Unbemannte Flugkörper Postchef fordert Nummernschild für Drohnen

Bald eine Million Drohnen gibt es in Deutschland - und keine "klaren, staatlichen Regeln", kritisiert Postchef Frank Appel. Seine Lösung: Nummernschilder und Führerscheine für die unbemannten Flugkörper.

Drohne in Hessen
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Drohne in Hessen


Postchef Frank Appel hat ein Nummernschild für Drohnen gefordert. "Wichtig ist, dass wir zeitnah klare staatliche Regeln für den Einsatz von Drohnen bekommen. Dazu gehört ein Nummernschild wie beim Auto, damit die Drohnen jederzeit identifizierbar sind", sagte der Manager der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Für den Betrieb der Flugobjekte sollte zudem eine Lizenz wie ein Führerschein Pflicht sein.

Die Deutsche Post hatte in den vergangenen Jahren mehrfach den Einsatz einer Drohne im Zustellbetrieb getestet - unter anderem mit Flügen vom Festland auf die Insel Juist und in den Bergen bei Reit im Winkel vom Tal bis auf die Alm.

Technisch sei die Zustellung schon jetzt möglich, sagte Appel. "Die Drohne könnte beispielsweise eine Packstation ansteuern, einen Carport oder eine Terrasse". Als potenzielle Einsatzgebiete sieht die Post vor allem dünn besiedelte oder schwer erreichbare Gebiete.

Die Deutsche Flugsicherung hatte im Juli geschätzt, dass dieses Jahr rund eine Million zumeist privat genutzter, unbemannter Fluggeräte im deutschen Luftraum unterwegs sein könnten. Damit steige auch die Zahl der Zwischenfälle, bei denen Hobbypiloten Flugzeugen gefährlich nahe kommen.

Im ersten Halbjahr 2017 zählte die DFS rund 40 Behinderungen des Luftverkehrs durch Drohnen - mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreshalbjahr.

Lesen Sie hier, wie Sie eine Hobbydrohne richtig steuern.



insgesamt 53 Beiträge
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swarf 20.08.2017
1. Wo lebt Herr Appel?
Es gibt bereits schon lange Regeln für die Nutzung sogenannter Drohnen. Man darf dabei nicht vergessen, dass es solche Modelle schon lange gibt und von Modellfliegern genutzt werden - ohne andere Wirtschaftszweig zu gefährden. Ich halte auch die Zahl der gefährlichen Sichtungen für übertrieben, aber schon für möglich. Ich vermute, Herr Appel möchte den Luftraum für sein Unternehmen frei halten. Für mich ist es der blanke Horror, wenn es demnächst über mir von DHL, Hermes, UPS und Amazon-Dröhnen wimmelt. Die Geräte sind von einem ganz anderen Keine Kaliber.
Newspeak 20.08.2017
2. ...
Was faellt einem Deutschen natuerlich immer als Erstes bei solchen Dingen ein? Ein Nummernschild (bei dem die Zulassungsstelle kassiert) Einen Fuehrerschein (bei dem Fahrlehrer, Pruefer, etc, kassieren) Warum nicht auch eine verpflichtende technische Pruefung (kassiert der TUeV), eine medizinische Pruefung des Betriebers (ein Sehtest, kassiert der Optiker, ein psychologischer Test, kassiert der Psychologe), eine Drohnensteuer (kassiert das Finanzamt), eine Versicherungspflicht (kassiert die private Versicherungswirtschaft), vielleicht noch eine Pauschale fuer GEZ und GEMA, falls die Drohne theoretisch technisch zum Empfang von Fernsehen oder Abspielen von Musik geeignet ist (enthaelt ja immerhin elektronische Bauteile). Hmm, mal Ueberlegen, gibt es etwas, was wir vergessen haben, an Abzockmoeglichkeiten? Und dann wundert man sich, weshalb es in Deutschland keine Tech-Start-Ups gibt, weshalb so wenig Patente angemeldet werden, warum so wenige Firmen gruenden, warum es keinen IT Konzern von Rang in Deutschland gibt (SAP ist 70er Jahre und nicht zukunftstraechtig). Aber nein, in Deutschland wird keinesfalls zuviel reguliert und abgezockt. Ach so, ja, ich vergas eine Pflicht des Drohnenbetreibers sich bei einer Berufsstandesorganisation anmelden zu muessen...IHK oder so...irgendwas kann man da sicher konstruieren, damit auch die noch beteiligt sind.
Big_Jim 20.08.2017
3. Nummernschilder für Spielzeugautos? Oder für Rollschuhe?
Wirklich mal eine sinnvolle idee wären Nummernschilder für Fahrräder. Die nehmen nämlich jeden Tag am fließenden Verkehr teil und das ohne jegliche Versicherung oder irgendeiner Art von Nachweis, dass der Lenker auch nur rudimentäres Wissen der Straßenverkehrsordnung besitzt. Aber das ist vermutlich politisch nicht gewünscht also stürzen wir uns auf die Drohnenbesitzer. Wen trifft es anschließend? Wie wäre es dann auch mit Nummernschilder für Spielzeugautos? Oder für Rollschuhe?
Bell412 20.08.2017
4. Wenn Herr Appel sich mal bemühen möchte..
Gibts schon lang. Na ja, die Bestimmung dafür.. Muss er eben noch sieben Wochen warten, dann hat er seine Kennzeichnung. Siehe https://www.dmfv.aero/allgemein/kennzeichnungspflicht-fuer-flugmodelle/
xc6lx45 20.08.2017
5. Sehr geehrter Herr Appel...
... Ihr Unternehmen verübt täglich Verkehrsverstösse, Halten und Fahren auf Radwegen. Gewerbsmässig. Setzen sie dem doch bitte ein Ende, dann können wir uns gerne über die vermeintliche Gefährdung durch Drohnen unterhalten. Sollten sie tatsächlich eine Gefahrensituation durch Modellflieger bemerken (dies ist extrem unwahrscheinlich), dann rufen sie doch bitte einfach die Polizei. Sie werden feststellen, dass die bestehende Rechtssprechung völlig ausreichend ist, weil weit restriktiver, als im internationalen Masstab üblich.
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