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Busse und Bahnen: Nahverkehrspreise steigen - wegen großer Nachfrage

Fahrgäste nutzen die Münchner S-Bahn (Archiv): Vielfahren wird jetzt bestraft Zur Großansicht
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Fahrgäste nutzen die Münchner S-Bahn (Archiv): Vielfahren wird jetzt bestraft

Im Schnitt um 2,4 Prozent werden die Preise im Nahverkehr diesen Winter steigen. Grund sei laut der Verkehrsunternehmen die steigende Zahl der Fahrgäste - es müsse mehr investiert werden.

Die tägliche Fahrt mit Bus und Bahn wird auch in diesem Winter wieder teurer. Der Verband der Deutschen Verkehrsunternehmen rechnet damit, dass die Fahrscheine im Nahverkehr durchschnittlich 2,4 Prozent mehr kosten werden. Gründe seien höhere Betriebs- und Personalkosten. Weil immer mehr Menschen in Busse und Bahnen steigen, müsse auch mehr Geld in neue Fahrzeuge und Infrastruktur investiert werden, hieß es.

Die großen Verkehrsverbünde werden für ihre Fahrscheine durchschnittlich zwischen gut 1,8 Prozent und 2,9 Prozent mehr verlangen. Nach einer Erhöhung um durchschnittlich 3,5 Prozent im Vorjahr fällt die diesjährige Preisrunde im Nah- und Regionalverkehr zwar aufgrund gesunkener Energiekosten geringer aus, die Aufschläge liegen jedoch deutlich über der Inflationsrate.

Fahrten im Fernverkehr werden dagegen kaum teurer: Angesichts starker Konkurrenz durch Busse und Billigflieger hält die Deutsche Bahn die Preise auf den ICE- und Intercity-Strecken weitgehend stabil. Im Regionalverkehr verlangt das Unternehmen durchschnittlich 0,9 Prozent mehr; das betrifft jedoch nur etwa jeden fünften Kunden.

Vor wenigen Tagen hatten sich Bund und Länder darauf geeinigt, dass der regionale Bahnverkehr mehr Geld vom Bund bekommt. Denn im bundesweiten Durchschnitt finanziert sich der Nahverkehr nach Branchenangaben nur zur Hälfte aus Fahrschein-Einnahmen, den Rest übernimmt die öffentliche Hand. Die sogenannten Regionalisierungsmittel sollen 2016 auf acht Milliarden Euro steigen.

kop/dpa

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1. Mit höheren Preisen...
KarlRad 12.10.2015
... kann man gut die Nachfrage verringern.
2. Schweinereien
cindy2009 12.10.2015
Jedes Jahr die gleichen Schweinereien. 2015 wurden die Preise wegen angeblich gestiegener Treibstoffkosten (so der Aushang) angehoben. Dabei sind die Kosten diesbezüglich in 2014 stark gegenüber 2013 gesunken. Und dann wurden Strecken zusammen gestrichen, angeblich, um den Fahrgästen weniger Wartezeiten zumuten zu müssen (Aussage der RBO nach persönlicher Rückfrage). Dass dann einige Fahrgäste gar nicht mehr einen Anschluss bekommen, ging als Collateral-Schaden unter. Und heute? Weniger Linien, die aber nun überfüllt sind!
3. Monopolterror
davidzilberstein 12.10.2015
Mit der Bahn von München nach Paris. Für diese rund 700 Kilometer konfortahle Fahrt im ICE bezahle ich in der Regel unter 50 Euro. Rund zehn Euro zahle ich aber für die 20 Kilometer von einer Münchner Randgemeinde in die Münchner Innenstadt. Mir fehlt hierzu jedes Verständnis.
4. Wieso nicht billiger?
ahai 12.10.2015
Wenn immer mehr Menschen die Nahverkehrsmittel benutzen kommt auch immer mehr Geld in die Kasse. Wenn man die Preise billiger machen würde würden die Nahverkehrsbetriebe noch mehr Kunden bekommen. Das heißt zwar sicher auch Erfordernis von Investitionen und Personal aber auf der anderen Seite würde noch wesentlich mehr Geld in die Kasse gespült werden
5. absurde Begründung
syracusa 12.10.2015
Der ÖPNV ist Teil der Daseinsfürsorge. Da dürfen die Preise nicht einfach nach Angebot und Nachfrage gestaltet werden, sondern müssen - unter Abzug von allfälligen Subventionen - die Kosten widerspiegeln. Steigt die Nachfrage im ÖPNV, dann sinken infolge der besseren Auslastung des Fahrzeugparks erst mal die Stückkosten. Sollten trotz höherer Auslastung Neubeschaffungen nötig werden, dann sind die dadurch entstehenden Kosten durch die höhere Nachfrage gedeckt. Außerdem sind im letzten Jahr die Energiekosten, die einen wesentlichen Teil der Kosten des ÖPNV darstellen, drastisch gesunken. Es gäbe also auch ohne Preiserhöhungen reichlich Potential für höhere Löhne der im ÖPNV Beschäftigten. Nach Faktencheck verbleibt das Resümee: Die Preiserhöhungen sind nicht gerechtfertigt.
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