Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Kampf gegen Falschgeld: Neuer Zehneuroschein kommt Dienstag

Neue Zehneuroscheine ab Dienstag: Jetzt aber wirklich Fotos
DPA

Die Europäische Zentralbank gibt am Dienstag die neuen Zehneuroscheine aus. Die Banknoten sollen schwieriger zu fälschen sein. Unser interaktiver Grafikvergleich zeigt die Unterschiede zur alten Banknote.

Frankfurt am Main - Europas Verbraucher müssen sich an einen neuen Zehneuroschein gewöhnen. Von Dienstag an bringt die Europäische Zentralbank (EZB) die überarbeitete Banknote in Umlauf: an Geldautomaten, Bankschaltern und Ladenkassen - insgesamt 4,3 Milliarden Stück.

Spürbarste Veränderung der neuen Scheine: Ihre Oberfläche ist glatt, weil sie mit einem Speziallack überzogen ist - wie bereits die Fünfer der neuen Generation. Das soll die "kleinen Scheine", die rasch den Besitzer wechseln, haltbarer machen.

Die EZB will nun zudem mehr Schutz vor Geldfälschern erreichen. Die Banknoten der "Europa-Serie" sind mit einer Reihe neuer Sicherheitsmerkmale ausgestattet: Das Wasserzeichen und das Hologrammband am Rand des Scheins zeigen nun die griechische Mythenfigur Europa. Der aufgedruckte Wert ändert seine Farbe von Smaragdgrün in ein tiefes Blau, wenn man den Geldschein etwas neigt.

Zehneuroschein (Vorderseite): Vorher-Nachher
Seit 2005 haben Währungsexperten an den neuen Sicherheitsmerkmalen getüftelt. Die "Europa-Serie" ist die zweite Euro-Generation seit Einführung des gemeinsamen europäischen Bargelds 2002.

In den kommenden Jahren sollen auch die übrigen Banknoten nach und nach überarbeitet werden - bezogen auf ihren Wert in aufsteigender Reihenfolge. Voraussichtlich Anfang 2016 ist der neue Zwanziger vorgesehen.

Die bekannten Motive sollen aber erhalten bleiben. Sie stellen Bauwerke aus verschiedenen europäischen Epochen dar, für die es aber keine direkten Vorbilder aus der Wirklichkeit gibt. Im Fall des Zehners ist es Architektur im romanischen Stil.

Dass erhöhte Sicherheit nötig ist, zeigen die neuesten Falschgeld-Statistiken: Im ersten Halbjahr 2014 wurden europaweit 331.000 Blüten aus dem Verkehr gezogen.

Die Münchner Polizei warnte in der vergangenen Woche besonders vor Falschgeld auf dem Oktoberfest. Weil der neue Zehneuroschein vielen Wiesn-Besuchern noch unbekannt sei, könnten Betrüger die Situation ausnutzen und Blüten in Umlauf bringen. Bereits im Mai hatten Diebe in Hamburg mit den neuen Zehneuroscheinen bezahlt. Das Geld stammte offenbar aus einem Einbruch.

Neuer Zehneuroschein (Rückseite): Vorher-Nachher

bos/dpa

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Wie Notenbanken funktionieren
Woher nehmen Notenbanken das ganze Geld?
Für die Milliardensummen, die die Europäische Zentralbank (EZB) und die US-amerikanische Federal Reserve Bank (Fed) im Verlauf der Finanzkrise den Banken zur Verfügung stellten, müssen die Notenbanken nicht die Notenpresse anwerfen und Geldscheine drucken. Die Beträge werden lediglich auf den Konten der Geschäftsbanken gutgeschrieben, die bei den Notenbanken geführt werden. Gegen Wertpapiere als Sicherheiten leiht die EZB oder Fed Geld aus. Nach einer bestimmten Frist zahlen die Banken die Summe inklusive Zins zurück.
Können sie pleitegehen?
Technisch nein. Die EZB hat im Euro-Raum das Monopol über das Zentralbankgeld und kann unabhängig darüber entscheiden, wann sie wie viel Geld in Umlauf bringt.
Warum buttern sie so viel Geld in die Märkte?
Generell leihen sich Geldinstitute auf dem Geldmarkt untereinander oder bei der EZB oder Fed Geld aus und zahlen dafür Zinsen - so wie ein Bankkunde bei einer Bank einen Kredit bekommt und diesen abträgt. Für die Geschäftsbanken ist es wichtig, dass sie über flüssiges Geld (Liquidität) verfügen, zum Beispiel für die Vergabe von Krediten an Unternehmen und Verbraucher. Wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten und eventueller noch unbekannter Risiken bei einzelnen Häusern sind die Banken jedoch misstrauischer geworden und nicht mehr im üblichen Maße bereit, sich gegenseitig Geld auszuleihen. In so einem Fall können die Notenbanken eine Finanzspritze geben, um einen Geldengpass (Kreditklemme) zu verhindern. Vorrangiges Ziel der Notenbanken sind stabile Preise. Die EZB ist laut EU-Vertrag aber auch für die Stabilität des Finanzsystems mitverantwortlich.


Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: