Lebenshaltungskosten Deutsche leben günstiger als meiste Nachbarn

Im Vergleich zu den meisten direkten Nachbarländern bleiben die Lebenshaltungskosten in Deutschland niedrig. Neuen Daten zufolge kosten Waren in der Bundesrepublik kaum mehr als im EU-Schnitt. Dänen oder Luxemburger müssen viel tiefer in die Tasche greifen.

Mehr Ware für den Euro: Einkauf in München
DPA

Mehr Ware für den Euro: Einkauf in München


Berlin - Vom Brot bis zum Friseurbesuch: Waren und Dienstleistungen sind in Deutschland weiterhin günstiger als in den meisten Nachbarländern. Das geht aus neuen Daten des Statistischen Bundesamts hervor. Demnach ist das Preisniveau nur in Polen und der Tschechischen Republik niedriger.

Die Preise in Deutschland sind nur um 1,5 Prozent höher als im Schnitt der 28 EU-Mitgliedstaaten. In Polen liegt das Niveau um 43,5 Prozent darunter, in Tschechien um 29,4 Prozent. Am tiefsten in die Taschen greifen müssen die nördlichen Nachbarn in Dänemark: Dort liegt das Preisniveau um 39,6 Prozent über dem EU-Schnitt. Auch bei den anderen direkten Nachbarn Luxemburg (+23,2), Niederlande (+10,1), Belgien (+9,3), Frankreich (+9,1) und Österreich (+6,9) liegen die Preise höher.

In Schweden (+29,8 Prozent) und Finnland (+23,5) ist das Leben ebenfalls vergleichsweise kostspielig. In Bulgarien müssen Verbraucher für den Erwerb eines repräsentativen Warenkorbs dagegen nicht einmal halb so viel zahlen wie im EU-Schnitt (-51,6). Bei den europäischen Ländern außerhalb der EU müssen die Konsumenten in der Schweiz (+55,9) und in Norwegen (+54,9) noch mehr hinblättern als in Dänemark.

dab/Reuters



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insgesamt 4 Beiträge
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wibo2 21.06.2014
1. Im EU Vergleich geht es uns - statistisch gesehen - noch relativ gut ...
Zitat von sysopDPAIm Vergleich zu den meisten direkten Nachbarländern bleiben die Lebenshaltungskosten in Deutschland niedrig. Neuen Daten zufolge kosten Waren in der Bundesrepublik kaum mehr als im EU-Schnitt. Dänen oder Luxemburger müssen viel tiefer in die Tasche greifen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/lebenshaltungskosten-a-976358.html
Die Ausgaben für Wohnung, Energie und Wohnungsinstandhaltung sind die größten Beträge in den Lebenshaltungskosten privater Haushalte. Die durchschnittlichen Ausgaben für Nahrungsmittel sind weniger als die Hälfte der Kosten für Wohnung. Deshalb erscheinen mir die in diesem Artikel gemachten Aussagen nachvollziehbar zu sein. Den meisten Verbrauchern in anderen EU Ländern geht es wohl schlechter als uns. Das mag für die oberen 2/3 der Einkommensbezieher gelten. Wobei ich die statistischen Probleme der Mittelwertbildung und des Warenkorns heute mal unkommentiert sein lassen möchte. Das untere 1/3 leidet aber unter der offensichtlichen Teurerung ihrer lebensnotwendigen Dinge.
elikey01 21.06.2014
2. Auch individuelle Standortfrage
Zitat von wibo2Die Ausgaben für Wohnung, Energie und Wohnungsinstandhaltung sind die größten Beträge in den Lebenshaltungskosten privater Haushalte. Die durchschnittlichen Ausgaben für Nahrungsmittel sind weniger als die Hälfte der Kosten für Wohnung. Deshalb erscheinen mir die in diesem Artikel gemachten Aussagen nachvollziehbar zu sein. Den meisten Verbrauchern in anderen EU Ländern geht es wohl schlechter als uns. Das mag für die oberen 2/3 der Einkommensbezieher gelten. Wobei ich die statistischen Probleme der Mittelwertbildung und des Warenkorns heute mal unkommentiert sein lassen möchte. Das untere 1/3 leidet aber unter der offensichtlichen Teurerung ihrer lebensnotwendigen Dinge.
In den meisten EU-Nachbarländern, in denen die Lebenshaltung teurer ist, sind auch die Löhne höher als in DEU, vorrangig CH, DK. Der Kaufkraftverlust durch rückläufiges Lohnniveau einer breiten Bevölkerungsschicht in DEU dürfte nicht unwesentlich dazu beigetragen haben, dass "Deutsche günstiger leben als meiste Nachbarn". Letztlich ist dies auch nur eine statistische Aussage, die sich lediglich an einem Mittel orientieren kann, das Einkaufstrends zu hochqualitativen Marken- und Bio-Produkten und dem entsprechenden Preissegment kaum erfassen dürfte. Eine Friseur-Kette kündigte in Bezug auf den Mindestlohn bereits an, die Preise erhöhen zu müssen. Gibt der Markt dies nicht her, weil z.B. "Schlicht"-Friseurläden akzeptable Haarschnitte billiger anbieten, kommt es zu Schließungen und Entlassungen. Wie Konkurrenzdruck sich auf die Preise auswirkt, machen ja die Discounter vor, obwohl deren Mitarbeiterlöhne inzw. über dem Mindestlohn von 8,50 € liegen dürften.
hevopi 22.06.2014
3. Warum denn,
weil wir ein gesundes Wettbewerbsverhalten von tüchtigen Unternehmen haben, die dafür sorgen, dass wir eben nicht "monopolisiert" werden.
hermannheester 22.06.2014
4. ...und wenn sie nicht gestorben sind...!
Zitat von sysopDPAIm Vergleich zu den meisten direkten Nachbarländern bleiben die Lebenshaltungskosten in Deutschland niedrig. Neuen Daten zufolge kosten Waren in der Bundesrepublik kaum mehr als im EU-Schnitt. Dänen oder Luxemburger müssen viel tiefer in die Tasche greifen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/lebenshaltungskosten-a-976358.html
Deutsche Inflationszahlen sind gar keine. Die kriegen alles nur geschenkt. So ähnlich könnte man diese "Statistiken" interpretieren, die von schieren Guthaben berichten, die Einkaufen in Deutschland den Kunden beschert. Leider sieht aber die Realität am Ladenregal und erst recht an der Supermarktkasse grundlegend anders aus. Hier sind Preissteigerungen von manchmal 12-18 Prozent binnen weniger Wochen nicht nur auf einzelne Artikel nicht selten die Regel.
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