Umfrage Deutsche gegen Senkung der Krankenkassenbeiträge

Die Mehrheit der Bundesbürger ist trotz der Milliardenüberschüsse im Gesundheitssystem offenbar gegen eine Entlastung der Versicherten. Einer Umfrage zufolge wollen 53 Prozent der Befragten die Rekordreserven von fast zwanzig Milliarden Euro bei den Krankenkassen belassen.


Hamburg - Die Deutschen wünschen sich offenbar weniger eine Entlastung ihrer eigenen Finanzen, als ein stabiles Gesundheitssystem: In einer Forsa-Umfrage des Magazins "Stern" sprach sich die Mehrheit von 53 Prozent der Befragten dafür aus, die Milliardenüberschüsse bei den Krankenkassen zu lassen. 43 Prozent waren dafür, die Versicherten zu entlasten. Forsa befragte 1002 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger am 8. und 9. März 2012.

Die Kassen haben eine Rekordreserve von fast zwanzig Milliarden Euro angehäuft. Die Linke und Teile der FDP haben vorgeschlagen, Versicherte zu entlasten, entweder durch eine minimale Senkung der Kassenbeiträge oder durch die Abschaffung der Praxisgebühr.

Allerdings sprach sich in der Forsa-Umfrage auch eine Mehrheit gegen die Abschaffung der Praxisgebühr aus, wie es FDP und die Opposition im Bundestag fordern. Unter den Anhängern von Union und SPD waren es je 57 Prozent, bei den Grünen-Wählern sogar 60 Prozent. Am höchsten fiel die Ablehnung dieses Vorschlags mit 68 Prozent bei den Anhängern der Piraten aus. Aber auch 52 Prozent der Linken-Wähler sind gegen den Vorschlag.

nck/dapd/dpa

insgesamt 23 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Audioslave 14.03.2012
1. Wer´s glaubt
Zitat von sysopDPADie Mehrheit der Bundesbürger ist trotz der Milliardenüberschüsse im Gesundheitssystem offenbar gegen eine Entlastung der Versicherten. Einer Umfrage zufolge wollen 53 Prozent der Befragten die Rekordreserven von fast zwanzig Milliarden Euro bei den Krankenkassen belassen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,821246,00.html
Bei einem Überschuss von fast zwanzig Milliarden sprechen sich 53% gegen eine Entlastung UND gegen die Abschaffung der Praxisgebühr aus? Wer´s glaubt! Mich würde mal interessieren, wer die Befragten ausgewählt hat. Es ist sicher niemand von den 23% darunter, die unter oder nahe dem Existenzminimum für ihre Arbeit entlohnt werden. Was man von solchen Umfragen halten kann, ist klar: Nichts! Was will uns SPON da weiß machen?
Prato 14.03.2012
2. Praxisgebühr
Zitat von AudioslaveBei einem Überschuss von fast zwanzig Milliarden sprechen sich 53% gegen eine Entlastung UND gegen die Abschaffung der Praxisgebühr aus? Wer´s glaubt! Mich würde mal interessieren, wer die Befragten ausgewählt hat. Es ist sicher niemand von den 23% darunter, die unter oder nahe dem Existenzminimum für ihre Arbeit entlohnt werden. Was man von solchen Umfragen halten kann, ist klar: Nichts! Was will uns SPON da weiß machen?
Wenn man den Umfragen Glauben schenken soll, keimt in einem der Verdacht, hier unterhalten sich Blinde über farbige Blumen. Tatsache ist, die Praxisgebühr war vom ersten Tag der Einführung an eine Todgeburt. Von irgendwelchen Lenkungseffekten keine Spur. Im Gegenteil. Arztpraxen und deren Personal werden zum Geldeintreiben für Krankenkassen verurteilt. Da die Gebühr 1:1 weitergeleitet werden muss, stellt dies für jede Praxis einen erheblichen bürokratischen Mehraufwand dar, der übrigens von keiner Seite vergütet wird. Im Gegenteil, mit diesem Schwachsinn wird genau die Arbeitszeit sinnlos vergeudet, die normalerweise dem Patienten zustehen soll. Von daher habe ich erhebliche Zweifel am Wahrheitsgehalt dieser Umfrage.
wiesensohle 14.03.2012
3.
Also, wenn der Trend anhält, wäre es auch nicht schlecht, das Leistungsspektrum wieder zu erhöhen. Ein (höherer) Zuschuss bei Brille oder Zahnersatz würde die unteren Einkommen schließlich auch entlasten. Auf das eine Promille Entlastung kann ich jedenfalls verzichten, selbst bei einem schlechten Verdienst wären das nur ein oder zwei Euro im Monat. Und, auch wenn sich zwanzig Milliarden nach viel Geld anhören: Wenn ich es richtig mitbekommen habe, ist das gerade mal eine Reserve von acht Wochen.
huw00 14.03.2012
4. Überraschung..
Ich bin z.B. gegen eine Senkung der Krankenkassenbeiträge und für eine deutliche Erhöhung der Praxisgebühr... Aber dass die Mehrheit genauso denkt, wundert mich... Ich sollte meine Position nochmals überdenken...
onecomment 14.03.2012
5. ..
Zitat von AudioslaveBei einem Überschuss von fast zwanzig Milliarden sprechen sich 53% gegen eine Entlastung UND gegen die Abschaffung der Praxisgebühr aus? Wer´s glaubt! Mich würde mal interessieren, wer die Befragten ausgewählt hat. Es ist sicher niemand von den 23% darunter, die unter oder nahe dem Existenzminimum für ihre Arbeit entlohnt werden. Was man von solchen Umfragen halten kann, ist klar: Nichts! Was will uns SPON da weiß machen?
Ich bin einer von den 53% Pozent. Ohne jetzt großkotzig zu wirken, aber die 20 Mrd sind Peanuts. Würden die Krankenkassen ohne Bundeszuschuss auskommen und 20 Mrd Überschuss erwirtschaften, würde ich auch dafür plädieren dieses Geld entweder für mehr Leistungen bereit zustellen oder an die Mitglieder auszuzahlen. Von mir auch kann auch die Praxisgebühr abgeschafft werden. 10 Euro haben sowieso keinen Lenkungseffekt. Das Geld sollte, wenn möglich für schlechtere Zeiten zurückgelegt werden, damit es nicht gleich zu Beitragserhöhungen kommt, wenn die Wirtschaft schwächelt.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.