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Netzausbau: Oettinger kündigt steigenden Strompreis an

Die Stromrechnung eines Durchschnittshaushalts könnte bald spürbar höher ausfallen. Laut EU-Energiekommissar Oettinger führt der Ausbau der Netze zu Zusatzkosten. Ohne neue Leitungen werde die Gefahr von Stromausfällen "sehr real".

Stromleitung bei Regensburg: Die EU will 200 Milliarden Euro in neue Netze stecken Zur Großansicht
dpa

Stromleitung bei Regensburg: Die EU will 200 Milliarden Euro in neue Netze stecken

Hamburg - EU-Energiekommissar Günther Oettinger erwartet deutlich höhere Strompreise. Hintergrund ist der von der EU auf rund 200 Milliarden Euro veranschlagte Ausbau der europäischen Energienetze. "Es geht um ein bis zwei Cent pro Kilowattstunde", sagte Oettinger dem "Hamburger Abendblatt". Damit ließen sich die neuen Leitungen und weitere Speicherkapazitäten finanzieren. Die Modernisierung der Energieinfrastruktur hatten die Staats- und Regierungschefs der EU bei ihrem jüngsten Gipfel in Brüssel beschlossen.

Legt man Oettingers Richtwert zugrunde, kämen auf einen durchschnittlichen Vierpersonenhaushalt mit einem Stromverbrauch von 4500 Kilowattstunden bis zu 90 Euro Mehrkosten im Jahr zu. Die Zusatzkosten sind Oettinger zufolge unvermeidlich: "Wenn wir das Energienetz nicht ausbauen, ist die Gefahr eines Stromausfalls sehr real." Der geplante Ausbau erneuerbarer Energien wie der Windkraft beeinträchtige die Versorgungssicherheit. "Daher brauchen wir perfekte Netze, die Schwankungen ausgleichen können."

Geld aus Brüssel gebe es nur für Projekte, "die im europäischen Interesse, aber nicht rentabel sind", versicherte der Kommissar. Als Beispiel nannte er die Anbindung des Baltikums. In der vergangenen Woche sagte Oettinger SPIEGEL ONLINE, dass solche Projekte über EU-Anleihen - sogenannte Projektbonds - finanziert werden könnten.

Die Erschließung neuer Windparks vor den Küsten der Nord- und Ostsee sei dagegen "ein gutes Geschäftsmodell", sagte der Energiekommissar im "Abendblatt". Solche Investitionen müssten privat finanziert werden.

dab/dpa

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1.
Dyke, 09.02.2011
Die Stromrechnung steigt ausnahmsweise mal? Na, da sind wir aber alle ganz überrascht... [/Ironie]
2. Was der auch anlangt
flower power 09.02.2011
....es geht schief. Wann, ja wann sieht der endlich ein, dass er ein Nullinger ist. Der kann kein Englisch, der versteht nichts von Technik, der versteht nichts von Politik, mit den Frauen hat er es auch nicht so. Aber lügen kann er. Also ein Lügenpolitiker. Eine Veränderung die nur kostet, die kann jeder planen. Danke - abtreten. Alternativjoib : Kehrwochenmanager in Schwaben.
3. Nullnummer
Hardliner 1, 09.02.2011
Zitat von sysopDie Stromrechnung eines Durchschnittshaushalts könnte dem Energiekommissar zufolge bald spürbar höher ausfallen. Günther Oettinger verteidigt die Zusatzkosten durch den Ausbau der Netze. Ohne neue Leitungen werde die Gefahr von Stromausfällen "sehr real". http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,744438,00.html
Die Lösung des Problems wäre doch so einfach: In dem Maß, wie der Ausbau der Netze Koten verursacht, werden di Einspeisevergütungen für alternative Energien gesenkt. Dann käme eine Nullnummer für die Verbraucher raus.
4. .
c++ 09.02.2011
Klar, etwas anderes erwartet man auch nicht. Hat Oettinger auch angekündigt, wie sich die Gewinne der Stromkonzerne entwickeln werden? Da sitzt er jetzt richtig im Nest, die EU ist eine Union der Kapitalinteressen.
5. ...
J4cky 09.02.2011
Schon sehr komisch. In den VDI Nachrichten gab es ein Artikel bei dem Oettinger mehr Zusammenarbeit in der EU will, damit alles günstiger wird. Insbesondere die deutschen zahlen viel im Vergleich zu den Nachbarstaaten. Nun kommt es doch anders und er will nochmal auf den Preis draufschlagen.
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Energie-Oligopol in Deutschland
Konzerne Anteil Kraft- werks- kapa- zität Anteil erzeugte Strom- menge Anteil Groß- kunden- markt
RWE, E.on, Vattenfall, EnBW 82% 89% 60%
Quellen: IZES, BEE; Werte aus dem Jahr 2009

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Anbieterwechsel - so funktioniert's
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Nun muss man mit dem neuen Anbieter nur noch Kontakt aufnehmen. Häufig ist das direkt über das Verbraucherportal möglich - entweder per Mausklick oder per Telefon. Der neue Anbieter klärt dann sämtliche Formalitäten. Eine Abmeldung beim alten Versorger ist nicht nötig, auch das übernimmt das neue Unternehmen automatisch. Nur eine Sache sollte man beachten: Die Vertragslaufzeit beim alten Anbieter muss eingehalten werden. Wer seit acht Monaten in einem Jahresvertrag ist, muss eben noch vier Monate warten.
Die Technik
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Seit April 2012 können Strom- und Gaskunden schneller den Anbieter wechseln. Sobald die Anmeldung beim Netzbetreiber erfolgt ist, dürfen laut Energiewirtschaftsgesetz nur noch drei Wochen verstreichen, bis die Strom- oder Gaslieferung durch den neuen Anbieter beginnt. Starttermin muss nicht der Monatserste sein - jeder Tag ist möglich. Dauert die Umstellung länger als drei Wochen, kann der Kunde Schadenersatz vom Lieferanten oder Netzbetreiber fordern.
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In den meisten Fällen leider nicht. "In vielen Regionen gibt es nur einen Anbieter, der die Betreiber von Nachtspeicherheizungen beliefert", sagt ein Verivox-Sprecher. Durch den mangelnden Wettbewerb kommt es öfter zu überdurchschnittlichen Preiserhöhungen. Im vergangenen Jahr sind beispielsweise in Baden-Württemberg die Preise um bis zu 30 Prozent gestiegen. Die Bundesregierung tut dagegen wenig, denn es ist politisch gewollt, dass stromfressende Nachtspeicherheizungen nach und nach ausrangiert werden.

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Grafiken: Der deutsche Energiemarkt

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