diskriminierung geht, reicht eine Studie mit 60 Teilnehmern um es in die News zu schaffen. Das halte ich nicht für seriös...
5. Erklärungsversuche?
DK81 16.08.2010
Zitat von sysopWeibliche Attraktivität als Handicap: Gutes Aussehen ist für Frauen bei der Jobsuche nicht immer von Vorteil - für Männer dagegen schon. Zu diesem Ergebnis kommt eine amerikanische Studie. Schöne Frauen werden demnach bei der Stellenvergabe in traditionellen Männerberufen benachteiligt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,712022,00.html
Interessant wäre nun die Frage, weshalb dies so ist? Vielleicht fürchten die Personaler, dass bisherige Vorgesetzte und Ausbilder aufgrund der Attraktivität der Dame ein wenig zu gut benotet haben. Männer könnten aus Angst vor der Behauptung, dass sie sich von der Attraktivität der Bewerberin haben blenden lassen, diese direkt ablehnen. Möglicherweise wird damit auch eine gewisse Ohnmacht kompensiert, welche im Gespräch mit einer solche Attraktiven Dame möglicherweise auch einen (sonst vermutlich eher machtbewußten) Personaler übermannt. Weibliche Personalerinnen könnten auch einfach ein wenig Neid verspühren und der Versuchung erliegen die potente Konkurrenz gleich ganz aus dem Unternehmen zu halten. Interessant wäre in diesem Punkt die Frage, wie männliche Peronaler mit 1,0-Bewerbern umgehen. Wäre ja nach gängigen Klichees das Analogon.
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