Forscher bestätigt Volksglauben Himmisakra! So stark schröpfen Oktoberfestwirte ihre Gäste

Bierzelt-Ökonomen wussten es schon immer - jetzt gibt es den wissenschaftlichen Beleg: Bei den Preissteigerungen auf dem Münchner Oktoberfest geht es nicht mit rechten Dingen zu.

Ex-Fußballprofi Philipp Lahm mit Gattin Claudia auf dem Oktoberfest in München
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Ex-Fußballprofi Philipp Lahm mit Gattin Claudia auf dem Oktoberfest in München


Die Wirte auf der Wiesn setzen ihre Preise Jahr für Jahr so sehr nach oben, dass sie damit die allgemeine Inflation weit hinter sich lassen. Das hat eine Studie ergeben. Wie Volkswirt Thomas Strobel von der italienischen Bank Unicredit ermittelt hat, steigen die Preise auf dem Oktoberfest beispielsweise in diesem Jahr um 3,1 Prozent - und liegen damit deutlich über der Entwicklung der sonstigen Verbraucherpreise.

Der Index, an dem Strobel das abliest, wird gebildet aus den Preisen für zwei Maß Bier, ein halbes Hendl und eine Fahrkarte der Münchner Verkehrsgesellschaft. 2016 lag die Wiesn-Inflation noch höher, nämlich bei 3,5 Prozent, wie die deutsche Unicredit-Tochter HypoVereinsbank am Donnerstag mitteilte.

Im Gegensatz zu den üblichen Preissteigerungen sei ein anderer Trend jedoch zuletzt unterbrochen worden: Es wird weniger getrunken. Der Pro-Kopf-Bierkonsum stieg laut Unicredit-Analyse über drei Jahrzehnte von 1985 bis 2016 kontinuierlich von rund 0,9 Litern auf einen Spitzenwert von 1,3 Litern.

2016 aber waren es durchschnittlich nur noch 1,18 Liter pro Mann beziehungsweise Frau. "Es wird interessant sein zu sehen, ob die deutlichen Preissteigerungen eventuell einen nachhaltigen Effekt auf den Bierabsatz auf dem Oktoberfest haben", sagte Strobel.

Die Maß Bier auf der Wiesn kostet inzwischen bis zu 10,95 Euro und damit im Schnitt 25 Cent mehr als vor einem Jahr.

cr/ssu/dpa



insgesamt 105 Beiträge
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Seite 1
Nonvaio01 14.09.2017
1. geht se snicht mit rechten dingen zu?
sorry aber man kann soviel fuer ein Bierverlangen wie man will, das ist jedem wirt selber ueberlassen. Oder gibt es Gesetzte die ein hoechstpreis verschreiben. ausserdem ist 11euro fuer ein Lieter Bier billig. Schaut mal ins ausland.
Braveheart Jr. 14.09.2017
2. Fast elf Euro für einen Liter Bier ...
... aber bevor einige Foristen jetzt Schaum vor dem Mund kriegen: Was kostet denn ein 0,2 l "Stängchen" Kölsch in einer angesagten Kölner Kneipe? Oder ein 0,2 l Glas Altbier in der Düsseldorfer Altstadt?
ptb29 14.09.2017
3. Und jetzt?
Die Besucher des Oktoberfests bezahlen das. Wem das zu teuer ist, kann auf den Besuch verzichten. Wo ist der Skandal?
spon-41d-frm9 14.09.2017
4. Nix neues
dazu muss man sagen dass allein schon das MVG Ticket um 3,7% teuerer wurde im Vergleich zu 2016. Das sind allerding gerade mal 10 cent. Im Grunde ist das nichts neues. Sobald man unter dem Eingangstor durchgegangen ist zählt der normale Wert des Geldes nichts mehr. Im Vorfeld wird zwar immer wieder um den Bierpreis gefeilscht, dieses Jahr sogar mit einer Bierpreisbremse, aber wenns dann soweit ist störts dann doch keinen mehr, zumindest von denen die hingehen. Und wenn man bedenkt wie hoch die Preise für Alkohol in vielen anderen Ländern (z.B. Skandinavien) ist, ist die Maß mit 10,95 ja noch billig.
Kritischer Gustav 14.09.2017
5.
Zitat von ptb29Die Besucher des Oktoberfests bezahlen das. Wem das zu teuer ist, kann auf den Besuch verzichten. Wo ist der Skandal?
Genau das haben doch viele getan! Vor kurzem wurde noch veröffentlicht, dass auf der Wies´n 2016 ca. 15% weniger Bier getrunken wurde und auch weniger Besucher zu verzeichnen waren. Schuld war natürlich, wie immer, das Wetter.
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