"Mogelpackung des Jahres" Schummelpreis für Vitalis Früchtemüsli

Mehr Zucker, weniger Inhalt - doch es kostet noch dasselbe: Mit seinem überarbeiteten Vitalis Früchtemüsli hat Dr.Oetker seine Kunden besonders dreist getäuscht, meinen Verbraucherschützer. Wer landete noch auf der Negativliste?

Verbraucherzentrale Hamburg

Tausende haben abgestimmt, nun steht das Ergebnis fest. Das Vitalis Früchtemüsli von Dr.Oetker ist in einer Onlineabstimmung zur "Mogelpackung des Jahres 2017" gewählt wurden. 36,5 Prozent der 42.819 Teilnehmer stimmten dafür, dass das Produkt den Negativpreis erhält, teilte die Verbraucherzentrale Hamburg mit.

Dr. Oetker hatte nach Angaben der Verbraucherschützer die Füllmenge von 600 Gramm auf 500 Gramm gesenkt, der Preis blieb jedoch gleich. Das entspricht einer versteckten Preiserhöhung von 20 Prozent. Gleichzeitig werde dem neuen Früchtemüsli extra Zucker zugesetzt und weniger Vollkorn für die Herstellung verwendet.

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Mogelpackung 2017: Der Gewinner ist...

"Das Vitalis Früchtemüsli hat verdient gewonnen, denn Dr. Oetker hat nicht nur die Reduzierung der Füllmenge raffiniert verborgen, sondern Verbrauchern auch noch einen höheren Zuckeranteil und weniger Vollkorn als verbesserte Rezeptur verkauft", meint Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg. So habe der Hersteller nur die Tiefe des Müsli-Kartons angepasst, die im Regal sichtbare Fläche der Vorderseite jedoch nicht verkleinert und auch das Design nur unmerklich überarbeitet.

Dr. Oetker verweist laut Verbraucherschützern in einer Stellungnahme auf eine vom Verbraucher gewünschte, weichere Konsistenz und einen intensiveren Fruchtgeschmack. Das Unternehmen teilte den Angaben zufolge mit: "Die deutlich bessere Produktqualität schlägt sich allerdings in höheren Rohstoffkosten nieder, so dass das Produkt nicht mehr mit der ursprünglichen Füllmenge angeboten werden konnte."

Die Hamburger Verbraucherzentrale sucht jedes Jahr nach der "Mogelpackung des Jahres". Die Abstimmung lief knapp drei Wochen bis Sonntag. Nominiert waren neben Vitalis Früchtemüsli von Dr. Oetker, Mentos Pure White Kaugummis von Perfetti Van Melle und der Milka Nussini Riegel von Mondelez.

asc

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insgesamt 73 Beiträge
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Seite 1
aspithis 23.01.2018
1. Versteckt?
Wie kann es eine „versteckte“ Preiserhöhung sein, wenn Preis und Gewicht offen ausgewiesen werden?
augen-auf 23.01.2018
2. Genau:
weil man das Neue besser macht, als das Alte, versteckt man das einfach so gut, dass es keiner merkt. Wer's glaubt...
droettboom 23.01.2018
3. Rechenkünstler?
Bei einer Reduzierung der Menge um 1/6 und gleichbleibendem Preis komme ich nicht auf eine Preiserhöhung von 1/5. „20%“ mag zwar ganz hübsch klingen. Aber wenn schon mit Näherungswerten argumentiert wird, sollte das auch entsprechend gekennzeichnet sein.
littlehelpi 23.01.2018
4. Egal
Da es sich bei den nominierten Artikeln ausschließlich um ungesunde Luxusgüter handelt, finde ich das gar nicht schlimm. Man ist ja nicht gezwungen, sie zu kaufen. Und wenn von den "versteckten" Erhöhungen auch nur ein bisschen was bei den Landwirten und den Erzeugern von Kakao, etc. ankommt und nicht als Gewinn für Nestlé oder Mondelez Aktionäre endet, ist doch alles gut.
Cr4y 23.01.2018
5. @aspithis: Versteckt im Sinne von...
...Produkt-Verpackung hat die (fast) gleiche Größe (welcher Gewohnheitskäufer checkt jedesmal den Preis pro Gramm/Liter?). ...diese Veränderung wird nicht aktiv kommuniziert (bei Software ist ein Veränderungs-Log ja halbwegs normal). Es ist definitiv ein Versuch, eine für den Konsument negative Änderung des Preis-/Leistungsverhältnisses so gut es geht zu verheimlichen/verstecken/verschleiern.
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