Freiwillige Vereinbarung Handel will Plastiktüten überall kostenpflichtig machen

Plastiktüten sollen bald überall etwas kosten: An einer entsprechenden freiwilligen Vereinbarung arbeitet zurzeit der Einzelhandelsverband mit dem Umweltministerium. Einen Mindestpreis legt das Papier aber nicht fest.

Mann mit Plastiktüten in der Vorweihnachtszeit: Viel Konsum, viel Müll
DPA

Mann mit Plastiktüten in der Vorweihnachtszeit: Viel Konsum, viel Müll


Plastikmüll gehört zu den großen Umweltproblemen der Industrieländer. Die Europäische Union will deshalb den Verbrauch von Plastiktüten begrenzen, die Mitgliedstaaten sollen nach einem EU-Beschluss Gebühren oder Steuern auf die Beutel erheben oder konkrete Ziele zur Verminderung beschließen. In Deutschland arbeitet zurzeit der Einzelhandelsverband HDE mit dem Bundesumweltministerium an einer freiwilligen Vereinbarung des Handels zur kostenpflichtigen Abgabe von Plastiktüten.

Der Entwurf zielt unter anderem darauf ab, dass Plastiktüten künftig in allen Branchen etwas kosten sollen - auch in jenen, in denen dies bislang nicht der Fall ist. Gerichtet ist er nicht nur an den Einzelhandel, der aber mit einem Anteil von 72 Prozent am Tütenmarkt besonders ins Gewicht fällt. Gerade im Non-Food-Bereich werden Plastiktüten noch kostenlos abgegeben.

Einen Mindestbetrag für den Preis von Plastiktüten setzt der Entwurf nach Angaben des HDE explizit nicht fest. Vielmehr setzt der HDE auf einen "angemessenen Betrag, den jeder Betrieb selber festlegen kann", teilte ein Sprecher des Handelsverbands SPIEGEL ONLINE mit. Einen Bericht, demzufolge Plastiktüten ab April kommenden Jahres angeblich 20 Cent kosten sollen, konnte der Sprecher nicht bestätigen.

Die "Süddeutsche Zeitung" hatte berichtet, aus dem Entwurf gehe hervor, dass handelsübliche Plastiktüten "von April 2016 an voraussichtlich mindestens 20 Cent pro Stück an der Ladenkasse kosten" sollen. Gleichzeitig werde allerdings noch zwischen Verband und Ministerium - und auch unter den Verbandsmitgliedern - diskutiert, welcher Preis angemessen sei, heißt es in dem Bericht.

bos

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insgesamt 77 Beiträge
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stimmvieh_2011 23.10.2015
1. Posse!
Deutschland liegt bereits unter dem von der EU geforderten jährlichen Verbrauchsvolumen. Hier wäre also überhaupt kein Handlungsbedarf.
windpillow 23.10.2015
2. Plastikhirn
Plastiktüten ganz verbieten und nur noch Stoff-Tüten für den Mehrfach Gebrauch anbieten, das wäre der richtige Weg. Alles andere ist nur Augenwischerei.
hwdtrier 23.10.2015
3. Bei uns wird streng
getrennt und doch sollen wir für unverantwortlichen Umgang anderswo bezahlen.
redren1305 23.10.2015
4. 20 Cent..
sind viel zu billig, unter 2,00 € sollten die nicht kosten. Bequemlichkeit muss etwas wert sein !´
Sep12 23.10.2015
5. Der Durchbruch!
Endlich! Zum Glück sind ja andere Verpackungen wie Einwegflaschen, Joghurtbecher, Bonbontüten etc oder diese Riesenfolien, mit denen man komplette Paletten einpackt, nicht aus Plastik ....
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