Pleitekasse BKK für Heilberufe macht dicht

Es ist die zweite Kassenschließung nach Einführung des Gesundheitsfonds: Nach der City BKK steht nun auch das Aus der BKK für Heilberufe fest. Pflichtversicherte müssen sich bis spätestens Mitte Januar eine neue Kasse suchen.


Bonn - Seit Jahren steckte die Kasse in massiven finanziellen Schwierigkeiten, nun ist die BKK für Heilberufe am Ende. Das Bundesversicherungsamt gab am Mittwoch das Aus der Krankenkasse zum 31. Dezember bekannt. BVA-Präsident Maximilian Gaßner fordert die Kassen auf, dass die rund 113.000 Versicherten dieses Mal problemloser wechseln können als es zuletzt bei der City BKK der Fall war. Diese war zum 1. Juli geschlossen worden.

Das Aus der BKK für Heilberufe zeichnete sich bereits Anfang Oktober ab, nachdem ein potentieller Fusionspartner abgesprungen war. Seit Jahren schon litt die Kasse unter einem Mitgliederschwund. Die Sanierungsmaßnahmen hätten letztlich nicht zum Erfolg geführt, so dass die "schmerzhafte Entscheidung" unumgänglich gewesen sei, sagte Gaßner.

Die Versicherten können nun unabhängig von Alter und Gesundheitszustand in eine andere gesetzliche Krankenkasse wechseln. Die anderen Kassen dürfen niemanden abweisen. Gaßner forderte die Kassen auf, dafür zu sorgen, dass der Wechsel "problemlos und unbürokratisch funktioniert". "Sollte es wieder Krankenkassen geben, die sich rechtswidrig verhalten und versuchen, Versicherte abzuwimmeln, wird das BVA mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln hiergegen vorgehen", warnte er.

Hotline für Versicherte

Bei der City hatten Mitglieder teilweise erhebliche Probleme beim Wechsel, viele wurden nach eigenen Angaben von anderen Kassen mit fadenscheinigen Argumenten zurückgewiesen. Gesundheitsminister Daniel Bahr erwartet dieses Mal keine großen Probleme: Die Kassen seien diesmal besser vorbereitet auf die Aufnahme der Versicherten, sagte ein Ministeriumssprecher. Er verwies auf das neue Versorgungsstrukturgesetz, dass zum 1. Januar in Kraft tritt. Damit soll das Recht der Versicherten, eine Kasse frei zu wählen, gestärkt werden.

Der Versicherungsschutz für die bisherigen Versicherten der BKK für Heilberufe bleibt lückenlos bestehen. Pflichtversicherte müssen sich spätestens bis Mitte Januar eine neue Kasse suchen. Freiwillig versicherte Mitglieder mit einem monatlichen Bruttoeinkommen ab 4125 Euro haben bis zu drei Monate Zeit für den Kassenwechsel.

Für die Betroffenen wurde eine Hotline geschaltet. Pflichtversicherte können sich unter der Rufnummer 0211-69828080 und freiwillig Versicherte unter der Rufnummer 0211-69828090 informieren. In den nächsten Tagen erhalten die Betroffenen eine Liste aller Krankenkassen, aus denen sie dann eine neue Kasse frei wählen können, wie ein BKK-Sprecher sagte. Zudem bekommen sie ein vorbereitetes Formular für den Wechsel. Dieser Service wird ab Januar für alle Kassen verpflichtend.



© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.