Lebensmittel Etikettenschwindel nimmt nur geringfügig ab

"Grüner Tee mit Zitrone", der mehr Apfel- als Zitronensaft enthält: Etikettentäuschung ist ein Dauerärgernis. Seit fünf Jahren sammeln Verbraucherschützer fragwürdige Produkte - und ziehen nun Bilanz.

Supermarkt-Regale
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Leckere Früchte auf der Packung, die im Produkt kaum enthalten sind, "traditionelle Rezeptur" mit Zusatzstoffen: Solche fragwürdigen Aufmachungen von Lebensmitteln kommen in Deutschland mittlerweile weniger vor. Rund jedes dritte Etikett, das Verbraucher reklamieren, werde geändert, teilte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mit.

Der vzbv hatte vor fünf Jahren das Portal www.lebensmittelklarheit.de gestartet. Seitdem meldeten Verbraucher rund 9000 Produkte. Die Experten sammeln unter der Rubrik "Getäuscht?" Produkte, bei denen sie "ein nachvollziehbares Täuschungspotenzial sehen", das der Anbieter zu verantworten hat.

Oft werde allerdings die Kritik ignoriert - 2014 etwa in 31 Prozent der Fälle, teilte der Verband mit. "Hersteller nutzen den gesetzlichen Spielraum zu oft für ihre Marketingzwecke aus - zulasten einer wahren und klaren Information", sagte vzbv-Vorstand Klaus Müller.

Den größten Aufreger für Verbraucher stellen den Angaben zufolge irreführende Zutatenversprechen dar. So sei auf dem Portal etwa ein "Grüner Tee mit Zitrone" gemeldet worden, der mehr Apfelsaft und Apfelsatzkonzentrat als Zitronensaft enthielt.

Der vzbv erneuerte seine Forderung, dass wichtige Informationen zu einem Produkt - etwa Name, "realistische Abbildungen" und die enthaltene Menge - stets auf der Vorderseite der Verpackung gezeigt werden. Die Darstellung der Zutaten müsse den tatsächlichen Inhalt widerspiegeln.

msc/dpa/AFP

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insgesamt 45 Beiträge
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C-Hochwald 13.07.2016
1. Wir Verbraucher haben es in der Hand,
dem ganzen entgegenzusteuern. Wir können die fragwürdigen und als "Fake" identifizierten Produkte im Regal stehen lassen. Wir können auch die Lust am Selbstkochen wieder entdecken. Konserven, Tütensuppen (z.B. Hühnersuppe ohne Huhn) und Fertiggerichte müssen nicht sein. Die vermeintliche Zeit- und Kostenersparnis hat sich z.B. bei Tests in der Sendung "Marktcheck - am 12.07.16, 20:15 in SWR3 TV), als Irrtum erwiesen. Mit etwas Übung wird einem das selbst gekochte auch besser schmecken, als die Industrieeinheitsrezepte.
frenchie3 13.07.2016
2. Korrekte Abbildungen sind geschäftsschädigend!!
Schon mal Cevapcici aus dem Fertiggericht gesehen? Wenn ich das auf einer Verpackung sehen würde würde ich denken es wäre ein Foto von einem benutzten Katzenklo. Vermutlich ist deswegen auch immer das kleine Sternchen da worunter steht "Serviervorschlag"
ichliebeeuchdochalle 13.07.2016
3. Aktuelles Beispiel
Aktuelles Beispiel: Fanta Erdbeer-Limonade. Gibt es einmal im Jahr im Sommer. Abgebildet ist eine Erdbeere. Daneben steht: Exotischer Erdbeergeschmack. Im Kleingedruckten heißt es auf einmal: "Erfrischungsgetränk mit Erdbeer- und Kiwigeschmack." Häh, geworben wird mit Erdbeere, wo kommt denn auf einmal die Kiwi her? Zutatenliste: Wasser, Zucker, Zitronensaft aus Zitronensaftkonzentrat, natürliches Kiwiaroma, mit anderen natürlichen Aromen, Pflanzenextrakte (Karotte, Distel), Säuerungsmittel Citronensäure Sie vermissen in der Zutatenliste was? Richtig. Irgendwas mit Erdbeere. Nicht mal Erdbeeraroma ist ausgewiesen. Erdbeere versteckt sich in "andere natürliche Aromen". Übrigens: Die Farbe der Zuckerpampe ist natürlich blutrot, nicht kiwigrün.
petra.blick 13.07.2016
4. Umfeld prägt.
Die Lebensmittelindustrie machts vor, die Politik lebt es vor, die Bürger machen es mit. Der Etikettenschwindel ist in dieser Gesellschaft all gegenwärtig. Beim Käse, der schwarzen Null, der Flüchtlingshilfe und den Waffenexporten, beim Diesel, im Sport, auf der Strasse wenn durch Banken finanzierte Wagen als vermeintliches Eigentum durch die Strassen fahren zu Häusern die nicht abgezahlt sind und vorgaukeln im gänzlichen Besitz des Käufers zu sein. Etwas vorgeben um anzugeben nicht aufzugeben. Authentisch bleibt scheinbar nur die Lüge.
wurzelbär 13.07.2016
5. Etikettenschwindel?
Real gesehen, als Tatsache - kann man diesen "Etikettenschwindel" als polisch legalisierten finanziellen Betrug an der Bevölkerung benennen! (Wie auch bei Politik und Banken!) Die Politik kümmert sich um alles per Gesetze, was ihrem finanziellen Volksabgreifen und Enteignen zuträglich ist. Beim "Ediketten Betrug" - vorsätzliche Täuschung des kaufenden Bürgers - sieht die Politik hinweg, da unterm Strich über die Steuer-, u. Zwangsabgaben - auch SIE wieder daran ihre Finanzen steigern können. Also Hand in Hand - in diesem demokratischen Staat der finanziellen Betrüger!
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