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Einzelhandel: Die meisten Plastiktüten kosten ab April extra

Passanten mit Einkaufstüten (Archivbild):  Händler legen Preis selbst fest  Zur Großansicht
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Passanten mit Einkaufstüten (Archivbild): Händler legen Preis selbst fest

Bislang kosten Plastiktüten nur im Supermarkt Geld, bald soll es auch beim Kleider-Shoppen so weit sein: Ab dem 1. April will der Einzelhandel für 60 Prozent aller Tüten Geld verlangen.

71 Plastiktüten benutzt jeder Deutsche durchschnittlich im Jahr. Was für die Verbraucher praktisch ist, ist für die Umwelt eine Katastrophe. Damit künftig weniger Kunststoffmüll anfällt, soll die Mehrheit der Tüten im Einzelhandel ab dem 1. April etwas kosten. Das teilte der Handelsverband Deutschland (HDE) mit.

"Es beteiligen sich zum Start so viele Unternehmen, dass bereits 60 Prozent der Tüten im Handel erfasst sind", sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Bis 2018 sollen es 80 Prozent sein, auch andere Branchen sollen sich bis dahin an der Vereinbarung beteiligen.

In Supermärkten kosten Plastiktüten schon seit Jahren Geld. In allen anderen Geschäften hingegen werden Einkäufe bislang in der Regel gratis eingepackt. Zum Start beteiligen sich nach HDE-Angaben Unternehmen aus der Lebensmittel- und Textilbranche sowie dem Elektrofachhandel. Darunter seien Ketten und Mittelständler.

Wie viel die Kunden zahlen müssen, legen die Händler aus wettbewerbsrechtlichen Gründen jeweils einzeln fest. Die Branche will sich damit einer Vereinbarung mit dem Bundesumweltministerium anschließen. 72 Prozent der Plastiktüten kommen aus dem Einzelhandel.

Ein Ministeriumssprecher sagte in Berlin: "Wir sind auf einem guten Weg, aber es gibt noch keine Vereinbarung." Entscheidend sei, in den nächsten zwei Jahren tatsächlich 80 Prozent der Tüten zu erfassen. "Dafür kommt es darauf an, dass auch andere Verbände mitmachen."

Laut einer EU-Vorgabe muss der Verbrauch von Kunststofftüten bis 2025 auf 40 Stück pro Person im Jahr sinken. Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hatte den Handel Mitte Januar ermahnt, eine angekündigte Selbstverpflichtung nicht endlos zu verschleppen. Andernfalls sei "eine Regelung per Ordnungsrecht" unausweichlich. Außer mit dem HDE wird auch mit anderen Branchenvertretern gesprochen.

Nach Angaben des Umweltbundesamts gelangen trotz eines guten Abfall- und Recyclingsystems in Deutschland regelmäßig Plastiktüten in die Natur. Vor allem für Meereslebewesen könne dies gefährlich sein, wenn Partikel Mägen verstopfen und Tiere dadurch verhungern. Freigesetzt werden können auch Zusatzstoffe wie Weichmacher.

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Plastikabfall: EU will Regeln gegen Plastiktüten einführen

brk/dpa

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1. finde ich gut
Moonshine42 09.02.2016
Beim Klamottenshoppen wird die Ware oft so schnell in eine Tüte gestopft (die dann noch zusätzlich mit Werbemüll bestückt ist), dass man kaum Gelegenheit zum Protest hat.
2. Es wäre schonmal ein Fortschritt gewesen
deranaluest 09.02.2016
Wenn man als Kunde gefragt würde, ob man überhaupt eine Tüte will. Selbst wenn man deutlich sichtbar bereits Beutel, Tüten oder Rucksack bei sich trägt, wird einem der Einkauf schneller eingetütet als ein man nein sagen kann. Hoffentlich wird man zukünftig dann auch gefragt und es wird nicht einfach noch Summe x draufgeschlagen.
3. 2(!!) Plastiktüten in 6 Jahren
wanderer777 09.02.2016
Endlich, wenn auch 10 Jahre zu spät. Ich habe in den letzten 6 Jahren ganze zwei Plastiktüten gebraucht - beide waren und sind die ganze Zeit im Gebrauch. Eine für Plastikmehrwegflaschen, die andere für Altpapier. Etwas verschlissen mittlerweile, aber immer noch zu gebrauchen. Für Einkäufe nutze ich schon immer Stofftaschen. Mir soll also kein Honk erzählen, das es IRGENDEINEN Grund gäbe, sich jedesmal eine neue Tüte mitzunehmen, geschweige denn überhaupt Plastiktüten für Einkäufe zu verwenden.
4. Lasst mich
felisconcolor 09.02.2016
raten. Die Tüten mit grosser Werbung für den Laden drauf gibt es weiterhin gratis. Ehrlich? Plastiktüten braucht nun wirklich kein Mensch. Und wenn man seine eigene Tasche mal vergessen hat helfen sie einem im Supermarkt auch mit einem Karton aus. Im Klamottenladen gucken sie schon immer ganz pikiert wenn ich auf die Tüte des Ladens verzichte und die Sachen beim Mitbewerber im Sack verschwinden lasse. Lieber Einzelhandel Tüten gibt es auch aus Papier.
5. Plastiktüten, aber OHNE Werbung!
Der-Gande 09.02.2016
Ich bin gerne bereit, einen kleinen Betrag für eine Plastiktüte zu bezahlen, aber OHNE aufgedruckte Werbung bzw. Firmenname. Wenn zahlen, dann blanco!!
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