Briefe in Deutschland: Post prüft Portoerhöhung

Briefe zu verschicken, könnte erstmals seit Jahren wieder teurer werden. Die Deutsche Post erwägt laut "Frankfurter Allgemeiner Sonntagszeitung", das Porto zu erhöhen. Dabei geht es um Sendungen, die innerhalb Deutschlands verschickt werden.

Post-Filiale in Essen: Paketgeschäft wächst zweistellig Zur Großansicht
dapd

Post-Filiale in Essen: Paketgeschäft wächst zweistellig

Frankfurt am Main - Die Deutsche Post erwägt, das Porto für Briefe in Deutschland zu erhöhen. "Wir werden im Herbst prüfen, ob die Rahmenbedingungen es ermöglichen, unsere Preise für das nächste Jahr zu erhöhen", sagte Post-Finanzvorstand Larry Rosen der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Fakt ist, dass unser Porto seit vielen Jahren nicht mehr gestiegen ist." Um wie viel das Porto steigen könnte, sagte der Manager nicht. Derzeit liegt es bei 55 Cent für einen Standardbrief.

Ein Haushalt in Deutschland gebe im Monat durchschnittlich weniger als fünf Euro für Porto aus, sagte Rosen der Zeitung. "Ich glaube daher nicht, dass ein etwas höheres Briefporto viele Menschen vom Schreiben abhalten würde." Wachstumstreiber sei ohnehin das Paketgeschäft. Dieses wachse zweistellig.

Zu den Folgen der Euro-Krise sagte Rosen, das Unternehmen spüre dies lediglich in seinem Luftfrachtbereich. "Einige Unternehmen ziehen derzeit den billigeren Transport per Schiff vor." Insgesamt entwickle sich das Geschäft der Post aber sehr erfreulich. In Krisenzeiten würden die Menschen sogar besonders viel im Internet bestellen, was das Paketgeschäft antreibe.

Rosen zeigte sich zuversichtlich, dass die Post ihre Prognosen für das Geschäftsjahr 2012 erreichen kann. "Wir rechnen mit einem operativen Ergebnis von 2,5 bis 2,6 Milliarden Euro, nach 2,4 Milliarden Euro im vorigen Jahr", sagte der Manager der "FAS". "Das werden wir schaffen."

Eine Nachzahlung von Mehrwertsteuer, auf die sich die Post mit den Finanzbehörden geeinigt hatte, werde das operative Ergebnis mit 180 Millionen Euro belasten. Insgesamt musste die Post zwar 516 Millionen Euro nachzahlen. Für mehr als die Hälfte hatte das Unternehmen jedoch Rückstellungen gebildet. Rosen sagte weiter, die Umwandlung von Filialen der Post in sogenannte Partnerfilialen mit Bäckern oder Schreibwarenhändlern sei mittlerweile abgeschlossen. "Dieser Prozess ist beendet."

cte

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insgesamt 97 Beiträge
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1.
pwbaumann 30.06.2012
Zitat von sysopBriefe ...
weshalb eröffnet spon für diese meldung einen neuen thread? die reaktionen sind doch vorhersehbar, wir werden nun zahlreich lesen können wie unwichtig doch briefe seien.
2. Weniger für immer mehr Geld
rodelaax 30.06.2012
Es fing mit immer weniger Postämtern an, gleichzeitig gab es ein Briefkastensterben (manchmal muss man sich schon in ein Auto setzen, um den nächsten Briefkasten zu erreichen, der dann vielleicht noch weniger häufig geleert wird) und in letzter Zeit wird das Austragen von Briefen am Montag extrem eingeschränkt. Gleichzeitig versucht die Post Internetanalphabeten mit der lächerlichen kostenpflichtigen "DE-Mail" zu verarsc*en. Und dafür soll man immer mehr Geld bezahlen?
3. Wie wäre es,...
Snowfan 30.06.2012
... wenn mit den Preisen auch mal der Service steigen würde? Die Öffnungszeiten der Postfilialen (mittags mind. eine Stunde geschlossen, sehr frühe Abendschließung) sind mittlerweile mehr als antiquiert!
4. Clever gewirtschaftet
Stelzi 30.06.2012
Ja, das macht natürlich schrecklich viel Sinn, wenn man ob der sinkenden Nachfrage nach Postsendungen, diesen Einnahmeverlust durch Preiserhöhung kompensieren will. Da fallen mir noch gleich (ehemalige) Detailhändler ein, denen die Kundschaft davon lief - die wollten das auch mit höheren Preisen ausgleichen und sperrten kurz darauf ganz zu...
5. ja klar , das wichtigste nicht erwaehnt
vadm99 30.06.2012
naemlich , dass wenn die post das porto innerhalb deutschlands erhoeht , es sich auch auf andere briefsendungen bezieht , wie beispielsweise grossbriefe usw. .Kurz gesagt dort wo waren verschickt werden und davon gibt es zig millionen jaehrlich allein bei ebay und amazon.Und wer wird das bezahlen? rightig , die deutschen verbraucher und das sind bestimmt nicht 5 euro in monat pro haushalt
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