Bundesnetzagentur Paketdienstleister bremsen Schlichtung aus

Der Ärger über beschädigte oder verlorene Pakete wächst. Die Netzagentur muss immer mehr Fälle bearbeiten. Oft weigern sich die Dienstleister aber, an einer Schlichtung teilzunehmen.

Pakete (Archiv)
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Immer mehr Kunden beschweren sich bei Streitigkeiten um beschädigte oder verloren gegangene Pakete bei der Bundesnetzagentur. Im vergangenen Jahr seien 1001 Anträge auf Schlichtung eingegangen, mehr als vier Mal so viele wie 2016, teilte die Agentur mit.

Viele Postdienstleister weigerten sich aber, an einem Schlichtungsverfahren teilzunehmen. "Das ist für die Verbraucher ein herber Rückschlag", kritisierte der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann.

Die meisten der großen Paketdienste schließen laut Netzagentur durch eine neue Klausel in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen die Teilnahme an einem Schlichtungsverfahren aus.

"Nur die Spitze des Eisbergs"

Die beabsichtigte Verbesserung der Verbraucherrechte sei damit "faktisch ins Gegenteil verkehrt" worden. Homann sprach sich für Neuregelungen aus, damit "Postdienstleister sich in der Sache mit dem Schlichtungsantrag befassen müssen".

Diese außergerichtlichen Verfahren waren 2016 durch das sogenannte Verbraucherstreitbeilegungsgesetz geschaffen worden. Die Schlichtungsstelle Post ist bei der Bundesnetzagentur angesiedelt. Im vorigen Jahr habe sie in 191 Fällen eine gütliche Einigung erzielt.

414 mal habe der jeweilige Postdienstleister eine Teilnahme an einem Schlichtungsverfahren abgelehnt. Eine Sprecherin der Netzagentur sagte, bei den unzufriedenen Paketkunden gebe es eine hohe Dunkelziffer: "Bei uns kommt nur die Spitze des Eisbergs an."

brt/dpa



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bluebill 15.02.2018
1. Was viele nicht wissen...
Der Verbraucher, der etwas im Versandhandel bestellt, hat mit dem Paketdienst gar keinen Vertrag. Er kann sich beschweren, bis er schwarz wird, er ist für den Lieferdienstleister nun mal nicht der Kunde. Das ist der Händler, der die Ware versendet. Und nur dieser ist gegenüber dem Endverbraucher auch dafür verantwortlich, dass die bestellte Ware vertragsgemäß ankommt. Wenn also ein Paket aus dem Onlinehandel verloren geht oder Ware beschädigt ankommt, haftet der Händler! Er ist der Ansprechpartner und muss das mit dem Paketdienst regeln, den er beauftragt. - Das wissen nur viele nicht und ärgern sich endlos mit den Paketdiensten rum. Richtig ist: Beim Händler reklamieren und nicht abwimmeln lassen.
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