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Krisenangst: Jeder fünfte Deutsche will weniger sparen

Die Angst vor der Krise wirkt sich auf das Sparverhalten der Deutschen aus. Laut einer aktuellen Umfrage will fast jeder Fünfte in den kommenden Monaten weniger zurücklegen. So wollen Verbraucher unter anderem einer drohenden Geldentwertung entgehen. Viele aber haben schlicht keine Rücklagen mehr.

Konsumenten in München: Sorge vor Geldentwertung treibt Kauflust an Zur Großansicht
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Konsumenten in München: Sorge vor Geldentwertung treibt Kauflust an

Berlin - Sparen, sparen, sparen - nach diesem Motto sind die Deutschen bisher in wirtschaftlich schlechten Zeiten verfahren. Doch in der aktuellen Krise scheint es anders: Trotz der Sorge vor Staatspleiten und drohendem Abschwung zeigen sich die Bundesbürgern derzeit weniger sparsam. Laut einer Umfrage der Bank of Scotland will fast jeder fünfte Bundesbürger (19 Prozent) in den kommenden zwölf Monaten weniger Geld zurücklegen. Bei einer Erhebung im vergangenen Jahr sagten das nur 14 Prozent.

Der Großteil, nämlich 63 Prozent der Befragten, wollen ihre Ausgabenstrategie allerdings nicht verändern. Nur 16 Prozent gaben bei der Forsa-Umfrage an, sie wollten künftig mehr Geld auf die hohe Kante legen.

In Sachen Sparen gibt es offenbar auch Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschen. In den neuen Bundesländern gaben 24 Prozent der Befragten an, sie wollten weniger sparen. Im Westen waren es 18 Prozent. Besonders konsumfreudig zeigten sich die Bürger in Mecklenburg-Vorpommern. Fast ein Drittel der Befragten dort will demnach weniger Geld zurücklegen. In Hessen dagegen sagten dies nur elf Prozent.

Die Gründe, warum die Menschen nicht sparen wollen, sind vielfältig. Fast jeder Vierte (24 Prozent), der 2012 weniger Rücklagen bilden möchte, begründete dies mit den aktuell niedrigen Zinsen. Für 16 Prozent ist Angst vor Inflationder Grund, ihr Geld lieber auszugeben. Dies zeigt sich auch bei der Kauflust, die seit Monaten hoch ist.

Andere Befragte aber sehen nach eigenen Angaben kaum eine andere Möglichkeit, als ihr Sparvermögen zu reduzieren. 19 Prozent nannte die Sorge vor niedrigeren Gehältern als Grund für mehr Konsum, 13 Prozent stellen sich bereits auf Arbeitslosigkeit ein und zwölf Prozent sagten, sie könnten wegen der steigenden Lebenshaltungskosten im neuen Jahr weniger sparen.

Für die Umfrage wurden zwischen Ende Oktober und Anfang November fast 1700 Erwachsene zu ihren Sparvorsätzen befragt.

mmq

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1.
mrschabak 03.01.2012
"19 Prozent nannte die Sorge vor niedrigeren Gehältern als Grund für mehr Konsum, 13 Prozent stellen sich bereits auf Arbeitslosigkeit ein und zwölf Prozent sagten, sie könnten wegen der steigenden Lebenshaltungskosten im neuen Jahr weniger sparen." Bin ich der Einzige für den der Anfang dieses Zitats keinen Sinn ergibt? Sofern hier nicht die Rede von der immer größer werdenden Schulden-Gesellschaft ist, kann der Grund für mehr Konsum ja wohl kaum die Sorge vor niedrigeren Gehältern sein...
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thana 03.01.2012
Zitat von mrschabak"19 Prozent nannte die Sorge vor niedrigeren Gehältern als Grund für mehr Konsum, 13 Prozent stellen sich bereits auf Arbeitslosigkeit ein und zwölf Prozent sagten, sie könnten wegen der steigenden Lebenshaltungskosten im neuen Jahr weniger sparen." Bin ich der Einzige für den der Anfang dieses Zitats keinen Sinn ergibt? Sofern hier nicht die Rede von der immer größer werdenden Schulden-Gesellschaft ist, kann der Grund für mehr Konsum ja wohl kaum die Sorge vor niedrigeren Gehältern sein...
Weniger Sparen ist nicht gleich mehr ausgeben. Wer weniger Gehalt hat, kann bei gleichbleibenden Konsum weniger sparen. So einfach ist das. Wer glaubt, bald arbeitslos zu sein, wird alles aufbrauchen, was über dem Schonvermögen liegt, damit es noch für etwas "extra" draufgeht, statt für den puren Lebensunterhalt (so er denn überhaupt soviel Reserven hat, was bei den wenigsten der Fall ist).
3.
Benno Benz 03.01.2012
Zitat von thanaWeniger Sparen ist nicht gleich mehr ausgeben. Wer weniger Gehalt hat, kann bei gleichbleibenden Konsum weniger sparen. So einfach ist das. Wer glaubt, bald arbeitslos zu sein, wird alles aufbrauchen, was über dem Schonvermögen liegt, damit es noch für etwas "extra" draufgeht, statt für den puren Lebensunterhalt (so er denn überhaupt soviel Reserven hat, was bei den wenigsten der Fall ist).
Ich bezweifle sehr, daß die meisten Menschen überhaupt wissen, was das "Schonvermögen" ist. Weniger sparen klingt allerdings für mich sympathisch. Wieso sollte man überhaupt sparen? Für die Nachkommen?
4.
WHO23 03.01.2012
Zitat von Benno BenzIch bezweifle sehr, daß die meisten Menschen überhaupt wissen, was das "Schonvermögen" ist. Weniger sparen klingt allerdings für mich sympathisch. Wieso sollte man überhaupt sparen? Für die Nachkommen?
Wie alle Ihre Schreibsel, auf den Müll.
5.
pom_muc 03.01.2012
Zitat von mrschabak"19 Prozent nannte die Sorge vor niedrigeren Gehältern als Grund für mehr Konsum, 13 Prozent stellen sich bereits auf Arbeitslosigkeit ein und zwölf Prozent sagten, sie könnten wegen der steigenden Lebenshaltungskosten im neuen Jahr weniger sparen." Bin ich der Einzige für den der Anfang dieses Zitats keinen Sinn ergibt? Sofern hier nicht die Rede von der immer größer werdenden Schulden-Gesellschaft ist, kann der Grund für mehr Konsum ja wohl kaum die Sorge vor niedrigeren Gehältern sein...
Tatsächlich sind manche Leute so naiv und glauben sich unbedingt heute noch den 55"-Plasma-TV oder das neue Auto kaufen zu müssen wenn sie glauben nächstes Jahr gehe es ihnen bzgl. Einkommen schlechter. Auf die Idee dass man das heute dumm ausgegebene Geld dann vielleicht besonders dringend brauchen könnte kommen sie nicht. Denn in schlechten Zeiten soll dann der Staat die Versorgung übernehmen. Muss das Auto dann zur Reparatur fängt die Abwärtsspirale über Kredite an. Und am Ende ist man dann völlig "unverschuldet" beim Offenbarungseid und wird das Auto bei der Zwangsversteigerung los.
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