Onlinehandel Nur wenige Deutsche kaufen regelmäßig Lebensmittel im Internet

Der Onlinehandel mit Lebensmitteln ist in Deutschland nach SPIEGEL-Informationen alles andere als ein Boom-Geschäft. Am ehesten bestellen einer Studie zufolge noch Großstädter und Gutverdiener im Netz.

Lager von Amazon Fresh
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Lager von Amazon Fresh


Einmal und nie wieder. So denken offenbar viele Deutsche, wenn es um die Bestellung von Lebensmitteln im Internet geht. Einer Konsumentenstudie der Unternehmensberatung A.T. Kearney zufolge haben zwar 60 Prozent der Bundesbürger bereits Lebensmittel online geordert - doch nur 18 Prozent kaufen regelmäßig auf diese Weise ein.

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Heft 11/2019
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Der Onlinehandel mit Lebensmitteln entwickelt sich in Deutschland bislang schwach: Der Anteil am gesamten Lebensmittelmarkt ist 2018 auf 1,5 Prozent gestiegen, 2016 waren es 1,2 Prozent.

Den Einkauf im Netz wählen die meisten Kunden aus Komfortgründen. 72 Prozent schätzen die praktische Lieferung bis zur Haustür. Rund 50 Prozent nennen die Unabhängigkeit von Öffnungszeiten stationärer Supermärkte sowie Zeitersparnis zum Beispiel bei Routinekäufen als Argumente, ihren Einkaufskorb online zu füllen.

Offenbar bestellen hierzulande vor allem Kunden mit einem hohen Nettoeinkommen Pasta, Äpfel oder Babynahrung im Netz. Zu den Stammkunden von Rewe Online oder Amazon Fresh, den beiden bekanntesten Anbietern auf dem deutschen Markt, zählen in erster Linie Großstädter und Menschen mit Lebensmittel-Unverträglichkeiten. Letztere schätzen vor allem die größere Produktauswahl für eine beispielsweise laktosefreie oder vegane Ernährung.

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insgesamt 46 Beiträge
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Seite 1
dasfred 09.03.2019
1. Abgesehen vom Preis
Sinnvoll erscheint mir die Lieferung zuerst bei Menschen, die Bewegungseinschränkung haben und nicht so leicht rauskommen, sowie bei hoher Arbeitsbelastung im Beruf und Haushalt. Einkaufen kann ich hier im Supermarkt von 7.00 Uhr bis 23.00 Uhr. Da kann ich über mangelnde Öffnungszeiten nicht klagen. Außerdem habe ich die Möglichkeit, neben meinem Einkaufszettel, mich noch durch das Angebot inspirieren zu lassen. So wird es wohl den meisten Leuten gehen. Wir haben sowieso zu wenig Bewegung, da tut jeder Gang vor die Tür dem Körper was gutes.
touri 09.03.2019
2.
Teilweise bestelle ich auch Lebensmittel Online, aber eher Sachen die ich im normalen Handel schwer bis gar nicht bekomme. Aber gerade bei verderblichen Lebensmitteln ist es mir doch sicherer selbst im Laden einzukaufen.
Lankoron 09.03.2019
3. Die mangelnde Nutzung
könnte aber einfach auch an der mangelnden Verfügbarkeit liegen. Wenn man nicht per Paket und mit einem Haufen zu entsorgendem Müll bestellen will, funktioniert das leider nur noch in Grossstädten. Selbst die DHL hat ihren Lieferservice an einen Logistikunternehmer verkauft, der nur noch mit Paketen sendet. Diese Untersuchung ist also genau wie eine Breitbanduntersuchung, die behauptet, vorrangig die Grossstädter würden 100+ Mbits nutzen...was daran liegt, dass solche Geschwindigkeiten auf dem land oftmals gar nicht verfügbar sind.
caty24 09.03.2019
4. Es sind weniger
A.T. Kearney behauptet 60 Prozent der Bundesbürger hätten bereits Lebensmittel online geordert. Diese Aussage kann man stark anzweifeln.Kenne keinen einzigen im meinem Bekanntenkreis.
frenchie3 09.03.2019
5. Das ist schon beim "drive" halbgar
Kollegen bestellen bei Carrefour + Co online um es später abzuholen. Mal fehlt was, schlaffes Gemüse, Fleisch, Milchprodukte noch einen Tag "gültig". Und da kann man zumindest theoretisch davon ausgehen daß die Kühlkette gewahrt blieb, bei Transport per Paketdienst? Das KO-Kriterium für mich ist beim Versandhandel die Lieferung. Wenn ich den halben Tag nicht aus dem Haus kann, ich zur Paketstelle muß kann ich auch einkaufen gehen, außer man hat diese Phobie vor dem rausgehen. Wie schon ein Vorposter sagte, da kann man sich auch inspirieren lassen.
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