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Monster-Kontonummer: So proben Sie den Überweisungs-Ernstfall

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22 Stellen hat die neue Kontonummer Iban, ab 2013 soll sie auch in Deutschland gelten. Verbraucherschützer warnen vor Zahlendrehern und Fehlüberweisungen. Doch es gibt Tricks, mit denen man die Zahlenungetüme auswendig lernen kann - wir zeigen sie.

Überweisungsvordruck: Nur vier Stellen weniger, als das Alphabet Buchstaben hat Zur Großansicht
dpa

Überweisungsvordruck: Nur vier Stellen weniger, als das Alphabet Buchstaben hat

Hamburg - Gehören Sie auch zu denen, die sich fragen: Was hat die EU sich nur bei diesem Ungetüm gedacht? 22 Stellen wird die neue Kontonummer Iban lang sein - das sind nur vier Stellen weniger, als das komplette Alphabet Buchstaben hat.

Bis Ende 2013 sollen die deutschen Kontonummern und Bankleitzahlen verschwinden, dann gilt verpflichtend das internationale Zahlungssystem Sepa (siehe Kasten links). Und auf Ihrer Überweisung steht zukünftig eine Kontonummer wie diese:

DE71 115068348078002796.

"Überweisungen laufen schneller, billiger und sicherer", wirbt EU-Binnenkommisar Michel Barnier für das neue Modell. Zahlungen ins Ausland würden so einfach werden wie Zahlungen zu Hause.

"Iban, die Schreckliche", schimpfen dagegen Verbraucherschützer. Sie fürchten Zahlendreher und Fehlüberweisungen. Ihr Standpunkt: Je länger die Nummer, desto größer das Fehlerisiko.

Allen, die sich Sorgen machen, sei gesagt: Tatsächlich müssen Kunden sich nur auf wenige neue Nummern einstellen. Die Iban besteht aus einem Ländercode (DE für Deutschland), einer zweistelligen Prüfziffer, der alten Bankleitzahl und der alten Kontonummer. Schon jetzt ist der neue Code unten rechts auf dem Kontoauszug zu sehen.

Die Iban im Kopf zu haben wird dennoch zu einer Herausforderung - mit den Tricks von Gedächtnistrainern lässt sich jedoch auch dieses Zahlenmonster besiegen. Besonders hilfreich ist das Major-System. "Damit geht es am schnellsten", sagt Gunther Karsten, der 2007 in Bahrain Gedächtnisweltmeister wurde.

Im Flash von SPIEGEL ONLINE können Sie schon einmal für den Überweisungs-Ernstfall üben. So lernen Sie die Monster-Kontonummer auswendig:

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insgesamt 95 Beiträge
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    Seite 1    
1. ....
kay_ro 17.12.2010
Und? Wir werden alle sterben: Es gibt neue Kontonummern! Der Privatkunde hat (wie üblich) nichts davon, vermutlich nützt es den Firmen. Mehr darf man nicht erwarten. Im Zweifelsfall schreibt man sich seine Kontonummer auf 1 Zettel...
2. Titel
luri80 17.12.2010
In Italien hat man dieses System schon vor längerer Zeit eingeführt. Super Sache, vor allem wenn man viele Überweisungen ins europäische Ausland tätigt. Die Vereinheitlichung vermeidet einiges an Problemen mit Überweisungen, zudem kostete früher eine Überweisung nach Deutschland 15 €, über das Sepa System gerade 50 Cent. Und wer zum Teufel will sich eine IBAN auswendig merken?
3. och..
axelkli 17.12.2010
...jetzt machen Sie aber aus 'ner Mücke einen Elefanten. Ist ja wie bei der Blöd-Zeitung hier. Wir haben doch auch 5-stellige PLZs überlebt.
4. Meh.
plmayer 17.12.2010
Ist doch prima. Nur noch ein Feld, in dem man copy&pasten muss. Von Hand trage ich diese Nummern schon lange nicht mehr ein. :)
5. Nummer
72%Edelcacao, 17.12.2010
MEINE Nummer kann ich mir merken. Und die anderen, vom Elektriker, der Autowerkstatt, dem Tierarzt, etc., die schreib ich einfach ab. Gibts da vielleicht auch einen Trick?
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Das neue Internationale Zahlungssystem Sepa
Welche Vorteile bieten die neuen Sepa-Kontonummern?
"Überweisungen laufen schneller, billiger und sicherer", sagt EU- Binnenkommissar Michel Barnier. Für den Kunden fallen Kosten weg, weil versteckte Gebühren für Lastschriftverfahren verboten werden. Privatleute und Firmen müssen nicht länger mehrere Konten in verschiedenen Ländern unterhalten.
Was ändert sich?
Bei Überweisungen muss der Bankkunde künftig mehr Kästchen als sonst ausfüllen. Statt der inländischen Kontonummer mit häufig 10 Stellen muss die 22-stellige internationale Kontonummer Iban eingetragen werden. Die Bankleitzahl wird durch die internationale Bic ersetzt - an die Stelle der Zahlenkombination tritt eine Buchstabenreihe.
Ab wann gelten die neuen Vorgaben?
Spätestens Anfang 2013 sollen Bankkunden für nationale Überweisungen die neuen Kontonummern nutzen. Für Lastschriften soll die Umstellung Anfang 2014 vollzogen sein. Bis dahin gelten die nationalen Systeme weiter. Der Bankenbranche ist das zu ambitioniert, sie fordert drei bis fünf Jahre für die Umstellung. Der Vorschlag der Kommission wird nur dann Gesetz, wenn das Europaparlament und der EU-Ministerrat, in dem die 27 Regierungen vertreten sind, zustimmen.
Wie kompliziert sind die Vorgaben?
Kritiker geißeln die neue 22-stellige Zahl als "Iban, die Schreckliche". Die EU-Kommission hält dagegen und argumentiert, dass die neue Zahlenkombination der Iban leicht zu merken sei. Sie besteht aus einem Ländercode (für Deutschland: DE) und einer zweistelligen Prüfziffer. Danach folgen die bekannte Bankleitzahl und die vertraute Kontonummer. Wirklich neu sei also nur die Prüfziffer zu Beginn.
Bei dem Code zur Identifizierung der Bank (Bic), der elf Buchstaben hat, sollen die Banken nach dem Willen der EU-Kommission den Kunden helfen. So fügen in Belgien und Österreich Institute bei Überweisungen den Bic-Code automatisch ein. Denkbar sei auch, dass die Kunden ihre vertrauten Zahlen verwenden und die Banken diese in Iban und Bic umrechnen. In Luxemburg, Italien, Griechenland und Slowenien ist die Umstellung laut EU-Kommission schon reibungslos vollzogen worden.
Was hilft in der Praxis?
Schon heute steht die Iban auf jedem Kontoauszug, manchmal auch bereits auf Bankkarten. Beim Online-Banking kann der Kunde sich die gespeicherten Daten aus einer Liste auswählen, um Fehler zu vermeiden. Die deutsche Debatte erinnert manch einen EU-Diplomaten an die Umstellung der deutschen Postleitzahlen nach der Wiedervereinigung: "Auch damals gab es viel Lärm um nichts."
Und wenn die Überweisung im Nichts landet?
Verbraucherschützer warnen: Ist die Überweisung mit einem Tippfehler einmal abgeschickt (zum Beispiel beim Online-Banking), ist sie nicht mehr zu widerrufen. Dann muss der Kunde seine Hausbank informieren, die sich mit der Empfängerbank in Verbindung setzt. Der Kunde muss seine Bank um Rückbuchung bitten. Laut Verbraucherschutzzentrale passiert dies auf eigenes Risiko und eigene Kosten.
Wie funktioniert es bei Lastschriften?
Bei Lastschriften soll die Umstellung spätestens Anfang 2014 vollzogen sein, allerdings gilt das in Deutschland weit verbreitete elektronische Lastschriftverfahren noch fünf Jahre. Beim Umstieg auf Sepa müssten Bankkunden ihre Einzugsermächtigung beispielsweise für ein Zeitungsabo, eine Versicherung oder den Strom erneuern. Das bedeutet für die Banken einigen Aufwand. Die EU-Kommission geht davon aus, dass der deutsche Gesetzgeber für dieses Problem eine pragmatische Lösung findet, so dass alte Lastschriften einfach fortgeführt werden können.
Quelle: dpa-AFX


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