Versicherungen für Kinder Mein Sohn, mein Investment

Die "Biene-Maja-Kindervorsorge" oder doch lieber die "Tip Top Tabaluga-Versicherung"? Geldanlagen und Policen für den Nachwuchs sind ein Milliardenmarkt mit vielen Fallen. Doch wer es richtig macht, kann für seine Kleinen ein Vermögen aufbauen. Ein paar persönliche Tipps.

Von Christian Kirchner


Ich bin Vater geworden. Und stehe nun wie Millionen anderer Eltern vor der Frage: Wie sorge ich optimal vor? Und was ich mich auch frage, weil nicht nur die Windel meines Sohnes, sondern auch mein Oberstübchen selten ganz sauber ist: Wie hoch ist wohl die "Procter-Schiet-Ratio"? Genauer: Wie viele Aktien des Pampers-Herstellers Procter & Gamble müsste ich kaufen, damit die Dividendenausschüttungen die jährlichen Kosten der Windeln decken?

Ist der Nachwuchs da, kommen jedenfalls einige Dinge jenseits von großem Glück: Ich bin, wie die meisten Eltern, in einer emotionalen Ausnahmesituation, will für den Nachwuchs nur das Beste und bin bereit, auch mal Fünfe gerade sein zu lassen. Das wissen natürlich auch die Versicherer: Pro Jahr investieren Eltern und ihre Verwandten einen einstelligen Milliardenbetrag in die Versicherung und Vorsorge ihres Nachwuchses.

Dabei kommt allerdings oft Unsinn heraus. Was auch an der Tatsache liegt, dass zwei Drittel der Eltern sich vor allem im Internet über Angebote informieren - wo sie regelrecht erschlagen werden von Paketleistungen, die viele Einzelversicherungen umfassen, wie der "Enkelpolice" (Allianz), der "Biene-Maja-Kindervorsorge" (Nürnberger), der "Tip Top Tabaluga-Versicherung" (Universa) oder der "Max-Schlaubär-Kinderpolice" (BBV).

Die Liste ist endlos, wobei ich über die besondere Leistung der Tip-Top-Tabaluga-Versicherung - ein Koma-Tagegeld von 15 Euro pro Tag - doch lachen musste: Wird das Komatagegeld wohl auch gezahlt, wenn sich mein Kleiner in 14 Jahren hinter der Schulturnhalle das erste Mal ins Koma säuft?

Dass Eltern in diesem Markt schnell den Überblick verlieren, wundert nicht. Schlimmer noch: Sie unterliegen - eine Parallele zum Kapitalmarkt - einer falschen Einschätzung der tatsächlichen Risiken. Kaum eine Versicherungsgattung illustriert das so deutlich wie die Kinder-Unfallversicherung. Jedes dritte Kind hat eine: Nach dem Tod des Kindes ist ein Unfall schließlich die größte Sorge von Eltern.

Klare Trennung zwischen Versicherung und Vorsorge

Überflüssig ist die Unfall-Police dennoch in den meisten Fällen, nicht nur, weil natürlich erst einmal die Krankenversicherung für medizinische Leistungen einspringt. Ein Blick in Gesundheitsberichte des Statistischen Bundesamts zeigt, dass die Gefahr verschwindend gering ist, durch einen Unfall in jungen Jahren zum Schwerbehinderten zu werden, der auf eine Invalidenrente angewiesen ist. Ganze 300 Fälle gibt es bei allen unter 16-Jährigen - bei knapp 11 Millionen Kindern. Die weitaus häufigeren Ursachen sind angeborene Leiden (ein Drittel der Fälle) und Krankheiten (zwei Drittel der Fälle). Wer glaubt, dass er sein Kind vor der Invalidität durch Krankheit schützen muss, greift daher naheliegenderweise besser zu einer Invaliditätsversicherung, die unabhängig von der Ursache zahlt. Doch diese Police hat nur jeder zehnte - und leider gewähren sie Versicherer erst frühestens nach einigen Lebensmonaten und mit Wartezeiten.

Nun erhebe ich für mich keineswegs den Anspruch, eine Musterlösung für die optimale Kindervorsorge zu kennen. Vielleicht ist dem einen oder anderen Leser aber dennoch eine Anregung, wie ich die Dinge handhabe: Neben der obligatorischen Haftpflichtversicherung über die Familie und je einer Risikolebensversicherung für beide Elternteile habe ich für meinen Sohn zwei Versicherungen abgeschlossen:

  • Zum einen eine private Krankenzusatzversicherung, die uns im Falle einer Erkrankung eine freie Wahl von Krankenhaus, Arzt und Arzthonoraren zusichert. Früh abgeschlossen kostet diese Police keine fünf Euro im Monat.
  • Zum anderen nach Prüfung einiger Ausschlusskriterien eine Invaliditätsversicherung, die, nach Ablauf einer Wartezeit, im Falle einer Invalidität unabhängig von der Ursache eine lebenslange und dynamisierte Rente zahlt - und zwar eine, die deutlich über die staatliche Grundsicherung hinausgeht, die natürlich im schlimmsten Fall alle erhalten.

Von den Paketlösungen großer Versicherer lasse ich die Finger: Bei ihnen zahle ich für zu viel unnütze und unerwünschte Leistungen.

Wie decke ich die Windelkosten?

Mein Sohn hat, bis er 18 ist, etwas, was kaum noch ein Anleger hat: Zeit. Deshalb lege ich für ihn einmalig 5000 Euro in einen Dax-Indexfonds und bespare diesen mit weiteren 100 Euro im Monat, auch wenn die Aktienangsthasen noch so laut schreien.

Denn: Über keinen 18-Jahres-Zeitraum hat der Dax rückberechnet seit dem Zweiten Weltkrieg jemals Verluste eingefahren. Schlimmstenfalls waren es 1,5 Prozent Rendite pro Jahr, im Durchschnitt aber satte 9 Prozent. Selbst wenn es also im Dax so läuft wie in der schlechtesten 18-Jahres-Periode, wäre der Ertrag höher als mit einem Sparbuch, und mein Sohn hätte mit 18 ein kleines Vermögen von 31.300 Euro (vor Steuern und Inflation). Läuft es so, wie im Schnitt der letzten Jahrzehnte, werden es gar 75.000 Euro sein.

Ein paar Aktien des Pampers-Herstellers Procter & Gamble packe ich ihm an schwachen Börsentagen vermutlich auch noch dazu - auch wenn die von mir errechnete "Procter-Schiet-Ratio" doch eher etwas für Neureiche ist, die ein - Verzeihung für das Wortspiel - Klumpenrisiko nicht scheuen: Unterstellt man den Verbrauch von acht Windeln am Tag im ersten, von sechs Windeln im zweiten und von zwei Windeln im dritten Lebensjahr, beträgt die "Procter-Schiet-Ratio" derzeit 252 zu 1: Man braucht 252 Procter-Aktien im Wert von aktuell je 58,50 Euro (in der Summe also 14.700 Euro) - und hat mit den voraussichtlichen Dividendenerlösen alle Windelkosten gedeckt.



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Seite 1
surfgerards 07.03.2013
1. an für sich vernünftig
hi an und für sich eine gute wahl , ich hoffe nur das der autor in den dax index fond nicht bei den derzeitigen kursfeuerwerk eingestiegen ist !!
realist29 07.03.2013
2.
Herr Kirchner hat für die FTD schon immer relativ schwache Artikel geschrieben und kann dies nun glücklicherweise bei SPON fortsetzen. Wer für sein Kind einfach mal 5000 euro in einen Fonds einzahlen kann und danach jeden Monat weitere 100 € einzahlt hat definitiv keine Probleme. Blöd nur, dass 50% der Deutschen kein Vermögen besitzen und somit schon an den 5000 € scheitern. In der Zeit von staatlich geförderten Niedriglöhnen können die meisten auch nicht einfach 100€ im Monat zurücklegen. Die Kinder dieser Leute werden später somit auch keine 31300 bzw. 75000 € erhalten. Warum eigentlich nicht? Gebietet die Chancengleichheit dies nicht? Vielleicht sollte der Autor lieber darüber schreiben, statt den Eliten Tips zu geben, wie sie dafür sorgen, dass ihre Kinder wieder zu den Eliten gehören.
spon-facebook-10000088168 07.03.2013
3. Ernsthaft?
Entschuldigung das ich das jetzt so Schreibe, aber Ihr Beitrag ist sowas von Schwachsinnig ... Sry. aber das geht gar nicht. Wissen Sie eig. das Sie für Ihre "persönlichen" Tipps haften? ... haben Sie überhaupt Fachkenntnisse von Versicherungen & Investment oder ließen Sie sich bei Ihrer Hausbank beraten? Die Invaliditätsversicherung ist die Unfallversicherung ... eine dynamische Rente zu vereinbaren, die erst ab 50 % Invalidität leistet ist auch nicht sehr Sinnvoll ... lieber eine hohe Versicherungssumme die in einem ausgezahlt wird, egal welchen Invaliditäts-Grad man hat. Woher Sie die Zahl mit den 300 Kindern unter 16 J. nehmen die eine Unfallvers. in Anspruch nehmen würd ich auch gerne mal wissen. Keine Quellen, höchst unseriös. Mit der Invaliditätsversicherung meinen Sie wahrscheinlich eine Berufsunfähigkeitsversicherung ... haben Sie sich überhaupt mit den einzelnen Versicherungen auseinander gesetzt? Vermittler müssen sich registrieren und prüfen lassen bevor Sie die Leute beraten dürfen ... Bänker und Jornalisten anscheind nicht? Genau desshalb sitzen wir bei den Kunden spät Abends und verzweifeln was für Produkte die Leute haben ... Ihre Tipps sind höchst zweifelhaft und ich hoffe das die Leute sich von Fachleuten beraten lassen, die eine Qulifizierte Ausbildung haben, denn von Ihren Tipps haben die Leute nicht viel.
duk2500 07.03.2013
4. was ist sinnvoll?
Das einzig wirklich sinnvoll investierte Geld in die Zukunft eines Kindes ist Bildung im weiteren Sinn. Dazu gehören auch Sportverein, Musikinstrument, interessante Reisen und Auslandsaufenthalte, Fremdsprachen, eine intakte Familie und so weiter. Alles andere ist im Vergleich und auch empirisch nachgewiesen unrentabel (außer für die Anbieter) und eher sinnlos. Wenn die Bildung paßt dann findet sich der Rest von fast alleine.
donadoni 07.03.2013
5. Ha ha ha
Zitat von sysopDie "Biene-Maja-Kindervorsorge" oder doch lieber die "Tip Top Tabaluga-Versicherung"? Geldanlagen und Policen für den Nachwuchs sind ein Milliardenmarkt mit vielen Fallen. Doch wer es richtig macht, kann für seine Kleinen ein Vermögen aufbauen. Ein paar persönliche Tipps. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/kindervorsorge-so-versichern-sie-ihr-kind-richtig-a-885612.html
Wo bleiben die Hinweise auf Währungsreform, Staats- und Banken-/Eurobankrott oder zumindest galloppierende Inflation, wonach die Kaufkraft der Ablaufleistung nicht einmal das Papier wert sein wird? Der Artikel in SPON war wohl wieder so etwas wie "productplacement". Den Eltern sei empfohlen, in die Köpfe ihrer Kinder zu investieren. Das ist das Einzige, was dieser Staat den Bürgern nicht wegnehmen oder ruinieren kann. In diesen Zeiten ist dem Staat und den Politikern nicht eine Sekunde zu vertrauen.
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