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30. Juni 2012, 14:44 Uhr

Briefe in Deutschland

Post prüft Portoerhöhung

Briefe zu verschicken, könnte erstmals seit Jahren wieder teurer werden. Die Deutsche Post erwägt laut "Frankfurter Allgemeiner Sonntagszeitung", das Porto zu erhöhen. Dabei geht es um Sendungen, die innerhalb Deutschlands verschickt werden.

Frankfurt am Main - Die Deutsche Post erwägt, das Porto für Briefe in Deutschland zu erhöhen. "Wir werden im Herbst prüfen, ob die Rahmenbedingungen es ermöglichen, unsere Preise für das nächste Jahr zu erhöhen", sagte Post-Finanzvorstand Larry Rosen der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Fakt ist, dass unser Porto seit vielen Jahren nicht mehr gestiegen ist." Um wie viel das Porto steigen könnte, sagte der Manager nicht. Derzeit liegt es bei 55 Cent für einen Standardbrief.

Ein Haushalt in Deutschland gebe im Monat durchschnittlich weniger als fünf Euro für Porto aus, sagte Rosen der Zeitung. "Ich glaube daher nicht, dass ein etwas höheres Briefporto viele Menschen vom Schreiben abhalten würde." Wachstumstreiber sei ohnehin das Paketgeschäft. Dieses wachse zweistellig.

Zu den Folgen der Euro-Krise sagte Rosen, das Unternehmen spüre dies lediglich in seinem Luftfrachtbereich. "Einige Unternehmen ziehen derzeit den billigeren Transport per Schiff vor." Insgesamt entwickle sich das Geschäft der Post aber sehr erfreulich. In Krisenzeiten würden die Menschen sogar besonders viel im Internet bestellen, was das Paketgeschäft antreibe.

Rosen zeigte sich zuversichtlich, dass die Post ihre Prognosen für das Geschäftsjahr 2012 erreichen kann. "Wir rechnen mit einem operativen Ergebnis von 2,5 bis 2,6 Milliarden Euro, nach 2,4 Milliarden Euro im vorigen Jahr", sagte der Manager der "FAS". "Das werden wir schaffen."

Eine Nachzahlung von Mehrwertsteuer, auf die sich die Post mit den Finanzbehörden geeinigt hatte, werde das operative Ergebnis mit 180 Millionen Euro belasten. Insgesamt musste die Post zwar 516 Millionen Euro nachzahlen. Für mehr als die Hälfte hatte das Unternehmen jedoch Rückstellungen gebildet. Rosen sagte weiter, die Umwandlung von Filialen der Post in sogenannte Partnerfilialen mit Bäckern oder Schreibwarenhändlern sei mittlerweile abgeschlossen. "Dieser Prozess ist beendet."

cte

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