Streit um Transfererlöse von 2013 Privatkläger fordert sechs Jahre Haft für Neymar

Im Zusammenhang mit Neymars Wechsel zum FC Barcelona vor fünf Jahren sieht sich ein brasilianischer Investitions-Fonds um viel Geld betrogen. Dem Fußball-Star droht deswegen nun eine Gefängnisstrafe.

Neymar
SEBASTIEN NOGIER/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Neymar


Im Betrugsprozess gegen Fußballstar Neymar hat der Privatkläger eine sechsjährige Haftstrafe für den Profi von Paris St. Germain gefordert. Aufgrund dieser Forderung leitete der bisher zuständige Richter an der Zentralkammer des Nationalen Staatsgerichtshofes in Madrid den Fall an die Strafkammer des Gerichts weiter. Ein Justizsprecher bestätigte auf Anfrage entsprechende Berichte spanischer Medien. Die Zentralkammer sei nur für Prozesse mit Forderungen von bis zu fünf Jahren zuständig, hieß es.

Im Fall geht es um eine Klage des brasilianischen Investitions-Fonds DIS in Zusammenhang mit dem Wechsel des Brasilianers vom FC Santos zum FC Barcelona im Sommer 2013. DIS hielt Anteile von 40 Prozent am Spieler und sieht sich betrogen. Der Fonds behauptet, er habe lediglich 40 Prozent der offiziellen Ablösesumme von 17,1 Millionen Euro erhalten. Laut den Ermittlungen sollen für den Wechsel aber mindestens 83 Millionen Euro geflossen sein.

Auch Neymars Eltern und Barça-Klubbosse auf der Anklagebank

Schon im vergangenen Jahr hatte der Nationale Staatsgerichtshof die Eröffnung der mündlichen Verhandlung angeordnet. Einen Termin dafür gibt es aber noch nicht. Die Staatsanwaltschaft fordert für Neymar zwei Jahre Haft sowie eine Geldstrafe von zehn Millionen Euro. Neben Neymar müssen auch die Eltern des 26 Jahre alten Stürmers, die beiden verwickelten Vereine sowie Barcelona-Klubboss Josep Bartomeu und auch dessen Vorgänger Sandro Rosell auf die Anklagebank.

Neymar steht seit 2017 bei Paris Saint-Germain unter Vertrag. Durch seinen Wechsel zum französischen Meister für eine Ablösesumme in Höhe von 222 Millionen Euro wurde der Angreifer zum teuersten Fußballer der Geschichte.

Der Brasilianer ist nicht der einzige Fußball-Star, der Probleme mit der Justiz hat. Auch Cristiano Ronaldo und Lionel Messi drohten wegen der vom SPIEGEL aufgedeckten Steuervergehen lange Gefängnisstrafen. Ronaldo hatte sich im Juni aber angeblich mit der zuständigen Behörde auf eine Nachzahlung in Höhe von 18,8 Millionen Euro geeinigt. Messi kam im vergangenen Jahr mit einer Geldstrafe davon.

bam/dpa



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