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Sparquote: Deutsche Portemonnaies sitzen so locker wie zuletzt 2001

Die Wirtschaft ist stabil, die Zinsen sinken immer weiter. In dieser Lage verabschieden sich die Deutschen zunehmend von ihrer traditionellen Sparsamkeit. Die Sparquote fiel auf 8,5 Prozent - der niedrigste Wert seit zwölf Jahren.

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Immer raus damit: Die Deutschen sparen so wenig wie lange nicht mehr

Wiesbaden - Die Sparquote in Deutschland hat zwischen Juli und September mit 8,5 Prozent ein Zwölf-Jahres-Tief erreicht. Das geht aus detaillierten Wachstumszahlen zum dritten Quartal hervor, die das Statistische Bundesamt am Freitag vorstellte und mit denen es erste Schätzungen bestätigte. In den vergangenen Jahren legten die Verbraucher noch durchschnittlich mehr als zehn Prozent ihres verfügbaren Einkommens zurück.

Der Staat erhöhte seine Konsumausgaben gegenüber dem Frühjahr um 0,5 Prozent, der private Konsum lag um 0,1 Prozent über dem Niveau des zweiten Quartals. Der Außenhandel lieferte dagegen auch im Vorjahresvergleich einen negativen Beitrag.

Diese Entwicklung dürfte Kritiker der großen Exportüberschüsse in Deutschland erfreuen. Durch die gestärkte Binnennachfrage reduziert sich der Abstand zwischen Ein- und Ausfuhren. Die Entwicklung spiegelt aber auch die historisch niedrigen Zinsen, durch die sich Sparen immer weniger lohnt.

"Für die Verbraucher ist es nicht sehr attraktiv, Geld in Form der klassischen Sparanlagen anzulegen", sagte Rolf Bürkl von der Gesellschaft für Konsumforschung. "Stattdessen finanzieren immer mehr Bundesbürger in Zeiten niedriger Zinsen ihre Anschaffungen auf Pump." Derzeit nutzt jeder dritte Haushalt einen Ratenkredit für größere Anschaffungen wie Autos, Küchen oder Fernsehgeräte. Vor einem Jahr waren es nur 29 Prozent.

Die Wirtschaftsweisen gehen davon aus, dass der private Konsum 2014 um 1,4 Prozent spürbar zulegen wird. Für das zu Ende gehende Jahr wird ein Plus von 1,0 Prozent erwartet. Auch deutsche Unternehmer schauen laut dem jüngsten Ifo-Index mit wachsendem Optimismus auf die kommenden Monate.

dab/Reuters/dpa

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insgesamt 21 Beiträge
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1. Deutsche Portemonnaies sitzen locker
dig 22.11.2013
Aufpassen! Da kann das Portemonnaie leicht verloren gehen. Ich habe meinen Geldbeutel deshalb fest an einer Kette.
2. Vorsorge
fortion 22.11.2013
Zitat von sysopddpDie Wirtschaft ist stabil, die Zinsen sinken immer weiter. In dieser Lage verabschieden sich die Deutschen zunehmend von ihrer traditionellen Sparsamkeit. Die Sparquote fiel auf 8,5 Prozent - der niedrigste Wert seit zwölf Jahren. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/konsum-deutsche-sparquote-sinkt-auf-zwoelf-jahres-tief-a-935211.html
Ich habe mich nicht von meiner traditonellen Sparsamkeit verabschiedet, sondern nur von Papiermüll. Mein Bestreben ist es neben einem schuldenfreien Haus auch eine möglichst große Menge physischen Goldes und Silbers zu besitzen, da ich davon ausgehe, daß die Wohlstands- und Friedenswährung in absehbarer Zeit nur noch zum Tapezieren und Abwischen taugt.
3. Locker?
braman 22.11.2013
kann es sein, das die Sparquote deshalb so niedrig ist, weil bei schrumpfenden Einkommen einfach kein Geld mehr übrig ist zum Sparen? Bevor ich in einen Freudentaumel verfalle ob der Konsumwut der 'Deutschen' wart ich mal die Zahlen über die Konsumausgaben von Destatis ab. Vielen Dank, SPON, für die Nichtveröffentlichung der letzten Kaffeesatz Zahlen vom IfO-'Institut' aus München. MfG: M.B.
4. Rechnen will gelernt sein
Dicker Dicker 22.11.2013
Prozentrechnen: Weniger sparen, heißt mehr zum Ausgeben. Tolle Logik, und von solchen Genies werden wir auch noch angeführt. Vielleicht hätte man in Mathe damals besser aufgepasst. Vielleicht steigen ja auch die Ausgaben jeden Monat "unwesentlich" an, so das am Ende des Monats nichts mehr übrig bleibt zum "Ausgeben", geschweige denn zum Sparen. Und warum eigentlich sparen, wenn die Inflation schneller wächst als das Sparbuch. Dann bekomme ich heute mehr für mein Geld als Morgen, wenn ich dann noch welches habe...
5. Wer spart sich denn freiwillig arm?
Tolotos 22.11.2013
Zitat von sysopddpDie Wirtschaft ist stabil, die Zinsen sinken immer weiter. In dieser Lage verabschieden sich die Deutschen zunehmend von ihrer traditionellen Sparsamkeit. Die Sparquote fiel auf 8,5 Prozent - der niedrigste Wert seit zwölf Jahren. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/konsum-deutsche-sparquote-sinkt-auf-zwoelf-jahres-tief-a-935211.html
Das lässt vor allem darauf schließen, dass die Deutschen im Unterschied zu ihren Politikern das Rechnen nicht verlernt haben. Da die Politik dafür gesorgt hat, dass Sparen negative Realzinsen abwirft (also Vermögen planvoll vernichtet) bleibt den deutschen Untertanen ja kaum etwas anderes übrig, als ihr Geld schneller auszugeben, als es ihre parlamentarischen Vormunde verbrennen können!
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