Gerichtsurteil Pferd zu bockig - Käuferin bekommt 55.000 Euro zurück

Eine Reiterin aus New York wollte ein umgängliches Pferd - doch der Verkäufer im Emsland drehte ihr ein unberechenbares Tier an. Das ist ein Sachmangel, hat ein Gericht nun festgestellt.

Symbolbild
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Eine Käuferin darf ein bockiges Pferd zurückgeben. Der Verkäufer muss ihr dafür den Kaufpreis von 55.000 Euro erstatten, entschied das Oberlandesgericht im niedersächsischen Oldenburg. Geklagt hatte eine Reiterin aus New York, die im Alter von 58 Jahren Reiten gelernt hatte. Sie hatte ein umgängliches und leicht zu reitendes Pferd gesucht. Der Verkäufer aus dem Kreis Emsland bot ihr sein Pferd "Comingo" an, das die Frau nach drei Proberitten kaufte.

Später stellte sich heraus, dass das Pferd schwer zu handhaben war. Die Klägerin habe wegen Sachmangels vom Kaufvertrag zurücktreten wollen, weil das Pferd "nicht die vereinbarte Beschaffenheit" gehabt habe, teilte eine Gerichtssprecherin am Montag mit. Der Verkäufer lehnte dies ab.

Das Gericht gab in seinem Urteil vom 1. Februar der Reiterin recht. Zeugen hätten bestätigt, dass das Tier misstrauisch und unberechenbar sei. Eine Sachverständige kam zu dem Schluss, dass es für eine Anfängerin nicht geeignet sei.

Laut Paragraph 90a des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) sind Tiere keine Sachen. Gleichwohl legt der Paragraph aber auch fest, dass die für Sachen gültigen Rechtsnormen auch auf Tiere anzuwenden sind, also auch im Falle eines Sachmangels.

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beb/dpa



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