GfK-Umfrage Deutsche Kauffreude erreicht 13-Jahres-Hoch

Die deutschen Verbraucher lassen sich von Krisen im Ausland kaum beeindrucken: Ihre Kaufbereitschaft ist so hoch wie zuletzt Ende 2001. Experten glauben, dass beim Konsumklima sogar noch Luft nach oben ist.

Konsumenten in Berlin (Archiv): "Vieles spricht dafür, dass der Aufwärtstrend beim Konsumlima weitergeht."
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Konsumenten in Berlin (Archiv): "Vieles spricht dafür, dass der Aufwärtstrend beim Konsumlima weitergeht."


Nürnberg - Ein Mix aus günstigen Energiepreisen, robustem Arbeitsmarkt und Mini-Zinsen sorgt für immer bessere Kauflaune in Deutschland. Der von der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) für April ermittelte Indikator für das Konsumklima legte erneut zu und stieg von 9,7 auf 10,0 Zähler, wie die GfK am Donnerstag mitteilte.

Es ist der sechste Anstieg in Folge und der höchste Wert seit Oktober 2001. Volkswirte hatten zwar mit einem Anstieg gerechnet, aber nur auf 9,8 Punkte. Das GfK-Konsumklima basiert auf einer Befragung von etwa 2000 Verbrauchern.

Nach Einschätzung des GfK-Experten Rolf Bürkl ist beim Konsumklima aber immer noch Luft nach oben: "Vieles spricht dafür, dass der Aufwärtstrend beim Konsumlima weitergeht." Einer der wesentlichen Gründe für den erneuten Anstieg des Konsumklimas sieht die GfK in der konjunkturellen Entwicklung. Bei den Verbrauchern habe sich der Eindruck eines stabilen Aufschwungs festgesetzt, so Bürkl.

Das Tauziehen um Griechenland lässt die Verbraucher kalt

Eine Kombination aus steigender Beschäftigung und guten Tarifabschlüssen gebe den Konsumenten außerdem das Gefühl der Jobsicherheit, sagte Bürkl. Zugleich lasse eine sehr niedrige Inflation "den Einkommensoptimismus weiter wachsen". Außerdem gebe es unter den Konsumenten kaum Zweifel, dass die Zinsen über einen längeren Zeitraum auf dem derzeitigen Niveau verharren werden.

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Bürkl verwies außerdem auf mögliche Rückzahlungen bei den Nebenkostenabrechnungen für Mieter dank günstiger Rohölpreise: "Derzeit dürften die Nebenkostenabrechnungen bei vielen Miethaushalten für positive Überraschungen sorgen."

Während zahlreiche Gründe für eine starke Kauflaune sprechen, treten die Risiken in den Hintergrund. In der Ukraine hatte sich die Krise zuletzt etwas beruhigt. Derzeit werden die Schlagzeilen von der Schuldenkrise in Griechenland beherrscht. Bürkl sieht aber keine Auswirkungen der Griechenland-Schlagzeilen auf die Kauflaune: "Das Tauziehen in Europa um die Zukunft Griechenlands lässt die deutschen Verbraucher im Hinblick auf ihre Konsumstimmung derzeit völlig unbeeindruckt."

mka/dpa/AFP/Reuters



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insgesamt 37 Beiträge
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Seite 1
klausbrause 26.03.2015
1.
Kann ich bestätigen. Ich erwäge ernsthaft den Kauf von ein paar Socken.
coyote38 26.03.2015
2. Meinungsbildung
Weder steigt "die Kauflaune", noch "lässt das Tauziehen um Griechenland die Verbraucher kalt". Die Leute schmeißen lediglich das Geld mit vollen Händen zum Fenster raus, bevor es GAR NICHTS mehr wert ist und man sich damit wie "weiland 1923" das Wohnzimmer tapezieren kann. Heute schon mal auf die Benzinpreise an den Tankstellen geschaut ...? Alles ist besser als diese bunten "Euro-Lappen" zu Minus-Zinsen auf dem Banken verrotten zu lassen und durch Draghi und Konsorten kalt enteignet zu werden. Leider fehlt "Otto Normalverbraucher" aber das entsprechende Vermögen, um am großen Rad des "EZB-Lottos" mitzuspielen. Denn Geld lässt sich unverändert ganz hervorragend anlegen und auch verdienen ... nur halt nicht für "jeden".
marthaimschnee 26.03.2015
3.
Warum wächst dann unsere Wirtschaft nicht um 6,7,8%? Importe werden schließlich durch den miesen Euro deutlich teurer, da müßten lokale Unternehmen doch Freudensprünge machen und wie die Wilden investieren. Passiert aber nicht. Irgendwas paßt hier überhaupt nicht zusammen! Kann es sein, daß die Exzesse am Aktien- und Immobilienmarkt in den Konsum einfließen? Dann wären die Zahlen natürlich kein Wunder!
unixv 26.03.2015
4. Komisch?
Wir haben wöchentlich mehr und neue Kunden, bei uns an der Tafel! Zählt das auch als Wirtschaftswachstum??
mischamai 26.03.2015
5. höchste Vorsicht
Da ich beruflich den ständigen Kontakt mit vielen Einzelhändlern im Land kenne möchte ich hier warnen.Leider kann ich diese Untersuchung nicht bestätigen,eher geht das Klima immer weiter in Richtung Rückzug.Steigen die Zahlen der Verkäufe im Internet so hat es der Einzelhandel in den Orten immer schwerer.Viele Einzelhändler werden verdrängt von Ketten mit dem stets gleichen Massenangebot.Also,der markt ist eher unruhig und keines Falls in sicheren Tüchern.
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