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Millionenverlust für Anleger Deutsche Fahnder decken Schneeballsystem auf

Sie sollen 4000 Kunden um rund hundert Millionen Euro geprellt haben: Ermittler haben bei einer internationalen Großrazzia drei mutmaßliche deutsche Anlagebetrüger verhaftet. Verbraucherschützer hatten bereits vor deren Machenschaften gewarnt.

Düsseldorf - Fahnder haben offenbar einen großen Fall von Anlagebetrug aufgedeckt. Etwa 4000 Anleger seien mit Anteilen an der New Yorker Firma Business Capital Investors (BCI) um rund hundert Millionen Euro geprellt worden, teilte die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft mit. Mehr als 120 Ermittler rückten in Deutschland, der Schweiz, Litauen, Spanien und Kanada zu Razzien aus.

Drei Deutsche im Alter von 50, 64 und 66 Jahren wurden verhaftet, gegen sie lagen bereits Haftbefehle vor. Die Verdächtigen seien in Oldenburg, im Raum Köln und im Ausland aufgespürt worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Ermittlungen seien auch durch Hinweise von Schweizer Fahndern angestoßen worden.

Die mutmaßlichen Betrüger werden verdächtigt, Anleger zu Investitionen in ein dubioses Schneeballsystem verleitet zu haben. Deutschen, die auf der Suche nach attraktiven Geldanlagemöglichkeiten waren, sollen sie "in betrügerischer Absicht" Beteiligungen an der Firma BCI verkauft haben. Den Anlegern wurde dabei eine verlockende Rendite in Höhe von 15,5 Prozent in Aussicht gestellt. In Wirklichkeit dürfte ein beträchtlicher Teil der Anlagen von etwa hundert Millionen Euro nach Einschätzung der Ermittler verloren sein.

Laut Staatsanwaltschaft gibt es Anhaltspunkte dafür, dass die Renditen gar nicht erwirtschaftet wurden, sondern dass die Erträge in einer Art Schneeballsystem aus den Geldeinzahlungen neuer Anleger finanziert worden seien. "Wir haben bis jetzt keine renditeträchtige Geschäftstätigkeit dieses Unternehmens feststellen können", sagte Oberstaatsanwalt Ralf Möllmann. "Wir gehen davon aus, dass wesentliche Teile des angelegten Geldes nicht mehr vorhanden sind."

Verbraucherschützer führten BCI auf einer Warnliste

Die Stiftung Warentest hatte schon 2005 vor BCI gewarnt und das Unternehmen auf seiner Warnliste geführt. Damals hatte die Finanzaufsicht BaFin einem Finanzberater das Verkaufen von BCI-Beteiligungen untersagt. Einem Aachener Rechtsanwalt wurde verboten, Anlegergeld für die BCI als Treuhänder anzunehmen.

Viele Betrugsopfer seien den Ermittlern wohl noch gar nicht bekannt, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Sie bat Anleger, die eine Beteiligung an BCI erworben haben und bisher nicht von den Ermittlern angeschrieben wurden, sich an eine eigens eingerichtete Hotline des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen (0211/939-1564) zu wenden. Betroffene hätten so auch die Möglichkeit, Anzeige zu erstatten.

Erst im Sommer wurde der Hedgefonds-Manager Helmut Kiener in einem der größten Fälle von Anlagebetrug in Deutschland zu einer Haftstrafe von zehn Jahren und acht Monaten verurteilt. Er hatte unrealistische Renditen versprochen und mit einem Schneeballsystem mehr als 5000 Kleinanleger und zwei Banken um insgesamt mehr als 300 Millionen Euro geprellt.

mmq/dpa/dapd

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insgesamt 36 Beiträge
Europa! 29.11.2011
Wie kann man sein Geld irgendwelchen dubiosen "Fonds" anvertrauen, wenn es doch so einfach ist, sein Geld anzulegen: Man guckt sich den DAX oder EuroStoxx an, sucht sich Akien mit niedrigem Kurs-Gewinn-Verhältnis und [...]
Wie kann man sein Geld irgendwelchen dubiosen "Fonds" anvertrauen, wenn es doch so einfach ist, sein Geld anzulegen: Man guckt sich den DAX oder EuroStoxx an, sucht sich Akien mit niedrigem Kurs-Gewinn-Verhältnis und möglichst hoher Dividende heraus und sagt seinem Bankberaten: "Die will ich haben." Das schützt vor Betrügern, Inflation und anderem Elend.
fred4712 29.11.2011
Wer in Zeiten des Internets, der permanenten Anlagebetrügereien, egal, ob von einer Bank oder einem Anlageberater darauf reinfällt, ist selbst schuld. Gehe sogar so weit, dass der Anleger sich vergleichbar mit einem Autofahrer [...]
Zitat von sysopSie sollen 4000 Kunden um rund*hundert Millionen Euro geprellt haben: Ermittler haben bei einer internationalen Großrazzia drei mutmaßliche deutsche Anlagebetrüger verhaftet. Verbraucherschützer hatten bereits vor deren Machenschaften gewarnt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,800654,00.html
Wer in Zeiten des Internets, der permanenten Anlagebetrügereien, egal, ob von einer Bank oder einem Anlageberater darauf reinfällt, ist selbst schuld. Gehe sogar so weit, dass der Anleger sich vergleichbar mit einem Autofahrer verhält, der den Zündschlüssel samt Papieren und Brief im Auto lässt und ein Schild ins Fenster hängt, Text: Alles drin, komme morgen abend wieder.
Schwarzgeld handelt, was wohl in vielen Fällen so sein dürfte, dann wird sich der offizell messbare Schaden in viel niedrigeren Regionen bewegen. Also: Alles nicht so schlimm.
Zitat von sysopSie sollen 4000 Kunden um rund*hundert Millionen Euro geprellt haben: Ermittler haben bei einer internationalen Großrazzia drei mutmaßliche deutsche Anlagebetrüger verhaftet. Verbraucherschützer hatten bereits vor deren Machenschaften gewarnt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,800654,00.html
Schwarzgeld handelt, was wohl in vielen Fällen so sein dürfte, dann wird sich der offizell messbare Schaden in viel niedrigeren Regionen bewegen. Also: Alles nicht so schlimm.
hajo58 29.11.2011
Da fällt mir wieder ein Spruch eines Stammtisch - Philosophen ein: „Jeden Tag stehen genug dumme und gierige Menschen auf, man muss sie nur finden.“
Zitat von sysopSie sollen 4000 Kunden um rund*hundert Millionen Euro geprellt haben: Ermittler haben bei einer internationalen Großrazzia drei mutmaßliche deutsche Anlagebetrüger verhaftet. Verbraucherschützer hatten bereits vor deren Machenschaften gewarnt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,800654,00.html
Da fällt mir wieder ein Spruch eines Stammtisch - Philosophen ein: „Jeden Tag stehen genug dumme und gierige Menschen auf, man muss sie nur finden.“
acitapple 29.11.2011
in der regel hängen solche leute nicht den ganzen tag vorm pc und analysieren ihre finanzen. dafür sind ja diese berater da und bekommen großzügige provisionen. das sind auch so viele transaktionen, die könnte ein anleger [...]
Zitat von fred4712Wer in Zeiten des Internets, der permanenten Anlagebetrügereien, egal, ob von einer Bank oder einem Anlageberater darauf reinfällt, ist selbst schuld. Gehe sogar so weit, dass der Anleger sich vergleichbar mit einem Autofahrer verhält, der den Zündschlüssel samt Papieren und Brief im Auto lässt und ein Schild ins Fenster hängt, Text: Alles drin, komme morgen abend wieder.
in der regel hängen solche leute nicht den ganzen tag vorm pc und analysieren ihre finanzen. dafür sind ja diese berater da und bekommen großzügige provisionen. das sind auch so viele transaktionen, die könnte ein anleger alleine gar nicht kontrollieren. außerdem haben solche leute auch nie ihr ganzes erspartes NUR dort angelegt...
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