Berlin - Geht mein Zahnarzt auf meine Ängste und Schmerzen ein? Und informiert er mich verlässlich über entstehende Kosten? Die großen deutschen Krankenkassen wollen diese Frage mit einer beispiellosen Umfrage klären.
Es ist ein ambitioniertes Projekt: 37 Millionen gesetzlich Krankenversicherte können ab diesem Freitag ihre Zahnärzte im Internet bewerten (Link zur sogenannten Weissen Liste). Die Wertungen sollen anderen Patienten bei der Arztsuche helfen, teilten die Krankenkassen AOK, Barmer GEK und Techniker Krankenkasse in Berlin mit.
Insgesamt sollen 55.000 niedergelassenen Zahnärzte bewertet werden - auf faire Weise. Diffamierungen und unsachliche Kommentare soll es nicht geben.
Wer an dem Projekt teilnehmen will, muss sich mit den Angaben seiner Versichertenkarte registrieren. Das dient nach Angaben der Betreiber aber nur dazu, einmalig den Status des Versicherten zu prüfen - und um zu vermeiden, dass Kunden an Befragungen mehrfach teilnehmen und die Ergebnisse verfälschen. Die Umfrage selbst sei anonym.
Rund 40 Fragen in wenigen Minuten
Wer sich registriert hat, muss sodann einen Fragebogen ausfüllen. Der umfasse rund 40 Fragen, sei aber in wenigen Minuten ausgefüllt. Die Zeit sollte sich jeder nehmen, denn er helfe damit Millionen von Kunden, ihre Zahnärzte besser zu bewerten, erklärten die Kassen.
Die Ergebnisse fließen in ein Internetportal ein. Bislang konnten die Versicherten auf diesem schon ihre Haus- und Fachärzte beurteilen. Rund 150.000 Bewertungen wurden bereits abgegeben.
Laut der bisherigen Befragung bewerten Patienten ihre Haus- und Fachärzte überwiegend positiv. 88 Prozent würden ihren Hausarzt "bestimmt" oder "wahrscheinlich" weiterempfehlen, wie die AOK und die Barmer GEK unter Berufung auf die Auswertung des Onlineportals des Projekts Weisse Liste mitteilten. Das wichtigste Kriterium für die Bewertung sei den Patienten die Zufriedenheit mit der Arztkommunikation gewesen, sagte AOK-Chef Jürgen Graalmann. Ihren Facharzt würden 75 Prozent der Patienten "bestimmt" oder "wahrscheinlich" weiterempfehlen.
Das Portal ist seit einem Dreivierteljahr abrufbar. Das Angebot wurde von der Weissen Liste, einem gemeinsamen Projekt der Bertelsmann Stiftung, verschiedenen Patienten- und Verbraucherorganisationen sowie der AOK und der Barmer GEK entwickelt.
ssu/dpa
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