Milliardengeschäft Nestlé investiert in Pharma-Lebensmittel

Der Schweizer Konzern Nestlé setzt auf Nahrungsmittel, die vor Krankheiten schützen sollen - zum Beispiel vor Fettleibigkeit oder Alzheimer. Für den Bereich der Gesundheitsernährung hat die Firma nun eine eigene Tochtergesellschaft gegründet.

Nestlé-Zentrale im schweizerischen Vevey: Kampf gegen Fettleibigkeit und Diabetes
DPA

Nestlé-Zentrale im schweizerischen Vevey: Kampf gegen Fettleibigkeit und Diabetes


Zürich - Nestlé will künftig massiv in neue Lebensmittel zur Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten investieren. Der Schweizer Konzern teilte am Montag mit, Nestlé wolle Pionier einer "neuen Industrie zwischen Nahrung und Pharma" werden. Entwickelt werden sollen spezielle Nahrungsmittel, die vor Krankheiten wie Fettleibigkeit, Diabetes, Herz-Kreislauf-Beschwerden oder Alzheimer schützen.

Nestlé hat dafür eine neue Tochtergesellschaft namens Nestlé Health Science gegründet. Dort sollen die bisherigen Aktivitäten auf diesem Feld gebündelt werden, mit denen der Konzern rund 1,2 Milliarden Euro pro Jahr umsetzt. Bei der Gesundheitsernährung geht es um Lebensmittel, die oft Medikamenten sehr ähnlich sind: So produziert Nestlé bereits Spezialgetränke mit extrem vielen Kalorien oder Trinknahrung für Menschen mit Verdauungsstörungen.

Außerdem will der Konzern im kommenden Jahrzehnt hunderte Millionen Euro in den Aufbau eines Forschungszentrums für Gesundheitsernährung stecken. Dieses soll an der Eidgenössischen Technischen Hochschule im schweizerischen Lausanne angesiedelt werden. Dort gewonnene Erkenntnisse über das Altern, den Einfluss der Gene oder der Umwelt sollten in Ernährungsstrategien umgewandelt werden, die "gute Gesundheit und langes Leben" förderten, hieß es von Nestlé.

Konzernchef Paul Bulcke sagte, die heutigen Gesundheitssysteme, die vor allem auf die Pflege von Krankheiten abzielten, seien wegen der Alterung der Gesellschaft und leerer Staatskassen "nicht tragfähig und deshalb verbesserungsbedürftig". Mit der Erforschung der Gesundheitsnahrung sollten effiziente und kostengünstige Wege gefunden werden, um den "akuten und chronischen Krankheiten des 21. Jahrhunderts vorzubeugen und sie zu behandeln".

Kritiker wie der Foodwatch-Chef Thilo Bode werfen den Nahrungsmittelherstellern allerdings vor, mit neuen, nur scheinbar besseren Produkten Profite machen zu wollen. Tatsächlich enthielten diese nur immer mehr Zusatzstoffe und seien für den Konsumenten keineswegs gesünder als herkömmliche Lebensmittel.

cte

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insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
freqnasty, 27.09.2010
1. ...
das ist dann wohl da nestle'sche perpetuum mobile. erst die leute mit dem normalen, unausgewogenen standardfraß krank machen, und dann die zugehörigen heilemach-lebensmittel anbieten :-)
Baracke Osama, 27.09.2010
2. --
Zitat von sysopDer Schweizer Nahrungsmittelriese Nestlé setzt auf Nahrungsmittel, die vor Krankheiten schützen sollen - zum Beispiel vor Fettleibigkeit oder Alzheimer. Für den Bereich der Gesundheitsernährung hat der Konzern nun eine eigene Tochtergesellschaft gegründet. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,719829,00.html
Das ist toll. Die Verflechtung von Pharma- und Nahrungsmafia hat uns noch gefehlt. Natürlich werden jetzt prima Anti-Kopfschmerz-Joghurts und Anti-Rückenschmerz-Margarinen entwickelt und mit Hilfe von PR-Verblödungsfilmen (Werbung) an die "Bedürftigen" gebracht.
brot_ohne_spiele 27.09.2010
3. :)
Zitat von freqnastydas ist dann wohl da nestle'sche perpetuum mobile. erst die leute mit dem normalen, unausgewogenen standardfraß krank machen, und dann die zugehörigen heilemach-lebensmittel anbieten :-)
Ja, was mir beim Lesen des Artikels als allererstes in den Sinn kam ist, dass bei aller Art von kritischen oder ungewöhnlichen Geistern die gegen den Strom schwimmen (Vom Verschwörungstheoretiker, Vegan-Öko, Systemgegner,Egozentriker bis hin zum Esoteriker)gern argumentiert wird diese Leute würden sich mit ihren kruden Ideen in Buch- oder DVD Form nur die Taschen füllen wollen um Ahnungslose abzuzocken. Während unsere lieben Freunde von Multinationalen Konzernfront via künstlich geschaffener Bedürfnisse und daraus resultierender künstlicher Probleme künstliche Produkte zur Lösung und Befiedigung ebendieser "Problembedürfnisse" in immer neuen, lächerlichen und sinnlosen Produktpaletten vor die Säue werfen.Die wiederum halten Tand tatsächlich für Perlen(das jedenfalls sagen I-Pod, My-Pod, You-Pod, Handyklingelton und Werbespots während der "täglich Soap gib' uns heute").Dafür bückt man sich gern und schmeisst nebenbei noch gutgestylt und gutgelaunt die Kohle zum Fenster raus um am nächsten Morgen vergrätzt und ernüchtert wieder zur Arbeit zu fahren,das Konto zu füllen um sich NOCH MEHR davon zu holen. (In irgendeinem von all den bunten Überraschungseiern MUSS doch mal was Vernünftiges drinstecken ?) DAS ist die Wa(h)re Innovation der heutigen "Leistungsträger" die die Welt voran bringen. (u.- natürlich- keine Abzocke).
sappelkopp 27.09.2010
4. Toll
...erst machen Sie uns krank, dann liefern Sie uns die passenden Pharma-Foods. Wie krank ist das denn?
montaxx 27.09.2010
5. wieder mal....
wie vor tagen die angeblichen "megatrends",so ist auch diese meldung nichts neues.vor jahren schon konnte man lesen,dass nestlé lebensmittel produzieren möchte,die gegen allerlei zipperlein gut sein sollen.....ach ja,vielleicht liegt´s daran,dass wir bald weihnachten haben: alle jahre wieder....
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