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Mietpreisbremse: Was Mieter und Eigentümer jetzt wissen müssen

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Altbauwohnung in München: Mieter könnten 280 Millionen Euro sparen Zur Großansicht
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Altbauwohnung in München: Mieter könnten 280 Millionen Euro sparen

Mieter schützen, den Mietenanstieg begrenzen, Abzocke durch Makler stoppen: Justiz- und Verbraucherminister Heiko Maas hat einen ambitionierten Gesetzentwurf vorgelegt. Wie genau funktioniert seine Mietpreisbremse? Die Pläne im Überblick.

Hamburg - Die Mietpreisbremse ist populär, vor allem in Großstädten wie München, Hamburg oder Stuttgart. Dort können Durchschnittsverdiener die Wohnungen zumindest in den besseren Stadtteilen kaum noch bezahlen. Peer Steinbrück setzte das Thema im Bundestagswahlkampf, die Union sprang auf, am Ende wurde die Mietpreisbremse in den Koalitionsvertrag aufgenommen.

Jetzt ist der Gesetzentwurf fertig. Hier ist die Übersicht der geplanten Neuregelungen.

Wie stark werden Mieterhöhungen begrenzt?

Bisher dürfen Wohnungsbesitzer bei Neuvermietungen den Preis selbst festlegen. In begehrten Lagen und Ballungszentren führt das derzeit zu extremen Preissprüngen, die mit dem neuen Gesetz begrenzt werden sollen. Künftig dürfen Vermieter bei Neuvermietungen höchstens zehn Prozent mehr als die ortsübliche Vergleichsmiete verlangen. Dadurch sollen Mieter laut Begründung des Gesetzentwurfs mehr als 280 Millionen Euro jährlich sparen.

Was ist die "ortsübliche Vergleichsmiete"?

Die durchschnittliche Miete wird in den meisten Fällen durch einen Mietspiegel ermittelt. Das Problem: Die Qualität dieses Zahlenwerks schwankt von Stadt zu Stadt und sorgt immer wieder für Streit. Dem Bundesbauministerium zufolge sollen zur Erhebung des Mietspiegels nur Wohnungen berücksichtigt werden, deren Miete in den vergangenen vier Jahren geändert wurde - mit der Folge, dass vor allem teure Wohnungen erfasst werden und das Zahlenwerk verzerren. In der Begründung des Gesetzentwurfs heißt es dazu nur: "Die Erstellung von Mietspiegeln wird künftig eine größere rechtliche und wirtschaftliche Bedeutung erhalten."

Wird die Mietpreisbremse überall gelten?

Nein, die Begrenzung soll nicht im gesamten Bundesgebiet eingeführt werden, sondern nur in "angespannten Wohnungsmärkten". Der Grund: Durchschnittlich sind die Mieten in Deutschland im vergangenen Jahr weniger stark gestiegen als die Inflationsrate. Das Gesetz ermächtigt die Regierungen der Bundesländer, Gebiete auszuweisen, in denen die Mietpreisbremse gelten soll. Der Begründung des Gesetzentwurfs zufolge werden gut vier Millionen der insgesamt gut 21 Millionen Mietwohnungen in solchen angespannten Wohnungsmärkten liegen.

Welche Ausnahmen soll es geben?

Erstvermietungen von Neubauten sind von der Mietpreisbremse ausgenommen. So soll Investoren die Sorge genommen werden, dass es sich nicht lohne, neue Wohnungen zu bauen. Auch nach einer umfassenden Modernisierung dürfen Wohnungsbesitzer die Miete erhöhen - nach den Regeln, die jetzt schon gelten. Auch in einem weiteren Punkt ist Maas den Vermietern entgegengekommen: Eigentümer dürfen immer mindestens den Preis verlangen, den die Vormieter gezahlt haben, auch wenn der mehr als zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt.

Was ändert sich für bestehende Mietverträge?

Nichts, denn Mietverhältnisse sind bereits gut geschützt. So dürfen Bestandsmieten nicht willkürlich, sondern maximal bis auf die ortsübliche Vergleichsmiete angehoben werden, und auch nur dann, wenn die Miete vorher 15 Monate lang nicht verändert wurde. Die Mietpreisbremse dürfte aber auch den Anstieg der Vergleichsmieten dämpfen, was sich auf den gesamten Wohnungsmarkt auswirken würde.

Gibt es eine Neuregelung der Maklerprovisionen?

Ja. Laut Gesetzentwurf dürfen Makler von Wohnungssuchenden gar keine Courtage mehr verlangen. Einzige Ausnahme: Mietinteressenten haben den Vermittlern "in Textform (z. B. E-Mail) einen Suchauftrag erteilt". Um Mauscheleien zu verhindern, gilt zudem, dass der Makler nur bezahlt wird, wenn er "ausschließlich wegen dieses Suchauftrages diejenige Wohnung beschafft, über die der Mietvertrag schließlich zustande kommt". Bei Verstößen sollen die Vermittler künftig Bußgelder zahlen müssen. Dem Ministerium zufolge sparen Mieter durch die Neuregelung mehr als 570 Millionen Euro jährlich.

Wann tritt das Gesetz in Kraft?

Das Justizministerium hat den Gesetzentwurf zur Abstimmung in die anderen Ministerien versandt, die nun bis Ende April Zeit haben, ihre Änderungswünsche durchzugeben. Da der Entwurf einige Regelungen enthält, die der Union nicht gefallen, und auch Makler und die Immobilien-Lobby nicht erfreut sein dürften, wird das Kabinett über das Vorhaben wohl erst im Sommer entscheiden. In Kraft treten soll das Gesetz dann im Laufe des Jahres 2015.

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insgesamt 88 Beiträge
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1. unglaublich
Nonvaio01 20.03.2014
Zitat von sysopDPAMieter schützen, den Mietenanstieg begrenzen, Abzocke durch Makler stoppen: Justiz- und Verbraucherminister Heiko Maas hat einen ambitionierten Gesetzentwurf vorgelegt. Wie genau funktioniert seine Mietpreisbremse? Die Pläne im Überblick. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/mietpreisbremse-auswirkungen-fuer-makler-mieter-eigentuemer-a-959803.html
das man in Deutschland den Mieter mit den Makler gebueheren haemmert. In anderen Laendern muss das der Vermieter machen, denn der will seine WHG ja vermietet haben.
2. Maklerkosten
schmidts-katze 20.03.2014
In Bezug auf Makler würde es völlig ausreichen, dass derjenige den Makler bezahlen muss, der ihn beauftragt hat. Den Rest würde ANgebot und Nachfrage regeln. Ist aber vermutlich zu einfach. Machen wir lieber eine 40seitige EU-Richtline, die sich alle 6 Monate ändert.
3.
seeman84 20.03.2014
auch wenn es für mich als mieter nachvollziehbar ist finde ich es nicht gut. jeder Eigentümer sollte seine immobilie vermieten können wie er es möchte. wir leben nicht in der ddr wo der staat al, es diktiert sondern es gilt freie wirtschaft. ich kann doch das gourmet Restaurant auch nicht mit gesetzen dazu zwingen wie es sein essen verkaufen muss nur weil in der Straße noch ein McDonald's ist...
4. Makler beauftragen....
stefan_koerner 20.03.2014
Ein Makler vermittelt doch einen Vertrag zwischen zwei Parteien, wie soll das funktionieren, wenn die Eigentümer keinen Auftrag erteilen, also dem Makler überhaupt Wohnungen zum vermakeln zur Verfügung stellen? Letztlich muss ein Makler doch von beiden Parteien beauftragt sein, damit das funktioniert. Oder?
5. Einerseits und andererseit
curlybracket 20.03.2014
Gebühren für Makler begrenzen? Eine gute Idee. Hier wird aber wieder mit dem Vorschlaghammer gearbeitet. Die Mietpreisbremse ist auch völlig daneben, zumal es für Wohnungseigentümer es nun noch weniger Grund gibt sich um die Sanierung einer Wohnung zu kümmern. Warum auch, wenn die Miete die Kosten nicht wieder herausholt. Schwachsinn hoch drei. Hoffentlich wird das noch gekippt.
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Kleine Typologie der Makler
Kleine Typologie der Makler
Jeder Großstädter kennt zahlreiche Geschichten über abenteuerliche Wohnungsvermittlungen. Makler spielen dabei fast immer eine Rolle. Eine vollkommen unrepräsentative Umfrage in der Redaktion von SPIEGEL ONLINE hat ein paar dieser Geschichten ans Tageslicht gebracht - subjektive, selbst erlebte Einzelfälle allesamt.
Der Abwesende
Wir wussten über Freunde von einer leerstehenden Wohnung. Wir riefen den Makler an, der uns sagte: "Sie können sich die Wohnung jederzeit ansehen - da sind derzeit Handwerker drin." Das taten wir und teilten dem Makler mit, dass wir die Wohnung gerne nehmen würden. Zwei Tage später durften wir den Vertrag unterzeichnen - die beiden Gläser Mineralwasser im Maklerbüro kosteten uns sozusagen zwei Monatsmieten. Plus Mehrwertsteuer.
Der Marktwirtschaftler
Eine Freundin hatte ihre Wohnung gekündigt, ich habe mich bei dem Vermieter gemeldet und Interesse bekundet. Er war einverstanden, hatte aber bereits einen Makler eingeschaltet. Es folgte ein Treffen mit dem Makler in der Wohnung, wozu er ein kurzes Exposé mitbrachte - das war alles. Ich bekam die Wohnung - und eine Rechnung in Höhe von rund 1200 Euro. Auf die Bitte, mit dem Preis herunterzugehen, da er schließlich keine Arbeit mit der Wohnung gehabt hätte, antwortete der Makler: "Aber ich kann Ihnen doch kein Geld schenken. Es gibt noch viele Andere da draußen, die diese Wohnung gern hätten."
Die Sippe
Wir mussten vor dem Einzug unterschreiben, dass wir wissen, dass die Maklerin die Ehefrau des Hausbesitzers ist. Was wir später herausgefunden haben: Vater und Sohn haben den Immobilienbesitz gemanagt, Mutter und Tochter makelten - so bleibt das Geld garantiert in der Familie. Gezahlt haben wir natürlich trotzdem.
Die Satten
Vor vielen Jahren hatte ich auf der Suche nach einer Mietwohnung notgedrungen die Hilfe eines Maklers gesucht. Als ich mich vor kurzem wieder auf die Wohnungssuche machte, habe ich 14 Makler durchtelefoniert - keiner von denen führte überhaupt noch Wohnungsrecherchen durch. Die lachten nur über meine Nachfrage: "Recherche? Nee, das machen wir schon lange nicht mehr. Das sind ja viel zu viele, die suchen."
Die Konkurrenten
Nicht nur die Makler sind zuweilen ärgerlich, sondern auch jene Interessenten, die dem Makler einen Wink mit dem Zaunpfahl geben, um zu zeigen, wie solvent sie sind. Beispiel: Bei einer Besichtigung sagte ein Interessent zum Makler: "Ach, und sagen sie mal: Die Miete bezahlt man hier wirklich monatlich? Also, ich könnte ihnen auch gerne gleich das Geld für das ganze Jahr geben!"
Die Kreative
Ich habe mich damals riesig gefreut, als ich meine Wohnung ohne Makler gefunden hatte. Dann wollte allerdings die Hausverwalterin auf einmal eine dubiose "Vertragsausfertigungsgebühr" von 200 Euro. Das ist zwar gesetzlich nicht zulässig, wird aber trotzdem gemacht - und vermutlich immer gezahlt.
Die Steuersparerin
Meine Maklerin hat mir beim Einzug angeboten, ihr statt der regulären Maklercourtage von 1400 Euro nur 1000 Euro zu geben - schwarz und unter der Hand. Sie sparte damit die Steuer, ich 400 Euro. Ich konnte damals jeden Euro gut gebrauchen und habe das Angebot angenommen.

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