Anti-Rauch-Initiative: New York will Tabak unter den Ladentisch verbannen

Tabakwaren sollen aus den offenen Auslagen von Geschäften verschwinden. New Yorks Bürgermeister Bloomberg will so die Anzahl rauchender Jugendlicher reduzieren. Rauchen sei in der US-Stadt noch immer die Ursache Nummer eins der vermeidbaren Todesfälle.

New Yorks Anti-Tabak-Initiative: Aus den Augen, aus dem Sinn Fotos
Getty Images

New York - Aus den Augen, aus dem Sinn: Tabakwaren sollen laut einer Initiative von New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg in den Läden der Stadt künftig außer Sichtweite aufbewahrt werden.

Der Vorschlag ziele darauf ab, die Anzahl rauchender Jugendlicher zu reduzieren, sagte Bloomberg am Montag. Dem neuen Anti-Tabak-Gesetz zufolge würden künftig neue Vorschriften für die Lagerung von entsprechenden Produkten gelten. Sie müssten etwa in Kommoden, in Schubladen, unter dem Ladentisch, hinter einem Vorhang oder an anderen verborgenen Orten aufbewahrt werden. Tabakwaren dürften demnach nur noch dann sichtbar sein, wenn ein Erwachsener diese kauft oder wenn sie nachgefüllt würden.

Damit wäre New York die erste US-Stadt, in der Tabak in Geschäften außer Sichtweite gehalten werden müssen, sagte Bloomberg laut einem Bericht der Tageszeitung "New York Times". An den Folgen des Rauchens stürben Jahr für Jahr 7000 New Yorker, erklärte Bloomberg, Rauchen bleibe dort demnach die Ursache Nummer eins der vermeidbaren Todesfälle.

Höhere Bußgelder für Schmuggelzigaretten

Laut Bloomberg seien ähnliche Vorgaben für die Aufbewahrung von Tabakwaren in Geschäften bereits in anderen Ländern durchgesetzt worden, etwa in Island, Kanada, Großbritannien und Irland. Durch die reguläre Auslage von Tabak werde den Kunden suggeriert, dass das Rauchen eine normale Aktivität sei, sagte Bloomberg. "Junge Leute werden dadurch angeregt, mit Tabak zu experimentieren", fügte er hinzu. Nur solche Geschäfte, die sich vorrangig dem Verkauf von Tabak widmeten, würden von den geplanten Vorgaben ausgenommen.

Die Gesetzesinitiative soll am Mittwoch in der Stadtverwaltung von New York eingebracht werden. Neben den Vorgaben zur Auslage sehen die Pläne außerdem vor, den Verkauf reduzierter Tabakprodukte zu verbieten sowie die Bußgelder für geschmuggelte Zigaretten und deren illegalen Verkauf zu erhöhen.

"Wir haben enorme Schritte eingeleitet, um das Rauchen in New York City zu bekämpfen, aber dieser Killer bedroht die Gesundheit unserer Kinder", sagte New Yorks Gesundheitsbeauftragter, Dr. Thomas A. Farley. Das Anti-Rauch-Programm der Stadt habe die Anzahl rauchender Erwachsener um nahezu ein Drittel gesenkt, erklärte Farley: von 21,5 Prozent im Jahr 2002 auf 14,8 Prozent im Jahr 2011.

Bloomberg hat bereits eine Reihe von Initiativen zugunsten der öffentlichen Gesundheit unterstützt. Dazu zählt beispielsweise das umstrittene Verbot für extragroße Softdrink-Becher. Ein Gericht hat die Richtlinie für XXL-Süßgetränke in der vergangenen Woche vorerst abgeschmettert, aber die Stadt New York plant, in Berufung zu gehen.

bos/AP

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insgesamt 70 Beiträge
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1. Gut so!
anonym187 18.03.2013
Alle schädliche Drogen so gut wie möglich zu vermeiden! Jetzt noch Alkohol verbieten!
2. Tja
Holperik 18.03.2013
Was wäre, wenn hier ein Politiker auch nur auf die Idee käme, sowas auch nur anzudenken?
3.
derigel3000 18.03.2013
ja liebe SPON leser schauen sie auf diese stadt und erkennen sie: faschismus in Reinkultur! Meinungsdiktate und Bevormundung von mündigen Erwachsenen. Erst die großen Colas, jetzt die Kippen und in zehn Jahren dann Salz, Pfeffer und unpädagogisches Spielzeug. Wie kann man sich nur so von oben sämtliche Freiheiten wegdiktieren lassen ohne auf die Barrikaden zu gehen?
4.
Thomas R. Berlin 18.03.2013
Gute Idee! Tut keinem weh - außer dass die Umsätze mit Tabakwaren etwas zurückgehen.
5. Ein kleiner Anfang
rolandjulius 18.03.2013
Um Millionen vor dem sicheren Krebstod zu schützen. Wer hat da was dagegen?
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