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Foodwatch-Studie: Werberegeln für Kinder-Lebensmittel sind nutzlos

Frühstücksflocken, Chips und Kekse: Die meisten Produkte, für die Hersteller bei Kindern Werbung machen, sind ungesund. Das ergab eine neue Studie von Foodwatch.

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Frühstücksflocken für Kinder (Archivbild): Streit über den Zuckergehalt

In Deutschland werden trotz einer Selbstverpflichtung der Industrie fast ausschließlich ungesunde Nahrungsmittel für Kinder beworben. Zu diesem Schluss kommt die Verbraucherorganisation Foodwatch in einer neuen Studie. Untersucht wurden 281 Produkte. 90 Prozent davon waren nach den Definitionen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) keine ausgewogenen Kinderlebensmittel.

Bereits im Jahr 2007 hatten zahlreiche Lebensmittelhersteller als Teil einer EU-Initiative zugesichert, Regeln für an Kinder unter zwölf Jahren gerichtetes Marketing einzuhalten. Foodwatch zufolge sind diese aber zu lax. So erlaube die Selbstbeschränkung bei Kinder-Frühstücksflocken einen Zuckergehalt von bis zu 30 Prozent, die WHO halte hingegen maximal 15 Prozent für vertretbar.

Den Regeln der Hersteller zufolge sei auch Werbung für Chips mit hohem Fett- und Salzgehalt zulässig, kritisierte Foodwatch. Große Unternehmen wie Dr. Oetker, Haribo, Bahlsen, Ehrmann oder Hipp hätten zudem nicht einmal die Selbstverpflichtung unterschrieben.

"Rein freiwillige Maßnahmen der Lebensmittelindustrie reichen ganz offenbar nicht aus", heißt es in einer Mitteilung von Foodwatch. Die Organisation fordert zusammen mit der Deutschen Adipositas Gesellschaft, der Deutschen Diabetes Gesellschaft und der Deutschen Diabetes-Hilfe eine gesetzliche Regelung. Unter anderem müsse die Altersgrenze von zwölf auf 16 Jahre heraufgesetzt werden.

dab/AFP

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1. Frage
werner.szymzek 24.08.2015
" Die meisten Lebensmittel, für die Hersteller bei Kindern Werbung machen, sind ungesund." Und warum werden sie dann nicht verboten? Die Lebensmittel-nicht nur die Werbung.
2.
willibobilli 24.08.2015
ein lebensmittel alleine kann nicht ungesund sein. lediglich die gesamtheit aller konsumierten lebensmittel kann ungesund sein. wenn ich morgens eine schüssel müsli esse, die 80% meines zuckerbedarfs deckt, ist es ein unterschied, ob ich den restlichen tag nahezu kein zucker mehr aufnehme, oder ob ich mittags noch den milchreis, nachmittags das stück kuchen und abends das nutellabrot reinschiebe ...
3. Faustregel
mmaaeepp 24.08.2015
fuer mich gilt immer die Faustregel: je mehr Hinweise auf die (in mininmalen Mengen enthaltenen) gesunden Zutaten (z.B. mit Vitamin C, oder 1 der 5 empfohlenen Gemuese/Obst, etc) gross im Etikett zu sehen sind, desto ungesuender das Lebensmittel. Paradebeispiel fuer mich ist immer Kakoe oder Muesli, wo die Werte stets mit einem kleinen * versehen sind und fast ausschliesslich ueber die Milch kommen, die man braucht um den Kakao zuzubereiten aber gar nicht im eigentlichen Produkt enthalten sind. Auch stellt z.B. die bekannte Fast Foodkette mit dem gelben M stets die gesunden Zutaten in ihrem Schweinefrass heraus. Alles Hinweise, dass man das besser nicht kaufen sollte.
4. Salz
987leo123 24.08.2015
ist nicht schädlich für kinder! das ist ein schwachsinniges gerücht dass sich in der gesellachaft hält ganz im gegenteil ist salz ein wichtiges mineral was benötigt wird zur guten entwicklung eine "überdosis" ist kaum möglich!
5.
Christian Weiss 24.08.2015
Foodwatch ist ja nun nicht der glaubwürdigste Kronzeuge. Eine Ideologen-Truppe, die alles, was "Bio" sein soll, für super hält, aber irgendwie keine Gene im Essen will. So so. Dann haben also gewisse Frühstücksflocken 30% Zuckeranteil. Aber immerhin gibt es dort auch noch Kalorien, die nicht nur vom Zucker stammen. Wenn Zucker so furchtbar böse ist, warum sollen dann Kinder Obst essen? Dort steckt praktisch der gesamte Energiegehalt allein im Zucker. Alles, was diese Ernährungsideologen den Leuten als "gesund" verkaufen wollen, hätten wir früher als Vogelfutter bezeichnet. Diese Ernährungstipps, die von Gurken zu Sonnenblumenkernen und anderem energiefreien Futter reichen, kann man den Kindern auch nur zumuten, weil sich viele nicht mehr bewegen. Würden sie noch selber zur Schule gehen oder am Klettergerüst spielen, müssten sie bei dieser angeblich so gesunden Ernährung verhungern.
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