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Onlineshopping: Welche neuen Rechte Kunden jetzt haben

Beim Kauf im Internet und bei sogenannten Haustürgeschäften haben Verbraucher künftig mehr Rechte. Rücksendungen können dagegen teurer werden. Alle Fakten auf einen Blick.

Amazon-Logistikzentrum in Leipzig: Regeln zum Schutz vor versteckten Kosten Zur Großansicht
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Amazon-Logistikzentrum in Leipzig: Regeln zum Schutz vor versteckten Kosten

Hamburg - Wenn Kunden online Schuhe bestellen oder in der Fußgängerzone bei einem Stromanbieter unterschreiben, schließen sie einen Vertrag - dabei sind vielen die genauen Konditionen nicht immer ganz klar. Um Verbraucher bei einer Reihe von Kaufvereinbarungen besser vor versteckten Kosten und Klauseln zu schützen, greifen nun neue gesetzliche Regeln.

Was ändert sich?

In Kraft tritt eine EU-Richtlinie von 2011, deren Umsetzung in Deutschland vor einem Jahr beschlossen worden war. Dabei geht es um Vorschriften vor allem für zwei Bereiche: Zum einen um den Kauf von Waren und Dienstleistungen außerhalb von Läden, auch bekannt als "Haustürgeschäfte". Zum anderen um Angebote im "Fernabsatz", also Bestellungen per Internet, Telefon und Katalog. "Verbraucher müssen in Zukunft vor Vertragsschluss besser informiert werden", betont Bundesverbraucherminister Heiko Maas (SPD) - das betrifft etwa den Gesamtpreis, die genaue Leistung und Widerrufsmöglichkeiten.

Warum gibt es diese besonderen Regeln?

Hintergrund ist die erhöhte Überrumpelungsgefahr, denen Kunden ausgesetzt sind, die nicht von sich aus in einen Laden gehen. Bei Kaffeefahrten oder Werbeaktionen auf der Straße fällt es vielen schwerer, Nein zu sagen. Dazu kommt das Recht, einen Vertrag binnen 14 Tagen zu widerrufen.

Dass Kunden dies per Brief oder E-Mail erklären müssen, kritisiert der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) als Verschlechterung. "Die bloße Rücksendung des gekauften Produkts reicht nicht mehr aus." Die zusätzlich erforderlichen Formalitäten erhöhten die Hemmschwelle für einen Rücktritt vom Kauf.

Was ändert sich bei "Fernabsatzverträgen"?

Auch für Käufe per Internet oder Versandkatalog gelten zum Schutz der Kunden erweiterte Informationspflichten für die Anbieter. Der Vertrag muss dann noch auf Papier oder in einer E-Mail bestätigt werden. Gefällt die Ware nicht, hat künftig grundsätzlich der Verbraucher die Rücksendekosten zu tragen, was bisher nur bei einem Warenwert bis 40 Euro zulässig war - auch dies sei ein Rückschritt, moniert der VZBV.

Billen rechnet allerdings damit, dass viele größere Anbieter das Porto aus Kulanz auch weiterhin übernehmen. "Wenn ich Schuhe oder Bekleidung kaufe, kann ich nicht nur ein Exemplar bestellen. Da muss ich schon mehrere ausprobieren, um zu sehen, was passt und gefällt."

Welche Sonderregeln gelten für Onlineangebote?

Im Internet kann schon ein Klick dazu führen, dass Kunden ungewollt Zusatzkosten oder Vertragsbestimmungen akzeptieren. Bei Bestellungen in Onlineshops müssen Eingabefehler daher noch vor dem Absenden zu korrigieren sein. Auf der entscheidenden Schaltfläche muss zudem klar "zahlungspflichtig bestellen" stehen, nicht nur etwas wie "Download starten" - das sah deutsches Recht schon vor.

Für Streaming-Angebote kommen weitere Ansprüche auf Informationen hinzu. Zusatzleistungen wie Gepäckversicherungen bei Flugtickets dürfen nicht per Häkchen vorab ausgewählt sein, sodass man sie erst eigens deaktivieren muss.

Welche Kostenbremsen gibt es noch?

Wenn ganz am Ende einer Bestellung happige Gebühren fürs Zahlen mit Kreditkarte dazukommen, nehmen das viele wohl oder übel in Kauf. Künftig muss mindestens eine Zahlungsweise auszuwählen sein, die Kunden nichts kostet, beispielsweise der Einzug vom Konto.

Etwaige Gebühren dürfen nur so hoch sein wie die Kosten, die Anbietern für die Zahlungsabwicklung entstehen. Auch bei Service-Hotlines für Infos zu abgeschlossenen Verträgen dürfen anrufende Kunden nur so viel zahlen müssen, wie die eigentliche Telefonverbindung kostet.

mik/dpa

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