Nahrungsmittelspekulationen: Oxfam und Attac greifen Allianz an

Aktivisten von Oxfam und Attac haben vor dem Berliner Sitz der Allianz gegen Nahrungsmittelspekulationen demonstriert: Die Konzerne verschärften damit die Hungerkrisen in der Welt. Zeitgleich gaben drei Versicherungen bekannt, auf Investitionen in Agrarrohstoffe komplett zu verzichten.

Allianz in Berlin: Proteste gegen Spekulation mit Agrarrohstoffen Zur Großansicht
dapd

Allianz in Berlin: Proteste gegen Spekulation mit Agrarrohstoffen

Berlin - Die Aktivisten wählten den Zeitpunkt mit Bedacht: Am Freitag wird die Allianz ihre Quartalszahlen veröffentlichen, am Tag davor protestierten die Organisationen Oxfam und Attac vor der Berliner Niederlassung der Versicherung gegen die fortgesetzte Spekulation des Konzerns mit Nahrungsmitteln. In blauen Anzügen, mit weißen Masken und Stoppschildern in den Farben der Allianz forderten die elf Demonstranten von dem Konzern, auf Investitionen in Agrarrohstoffe zu verzichten.

Im Sommer seien die Preise für Grundnahrungsmittel wie Mais und Weizen förmlich explodiert, sagte Jutta Sundermann von Attac, ohne den Faktor Spekulation seien die hohen Preise nicht zu erklären. "Es gibt erdrückende Belege dafür, dass die exzessive Spekulation die Ausschläge an den Börsen auf die Spitze treibt", sagte Sundermann, dadurch würden Hungerkrisen verschärft, unter denen besonders die Menschen in armen Ländern litten.

Die Organisation Oxfam veröffentlichte eine Erklärung dreier kleiner Versicherungsunternehmen, die sich dazu verpflichten, auf Spekulation mit Nahrungsmitteln zu verzichten. "Jetzt hat die Allianz keine Ausreden mehr und muss schnellstmöglich das Geschäft mit dem Hunger beenden", sagte Oxfam-Sprecher Jan Urhahn.

Die Allianz ist der größte Versicherungskonzern Europas und erwartet für das Gesamtjahr 2012 den höchsten Gewinn seit dem Ausbruch der Finanzkrise. Die Gewinne im dritten Quartal seien vor allem auf Entwicklungen im Asset Management zurückzuführen, zu dem auch die Spekulation mit Nahrungsmitteln an den Warenterminbörsen gehört, argumentieren Attac und Oxfam.

Im Mai hatte die Hilfs- und Entwicklungsorganisation Oxfam auf der Allianz-Hauptversammlung die Studie "Mit Essen spielt man nicht!" präsentiert, die belegen soll, dass deutsche Finanzinstitute ein Sechstel des weltweit geschätzten Anlagevolumens an Agrarrohstoffmärkten halten. Den Spitzenplatz nimmt nach Oxfams Berechnungen mit 6,24 Milliarden Euro die Allianz ein. Im Sommer hatte es Gespräche mit der Allianz-Führung gegeben, die leider ohne Ergebnis blieben.

nck

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insgesamt 25 Beiträge
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1. Ist doch ganz einfach:
die-dicke-aus-der-uckerm. 08.11.2012
Zitat von sysopdapdAktivisten von Oxfam und Attac haben vor dem Berliner Sitz der Allianz gegen Nahrungsmittelspekulationen demonstriert: Die Konzerne verschärften damit die Hungerkrisen in der Welt. Zeitgleich gaben drei Versicherungen bekannt, auf Investitionen in Agrarrohstoffe komplett zu verzichten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/oxfam-und-attac-demonstrieren-gegen-agrarspekulationen-der-allianz-a-866024.html
Macht es wie ich: Meidet die Allianz und der Spuk hat ein Ende. Ganz ganz schnell.
2. Nahrungsmittel
hanfiey 08.11.2012
Ich habe die Selbstverpflichtung der Versicherungen nicht gelesen, es ist aber üblich nur auf Grundnahrungsmittel zu verzichten, der Rest wie Kaffee und Kakao werden weiterhin gehandelt.
3. 11 Demonstranten?
ginlai 08.11.2012
Zitat von sysopdapdAktivisten von Oxfam und Attac haben vor dem Berliner Sitz der Allianz gegen Nahrungsmittelspekulationen demonstriert: Die Konzerne verschärften damit die Hungerkrisen in der Welt. Zeitgleich gaben drei Versicherungen bekannt, auf Investitionen in Agrarrohstoffe komplett zu verzichten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/oxfam-und-attac-demonstrieren-gegen-agrarspekulationen-der-allianz-a-866024.html
Wow, habe ich das richtig gelesen? 11 Demonstranten ergeben einen Artikel im Spiegel...? Ich vermute, einen wesentlich grösseren Effekt auf die Preise von z.B. Mais dürfte die unselige Sitte haben, das Zeug zu Sprit zu verarbeiten. Solange sich damit einfach gutes Geld verdienen lässt, wird es nicht als Nahrungsmittel zur Verfügung stehen. Investitionen von Banken/Versicherungen hin oder her.
4. Ha Ha Ha!
der_crt 08.11.2012
Zitat von hanfieyIch habe die Selbstverpflichtung der Versicherungen nicht gelesen, es ist aber üblich nur auf Grundnahrungsmittel zu verzichten, der Rest wie Kaffee und Kakao werden weiterhin gehandelt.
Eine "Selbstverpflichtung" der Versicherungen? Dreimal kurz gelacht! Wer das ernst nimmt, der glaubt auch an den Osterhasen.
5. Warum?
JerryFletcher 08.11.2012
Wieso werden ein paar Demonstranten so aufgebauscht. Das ist ja schon fast der Berichterstattung in China gleich. Man berichtet hier nur über die negativen effekte der Nahrungsmittelspekulation. Dabei können sich Landwirte, Lebensmittelkonzerne Preise für die Zukunft sichern, Kosten also stabil halten. Das ganze hat also zwei Seiten. Der Preisanstieg für bspw. Mais ist doch fast ausschließlich auf Biokraftstoff zurückzuführen. Und das ist ja politisch gewollt. Ist also die gesamte ökopolitik falsch?
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