Bester Konsumindex seit 2001 Deutschland im Kaufrausch

Die starke Wirtschaft treibt die Deutschen auf die Einkaufsmeilen. Nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung ist die Kauflaune so gut wie zuletzt zu Zeiten der Dotcom-Blase.

Kaufhaus in Dresden
DPA

Kaufhaus in Dresden


Der robuste Aufschwung und die Aussicht auf steigende Löhne haben in Deutschland für das beste Konsumklima seit über 16 Jahren gesorgt. Die Forscher von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) erhöhten ihren entsprechenden Indikator für Februar um 0,2 Punkte auf 11,0 Zähler.

Das GfK-Konsumklima erreichte damit den höchsten Wert seit Oktober 2001 - zur Zeit der Internetblase. Auch die Konjunkturerwartungen der Verbraucher hätten den besten Wert seit sieben Jahren erreicht, berichtet die GfK.

"Die Verbraucher starten überaus optimistisch in das Jahr 2018", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Weiteres moderates Wachstum sei möglich. "Da ist noch Luft nach oben drin, sehr viel aber nicht", sagte Bürkl.

Im Vergleich zu 2001 gebe es einen entscheidenden Unterschied, analysierte der Forscher: "Damals haben die Menschen in Erwartung hoher Börsengewinne große Ausgaben geplant. Die Verbraucherstimmung war nicht solide unterfüttert." Heute stehe das gute Konsumklima auf einem weitaus solideren Fundament - vor allem wegen der guten Beschäftigungslage.

Im laufenden Jahr rechnen Arbeitsmarktforscher im Schnitt mit 2,48 Millionen Arbeitslosen. Wegen der guten Beschäftigungslage sei er beim Konsumklima optimistisch, sagte Bürkl. Das Gefühl, weiterhin einen sicheren Arbeitsplatz zu haben, berge die Chance für eine nochmalige Verbesserung des Konsumklimas in diesem Jahr, sagte Bürkl.

Hinzu komme die Aussicht auf steigende Löhne und Gehälter im Zuge der anstehenden Tarifverhandlungen. Vereinbarte Einkommensverbesserungen führten später auch zu Rentenerhöhungen. Und das führe wiederum dazu, dass auch bei der wachsenden Zahl älterer Bundesbürger die Verbraucherstimmung sich weiter verbessern dürfte.

SPIEGEL TV über die Anti-Shopper - Konsumverzicht statt Kaufrausch

SPIEGEL TV

ssu/dpa-AFX

Mehr zum Thema


insgesamt 57 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
comtom 25.01.2018
1.
Wird wohl eher daran liegen, dass es sich nicht lohnt zu sparen. An zu vielen geht der Aufschwung immer noch vorbei. Kenne genug die entweder keine Gehaltserhöhung bekommen haben oder nur 1%. Dafür wurde der Rest teurer insbesondere die Mieten.
so-long 25.01.2018
2. Und
die Verschuldung der Privathaushalte treibt fröhliche Urständ. Unterhaltungselektronikartikel, die niemand wirklich braucht für zB 120 EUR können bequem in 12 Monatsraten abgesttttttootttert werden. Der direkte Weg in die (Alters)armut.
marthaimschnee 25.01.2018
3. völlig hirnverbrannt
"Damals haben die Menschen in Erwartung hoher Börsengewinne große Ausgaben geplant." - die geile Konsumlaune vor dem Platzen der Dotcom-Blase war also von den 5% Aktienbesitzern verursacht? Das wäre dann natürlich auch eine Erklärung, wie dieses merkwürdige "Konsumklima" zustande kommt, das in der Realität komischerweise nirgends zu beobachten ist.
kakadu 25.01.2018
4.
Klingt gut. Dann muss man nur noch eine Möglichkeit schaffen die Gruppe von Menschen mit schlechter Laune wieder etwas leiser zu stellen.
paul mueller 25.01.2018
5. Aufschwung und steigende Loehne?
Also diese Argumentation laesst sich mir nicht nach vollziehen. Nur weil eine blosse Aussicht auf steigende Loehne besteht geben die Menschen doch nicht Geld aus was Sie noch nicht haben? Zumindest halte ich die Mehrheit der deutschen nicht fuer so intelligenzfrei... Das mehr konsumiert wird liegt vorallem daran, dass die Leute ihr Erspartes entwertet sehen und es daher lieber in Sachgueter eintauschen. Einen herzlichen Dank an dieser Stelle an Herrn Draghi !!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.