Deutschland in Kauflaune Konsum steigt so stark wie seit Jahren nicht mehr

Reisen, auswärts Essen und die Wohnung neu einrichten: Der private Konsum wächst so stark wie zuletzt im Jahr 2000. Anderswo in Europa ist die Kauflaune aber noch größer.

Einkaufswagen
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Dank der guten Konjunktur haben die Deutschen ihren Konsum 2015 so stark erhöht wie seit 15 Jahren nicht mehr. Sie gaben - bereinigt um steigende Preise - 1,9 Prozent mehr aus, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Gründe für die positive Kauflaune waren die niedrigen Zinsen, die geringen Inflation und die gute Lage am Arbeitsmarkt. Die Zahl der Erwerbstätigen kletterte 2015 auf das Rekordniveau von 43 Millionen.

Im EU-Schnitt stiegen die privaten Konsumausgaben noch etwas stärker, nämlich um 2,1 Prozent. In Großbritannien lag das Plus mit 2,9 Prozent deutlich höher als in der Bundesrepublik, in Frankreich mit 1,4 Prozent und in Italien mit 0,9 Prozent jedoch niedriger.

Einschließlich Preissteigerungen legten die privaten Konsumausgaben der Deutschen im Vorjahr um 2,6 Prozent zu, auf 1,63 Billionen Euro. Die Haushalte gaben vor allem mehr Geld für Beherbergung und Gastronomie (plus 6,0 Prozent) sowie für Einrichtungsgegenstände und Haushaltsgeräte (plus 3,4 Prozent) aus. Die Konsumausgaben für Wohnung, Wasser, Strom, Gas und andere Brennstoffe erhöhten sich nur um 1,1 Prozent. Dies hängt hauptsächlich mit den Preisrückgängen bei Heizöl zusammen, wie die Statistiker erklärten.

Auch für das laufende Jahr erwarten Ökonomen viele Impulse vom privaten Konsum für das Wachstum der gesamten Wirtschaft. Wegen der Unsicherheit über die Konjunkturabschwächung in großen Schwellenländern wie China gehen die Prognosen aber weit auseinander.

Pessimisten rechnen für 2016 nur mit einem Anstieg des Bruttoinlandsproduktes um rund 1,3 Prozent. Optimisten hingegen trauen Deutschland ein beschleunigtes Wachstum von etwa zwei Prozent zu, nach 1,7 Prozent im Vorjahr.

ade/Reuters

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