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Online-Buchungen: EU sichert Pauschalurlaubern mehr Rechte zu

Anflug einer Boeing auf Frankfurt am Main: Begriffserweiterung für Pauschalreisen Zur Großansicht
DPA

Anflug einer Boeing auf Frankfurt am Main: Begriffserweiterung für Pauschalreisen

Online-Reisevermittler sollen künftig ähnliche Pflichten haben wie Reisebüros: Das EU-Parlament hat eine Richtlinie verabschiedet, die Urlaubern europaweit einheitliche Rechte zugesteht - und zu mehr Transparenz führen soll.

Pauschalreisende können sich künftig auf einheitlichere europäische Regeln verlassen - egal, ob der Urlaub im Reisebüro gebucht oder im Internet individuell kombiniert wurde. Eine entsprechende Richtlinie hat das Europäische Parlament verabschiedet, die neuen Regeln gelten vom Frühjahr 2018 an.

Darin wird festgelegt, dass bereits geleistete Zahlungen geschützt sind, wenn der Anbieter in Konkurs geht. Außerdem wird die Haftung für alle Leistungen verbessert, die im Pauschalpaket enthalten sind. Daneben wird der Begriff der Pauschalreise erweitert, sodass auch Reisebestandteile wie Flüge, Hotelangebote oder Mietwagen eingeschlossen sind. Neu ist auch ein 14-tägiges Widerrufsrecht und Standard-Informationsblätter für mehr Transparenz und Vergleichbarkeit.

Unter die Richtlinie fallen auch kombinierte Internet-Angebote, die auf einem einzigen Portal gebucht und gezahlt werden. Dabei gelten die gleichen Vorschriften etwa zur Haftung und Rückerstattung wie bei klassischen Pauschalreisen. Das gilt auch für sogenannte "click-through"-Buchungen, bei denen sich Kunden durch verschiedene Internetauftritte klicken und so ihren Urlaub im Baukastenprinzip zusammenstellen. Sind diese Angebote miteinander verbunden, gelten sie ebenfalls als Pauschalreisen.

Die Politik ist zufrieden, die Reisebranche klagt

"Wegen der erheblichen Änderungen auf dem Reisemarkt und der stetigen Zunahme von Online-Reisebuchungen war es dringend notwendig, die alte Richtlinie von 1990 zu modernisieren", sagte die deutsche Berichterstatterin Birgit Collin-Langen (CDU). Die Sozialdemokraten begrüßten vor allem die jetzt verbesserte Informationspflichten vor Vertragsschluss. "Bisher haben die Anbieter erst beim letzten Mausklick über Zusatzkosten informiert - damit wird bald Schluss sein", sagte die SPD-Politikerin Evelyne Gebhardt (SPD).

Reiseveranstalter verwiesen auf Belastungen, die durch die neuen Regeln entstünden. Damit würden "neue Herausforderungen auf die Tourismusbranche zukommen", kritisierte der Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV), Norbert Fiebig. "Die bürokratischen und finanziellen Lasten, zum Beispiel im Bereich der Auskunfts- und Informationspflichten, und für die Unterstützung der Reisenden in Fällen höherer Gewalt, werden zunehmen".

Verbraucherschützern zufolge bieten Pauschalreisen eine Reihe von Vorteilen: Der Kunde hat dadurch einen einheitlichen Ansprechpartner, an den er sich mit Beschwerden wenden kann. Auch sind die Stornobedingungen für Pauschalreisen oft besser als die für einzelne Reisebausteine. Vorteile gibt es demnach auch beim Schutz vor Folgen durch die Insolvenz eines Anbieters oder beim Ausfall eines Fluges.

mxw/dpa/AFP

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insgesamt 4 Beiträge
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1. Gibt es die noch?
Worldwatch 27.10.2015
"Pauschaltouristen"?
2. Wird natürlich teurer
frenchie3 27.10.2015
Aber wohl mehr im übersichtlichichen Bereich. Dürfte sich beim ersten dadurch geregelten Problem amortisieren
3.
Martin H. 27.10.2015
@Worldwatch Ich glaube, dass es Pauschaltouristen vor allem in Form der vierköpfigen Familie gibt - mit berufstätigen, gestressten Eltern und zwei anstrengenden Kleinkindern. Zumindest spricht hier bis heute Vieles für einen unkomplizierten Pauschalurlaub.
4. Pauschalreisen steigen wieder
juanth 27.10.2015
Bei Flugreisen ab 7 Tagen reist schon wieder die Mehrheit "Pauschal", denn 1. billiger, 2. bequemer, 3. mehr Rechte und besser durchsetzbar, 4. viel moderner geworden (Flug+Finca+Leihwagen ist beim Veranstalter billigiger,sicherer und besser, als privat gebucht). "Individual" ueber diverse Portale hat erheblich hoehere Risiken in jeglicher Beziehung.
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