GfK-Konsumklima Deutsche planen Anschaffungen in großem Stil

Die Verbraucher in Deutschland vertrauen auf die Stärke der Wirtschaft und planen vermehrt größere Anschaffungen. Ihre Kauflaune verharrt laut dem GfK-Konsumklimaindex auf sehr hohem Niveau.

Einkaufsstraße in Stuttgart: Verbraucher planen größere Anschaffungen
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Einkaufsstraße in Stuttgart: Verbraucher planen größere Anschaffungen


Nürnberg - Verbessern kann sich die Kauflaune der deutschen Verbraucher zwar zum ersten Mal seit Monaten nicht - sie bleibt aber auf auch im April sehr hoch. Die Bürger schätzen die Entwicklung der Wirtschaft noch optimistischer ein als im März und planen Anschaffungen in großen Stil, teilte das Marktforschungsunternehmen GfK mit. Gleichzeitig wollen sie allerdings zum ersten Mal seit langem wieder stärker sparen und erwarten für sich persönlich weniger starke Einkommenszuwächse als bislang.

Der GfK-Konsumklimaindex, der all diese Stimmungen zusammenfasst, verharrte für April deshalb bei 8,5 Punkten, dem gleichem Wert wie im März. Das entspricht dem höchsten Wert seit dem Jahr 2007. Im vergangenen Jahr war der Index mit Ausnahme eines Monats kontinuierlich gestiegen.

Der GfK-Erhebung zufolge schätzen die Verbraucher die Aussichten für die deutsche Wirtschaft als sehr gut ein. Dazu tragen demnach hohe Wachstumserwartungen für die Weltwirtschaft, verbesserte Exportaussichten und ein nach wie vor sehr niedriges Zinsniveau bei. Die verbreitete Absicht, größere Anschaffungen zu tätigen, sei auf den stabilen Arbeitsmarkt, die gute Einkommensentwicklung und die moderate Inflation zurückzuführen.

Zudem könnten, so schätzt die GfK, die Löhne im Schnitt in diesem Jahr stark steigen. Insgesamt könne sich ein Plus von drei Prozent oder sogar etwas mehr ergeben, teilten die Marktforscher mit. Auch die Renten sollen spürbar erhöht werden, in Westdeutschland um 1,67 und in den neuen Ländern um 2,53 Prozent. "Unter der Annahme einer erwarteten moderaten Inflationsrate von 1,5 Prozent in 2014 bedeutet dies auch für die Rentner reale Einkommenszuwächse", schreibt die GfK.

Allerdings sind die Verbraucher zum ersten Mal seit Monaten auch wieder stärker zum Sparen entschlossen. Normalerweise geht eine erhöhte Sparneigung mit einer geringeren Kauflaune einher. Ob dies jedoch bereits als Trendwende anzusehen ist, bleibe abzuwarten, teilte die GfK mit.

fdi/dpa

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insgesamt 13 Beiträge
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Progressor 26.03.2014
1. Klare Sache
Da die konjunkturelle Entwicklung sehr stark von den Erwartungen der Wirtschaftssektoren abhängt, ist es verständlich und wichtig die Leute mit einem Trommelfeuer von guten Nachrichten zu überziehen. Jeder der in der Öffentlichkeit steht, hat den Beruf verfehlt, wenn er nicht ständig positive Signale sendet. Die Massenmedien spielen dabei selbstverständlich auf eine wichtige Rolle. Kein Problem. Schlecht wird das aber, nur mal so unter uns, wenn man anfängt den eigenen Lügen zu glauben. Dann werden notwendige konjunkturelle Maßnahmen eben nicht zeitgerecht in Angriff genommen. Deshalb nur zur Sicherheit: Bei uns (einer kleinen Kreisstadt in Westdeutschland) boomt derzeit nichts so sehr wie die Teilnehmer an Maßnahmen die vom Jobcenter bezahlt werden und die selbstverständlich dann nicht mehr als arbeitslos gelten. Trotz guter Lohnsteigerungen in den letzten 12 Monaten ist unklar, ob die Reallohnverluste seit dem Jahr 1992 wettgemacht werden konnten. Z.B. plane ich auch seit ein paar Jahren größere Anschaffungen, aber mein Geldbeutel sagt nein. In Zukunft wird das BIP auch getürkt und die offizielle Inflationsrate hat mit _meiner_ Einkommensgruppe nichts zu tun. Nichtsdestotrotz: Good luck, deutscher Michel!
herbertspree 26.03.2014
2. Kauflaune?
Zitat von sysopDPADie Verbraucher in Deutschland vertrauen auf die Stärke der Wirtschaft und planen vermehrt größere Anschaffungen. Ihre Kauflaune verharrt laut dem GfK-Konsumklimaindex auf sehr hohem Niveau. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/konsum-gfk-index-kauflaune-der-deutschen-im-april-ungebrochen-a-960789.html
Na so was - auf einmal zu viel Geld unter den Leuten? Dass die 'Kauflaune' auch der unsicheren Situation geschuldet ist und viele beabsichtigte Käufe vorziehen - das gäbe keine gute Überschriftl. Auch das Millionen Haushalte gezwungen sind, ihre Kläranlagen auf Druck von oben auf kostenintensive andere Lösungen umzustellen, dürfte u.A. auch zur Anhebung des Konsumindex beitragen - sind diese Investitionen in der Höhe vergleichbar mit der Anschaffung eines neuen Autos.
dapmr75 26.03.2014
3. Wann wird aus GFK-Vorhersagen eigentlich Realität?
Seit Jahren werden die immer gleichen positiven GFK-Meldungen verbreitet, sei es zur bevorstehenden neuen Rekorden bei Weihnachtseinkäufen, allgemein grossen Anschaffungen usw. Leider materialisieren sich diese Vorhersagen fast nie. Trotzdem werden munter immer wieder Halluzinationen durch gleichgeschaltete Medien verbreitet; wo bleibt das kritische Hinterfragen SPON?
Peter4711 26.03.2014
4. Es kann auch
nur ein kluge Entscheidung mangels Vertrauen sein. Bevor das Geld nichts mehr Wert ist und in Südeurope oder der Ukraine verschwindet, geben es mache Leute es lieber selbst aus.
curti 26.03.2014
5. Wow, da hätte......
Zitat von sysopDPADie Verbraucher in Deutschland vertrauen auf die Stärke der Wirtschaft und planen vermehrt größere Anschaffungen. Ihre Kauflaune verharrt laut dem GfK-Konsumklimaindex auf sehr hohem Niveau. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/konsum-gfk-index-kauflaune-der-deutschen-im-april-ungebrochen-a-960789.html
....z.B. ein Westrenter satte 0,17% unterm Strich, was bei einer unterstellten Rente von € 1.000,- nto. glatte € 1,70 p.M. einbringt. Damit ist zwangsläufig ein regelrechter Kaufrausch verbunden, z.B. neue Schrankwand oder den 15-jährigen Oldtimer austauschen ;-) GfK heißt im Klartext volle Backen, flotte Sprüche und Prognosen, die sich mehr oder weniger stets als daneben entpuppen. Gelogen für Kohle, GfK richtig verstanden.
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