EU-Gutachter gegen Louboutin-Schuhe Rote Kultsohle kann nicht als Marke geschützt werden

Rote Schuhsohlen sind die Handschrift von Stardesigner Christian Louboutin - doch darf er sie auch juristisch schützen? Am Europäischen Gerichtshof zeichnet sich eine Entscheidung ab, von der Schuhdiscounter Deichmann profitieren könnte.

Louboutin-Schuh
AFP

Louboutin-Schuh


Rote Schuhsohlen, mit diesem Kniff hat es der französische Designer Christian Louboutin zu weltweitem Erfolg gebracht. Sein Konzept: rote Farbe (Farb-Code: Pantone 18 1663TP) plus Positionierung auf der Unterseite hochhackiger Damenschuhe ließ er sich in Belgien, den Niederlanden und in Luxemburg schützen.

Als die niederländische Deichmann-Tochter Van Haren Schoenen ebenfalls Schuhe mit roter Sohle auf den Markt brachte, kam es zum Rechtsstreit. Louboutin klagte - doch der Europäische Gerichtshof macht ihm nun wenig Hoffnung.

Nach Ansicht eines EU-Gutachters fallen die roten Sohlen möglicherweise nicht unter den Schutz des Markenrechts der Europäischen Union. Der Markenschutz könne gegebenenfalls verweigert werden, wenn Farbe und Form dem Produkt den wesentlichen Wert verliehen, teilte der Generalanwalt am Europäischen Gerichtshof (EuGH), Maciej Szpunar (Rechtssache C-163/16) mit.

Ein Interview mit Louboutin finden Sie hier: Schuhe sind wie Röntgenbilder

Die Einschätzung des Gutachters ist für die Richter des EuGH nicht bindend, in der Mehrzahl der Fälle folgen die Richter ihr aber. Ein Urteil dürfte in einigen Monaten fallen. Nach der Vorabentscheidung der Luxemburger Richter steht auch noch die Beurteilung des nationalen Gerichts in den Niederlanden an.

beb/apr/dpa



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