Lebensmittel Einkaufsweg für Klimaschutz wichtiger als Herkunft der Produkte

Gar nicht so einfach: Wer mit dem Auto zum Einkaufen fährt, kann seine Klimabilanz auch durch den Kauf regionaler Produkte kaum noch aufbessern. Das zeigt eine Studie. Auch bei anderen Lebensmitteln gilt: Nicht alles, was umweltfreundlich wirkt, ist es auch.

Frisch gepflückter Apfel: Regionale Produkte sind grundsätzlich besser als ausländische
DPA

Frisch gepflückter Apfel: Regionale Produkte sind grundsätzlich besser als ausländische


Heidelberg - Beim Einkaufen ist der Weg zum Supermarkt für den Klimaschutz entscheidender als die Herkunft der Lebensmittel: Fahren Verbraucher auch für kleinere Einkäufe oft mit dem Auto, spielt die Herkunft aus der Region "nur noch eine untergeordnete Rolle", teilte das Institut für Energie- und Umweltforschung (IFEU) am Freitag in Heidelberg mit. Dennoch sei die Klimabilanz regionaler Produkte meist vorteilhafter.

Bei der Klimabilanz von Lebensmitteln sei der Verbraucher mit seinem täglichen Einkaufsverhalten die "wichtigste Einflussgröße", schrieb das Institut in einer Studie. Damit die Umweltvorteile regionaler Lebensmittel tatsächlich zum Tragen kämen, sollten Verbraucher deswegen verstärkt auf Großeinkäufe setzen, anstatt mit dem Auto häufiger für kleinere Besorgungen loszufahren.

Auch sei es von Vorteil, die Einkäufe auf Strecken einzuplanen, die ohnehin häufig zurückgelegt würden, oder die Einkäufe mit dem Fahrrad sowie zu Fuß zu erledigen, erklärte das IFEU.

Grundsätzlich schnitten regionale Lebensmittel mit ihrer Klimabilanz in aller Regel aber besser ab als überregionale Produkte oder gar Waren aus dem Ausland. Jedoch müssten Verbraucher neben der Frage, ob sie mit dem Auto zum Einkaufen fahren, weitere Faktoren beachten, damit die Klimavorteile regionaler Waren zum Tragen kämen.

Brot aus Backfabriken klimafreundlicher

So sei etwa bei Kopfsalat die Jahreszeit, in der er angebaut werde, der ausschlaggebende Klimafaktor. Regionaler Salat liege dann in der Klimabilanz vorn, wenn er im Frühjahr oder Sommer angebaut werde. Bei Äpfeln schneide regional vermarktetes Obst von Streuobstwiesen grundsätzlich besser ab als Früchte von überregionalen Plantagen. Insgesamt jedoch seien deutsche Äpfel - auch solche von der Plantage - für den Klimaschutz in jedem Fall besser als etwa Ware aus Neuseeland.

Auch Brot aus großen Backfabriken sei von seiner Klimabilanz her deutlich besser als Ware aus kleinen Bäckereien, weil die Industriebetriebe in aller Regel "deutlich energieeffizienter" arbeiteten. Jedoch erklärte das IFEU, dass für verantwortliche Kaufentscheidungen neben der reinen Energiebilanz "auch weitere Motive eine Rolle spielen wie zum Beispiel die bewusste Unterstützung eines regionalen Betriebs".

Das IFEU untersuchte im Auftrag der Universität Rostock insgesamt sechs Produkte auf ihre Klimaverträglichkeit. Neben Kopfsalat waren dies Äpfel, Brot, Rindfleisch, Bier und Milch. Dabei handelte es sich ausschließlich um Waren aus konventioneller Landwirtschaft, nicht aus Bio-Anbau.

böl/AFP



Forum - Was tun zum weltweiten Klimaschutz?
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Seite 1
lateral 18.09.2009
1.
Zitat von sysopFrankreichs Präsident Sarkozy verliert die Geduld: Er droht mit Strafzöllen in Europa, sollte beim Gipfel in Kopenhagen kein globales Klimaabkommen zustande kommen. Doch die Einführung von Energie-Importabgaben hätte verheerende Folgen, warnen Experten. Wie kann effektiver Klimaschutz weltweit erreicht werden?
Sich immer und immer nur eine einzige Frage zu stellen: "Cui bono?"
AndyH 18.09.2009
2.
Zitat von sysopFrankreichs Präsident Sarkozy verliert die Geduld: Er droht mit Strafzöllen in Europa, sollte beim Gipfel in Kopenhagen kein globales Klimaabkommen zustande kommen. Doch die Einführung von Energie-Importabgaben hätte verheerende Folgen, warnen Experten. Wie kann effektiver Klimaschutz weltweit erreicht werden?
Völliger Unfug. Garnicht. Klima ist ein Durchschnittwert von 30 Jahren Wetter. Das heisst Sarkozy müsste Wetter machen, aber das konnten weder die Hexen noch die Regentänzer. Es ist mir schon klar, dass die Staatshaushalte klamm sind und gegen die Konkurrenten gerne mal Zölle eigneführt werden sollten, aber das alles ist nur Unfug und nichts anderes als Protektionismus im Ökogewand.
e-ding 18.09.2009
3. ...
Zitat von sysopFrankreichs Präsident Sarkozy verliert die Geduld: Er droht mit Strafzöllen in Europa, sollte beim Gipfel in Kopenhagen kein globales Klimaabkommen zustande kommen. Doch die Einführung von Energie-Importabgaben hätte verheerende Folgen, warnen Experten. Wie kann effektiver Klimaschutz weltweit erreicht werden?
Der Zug ist abgefahren, es sei denn Sarkozy schafft es irgendwie, die Weltbevölkerung zu halbieren.
login37 18.09.2009
4.
Mal abgesehen davon, das ich überhaupt kein Fan von Zöllen bin, verstehe ich das Duckmäusertum gegenüber China nicht. Natürlich würde es einer Reihe von europäischen Unternehmen weh tun, wenn China als Gegenreaktion auch diverse Strafzölle einführt. Aber egal ob Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, andere europäische Länder oder auch die USA: Die haben alle seit Jahren ein gigantisches Außenhandelsdefizit mit China. Für China ist Deutschland der wesentlich wichtigere Exportmarkt als umgekehrt China für Deutschland. Für die anderen Länder gilt das genauso. Bei einem Handelskrieg hat China wesentlich mehr zu verlieren als Europa. Und insofern darf das Thema schon mit harten Bandagen ausgefochten werden. Der ständige Verweis auf Chinas Bedeutung als Absatzmarkt ist so nicht gerechtfertigt.
filou11 18.09.2009
5. Dummes Geschwätz
Das was Sarkorzy da fordert ist Unfug hoch 3! Dieser Mann hat im Gegensatz zu seinem Vorgänger von nichts eine Ahnung, davon aber eine ganze Menge. Da es nun modern ist von „Klimaveränderungen“ zu reden, glaubt dieser „Präsident“ er müsse auch seinen Senf dazu geben. Ich möchte dazu einmal in Erinnerung rufen, dass es die gleichen „Wissenschaftler“ sind, sofern diese noch leben, die jetzt von Klimakatastrophe und Erderwärmung faseln, noch vor 30 Jahren eine Eiszeit beschworen haben. Glaubt etwa der Herr der „Grand Nation“ im ernst, dass Länder wie China oder Indien ihn ernst nehmen? Wenn der glaubt, Europa sei noch immer der Mittelpunkt der Welt unter Führung Frankreich, so hat der die Zeichen der Zeit überhaupt nicht mitbekommen. Europas und auch Frankreichs Zeit ist schon lange, lange vorbei. Und das kann dem nur klar gemacht werden, wenn Indien und China sich nicht erpressen lassen. Und Frankreich hat diesen Ländern so wie so nichts zu bieten!
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