Wegen Produktionsplus Aldi senkt den Milchpreis

Der Discounter Aldi Süd drückt ab Donnerstag die Milchpreise, weitere Supermärkte dürften folgen. Was die Verbraucher freut, wird für die Bauern zum Problem.

Aldi-Supermarkt
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In den Supermarktregalen zeichnet sich ein deutlicher Preisrückgang bei der Milch ab. Der Discounter Aldi Süd kündigte auf Nachfrage an, seine Preise für den Liter frische Vollmilch in der untersten Klasse ab Donnerstag um 9 auf 69 Cent zu senken. Ein Liter fettarme Milch der Eigenmarke soll dann statt 68 nur noch 61 Cent kosten. Das entspricht einem Rückgang von 11,5 Prozent bei Vollmilch und 10,3 Prozent bei fettarmer Milch.

Grund für den starken Rückgang beim Preis für Trinkmilch sei vor allem die zuletzt wieder gestiegene Milchmenge, so Björn Börgermann vom Milchindustrieverband. Weltweit gebe es allerdings große Unterschiede. Während die Milchmenge in Irland und Neuseeland jüngst unter dem Vorjahresniveau blieb, steigerten die USA als weiterer wichtiger Partner auf den internationalen Märkten die Produktion deutlich.

Der Sprecher des Deutschen Milchviehverbands, Hans Foldenauer, sieht die Entwicklung kritisch: "Es ist zu viel Milchmenge in dem Bereich da, und die Molkereien haben sich bei den Verhandlungen mit dem Handel wieder gegenseitig unterboten. In der Summe sind es wir Milchbauern, die dafür die Zeche zahlen." Zu einer klaren Verbesserung der Auszahlung der Molkereien an die Milchbauern werde es nicht kommen.

Der Butterpreis zieht an

Der 1. Mai ist der Stichtag für neue Halbjahres-Lieferverträge zwischen Molkereien und Handelskonzernen für Trinkmilch sowie für eine Reihe von Milchprodukten in unteren Preislagen. Andere Supermarktketten äußerten sich zunächst nicht zu möglichen Änderungen. Die von Aldi festgelegten Milchpreise gelten in der Regel aber als Orientierungswert, so dass viele bald nachziehen dürften.

Im Gegensatz zu Milch wird Butter für die Kunden ab Donnerstag wieder teurer. Aldi Süd plant, den Preis für das 250-Gramm-Stück um 20 Cent auf 1,79 Euro zu erhöhen. Das bedeutet einen Anstieg um rund 12,6 Prozent.

Für den hohen Butterpreis sorgte Experten zufolge vor allem die starke Nachfrage nach Fett. "Der Fettgehalt in der Rohmilch ist Anfang des Jahres niedriger gewesen", so Verbands-Vertreter Börgermann. Gleichzeitig sei viel davon für die Herstellung von fetthaltigerem Käse benötigt worden, "weil man da eine bessere Verwertung hatte". Hinzu komme die beginnende Spargelsaison, in der viel Butter gegessen werde.

Die Butterpreise waren Ende des vergangenen Jahres zeitweise auf den höchsten Stand seit Jahrzehnten gestiegen. Noch im September kostete das 250-Gramm-Paket im Preiseinstiegs-Bereich 1,99 Euro. Inzwischen haben sich Preis und Nachfrage wieder normalisiert.

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