Urteil Privatfahrten mit Dienstwagen könnten günstiger werden

Den Dienstwagen auch privat nutzen? Das könnte durch ein Urteil des Bundesfinanzhofs bald günstiger werden. Ein Angestellter setzte durch, dass er eigene Kosten für den Wagen von der Steuer absetzen kann.

Dienstwagen des Berliner Senats (2015)
DPA

Dienstwagen des Berliner Senats (2015)


Für viele Arbeitnehmer werden Privatfahrten mit dem Dienstwagen voraussichtlich günstiger. Denn wenn der Angestellte ohnehin einen Teil der Kosten seines Dienstwagens trägt, muss der Fiskus das bei der Berechnung der Einkommensteuer berücksichtigen. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) in einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil entschieden.

Damit setzte sich ein Angestellter gegen sein Finanzamt durch. Der Mann teilte sich mit seinem Arbeitgeber die Kosten des Dienstwagens, den er auch privat nutzte. Der Angestellte bezahlte 5600 Euro Benzin im Jahr, die Firma den Rest. Diese 5600 Euro kann der Mann nun von der Steuer absetzen - das Finanzamt hatte das anders gesehen.

Bisher konnten Arbeitnehmer ihre privaten Kosten nur zum ganz kleinen Teil absetzen. Das höchste deutsche Finanzgericht hat nun aber seine Rechtsmeinung geändert, wie aus der Entscheidung hervorgeht.

Bei der Besteuerung privat genutzter Dienstwagen gibt es zwei Methoden: ein Fahrtenbuch oder die sogenannte Ein-Prozent-Regel. Letztere bedeutet, dass der Arbeitnehmer monatlich ein Prozent des Auto-Listenpreises plus einen Anteil für die Fahrten zum Arbeitsplatz versteuern muss.

In dem Prozess belief sich dieser Betrag auf 6300 Euro im Jahr, die das Finanzamt besteuern wollte. Laut BFH-Urteil kann der Mann jedoch seine 5600 Euro Benzinkosten davon abziehen - versteuern muss er damit nur noch 700 Euro als geldwerten Vorteil.

Die finanziellen Auswirkungen auf die Staatskasse gehen aus dem Urteil nicht hervor. Auf Deutschlands Straßen sind mehrere Millionen Dienstwagen unterwegs.

dab/dpa



insgesamt 47 Beiträge
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strauch 15.02.2017
1.
Kann ich dann demnächst auch von meinem Privatwagen die Spritkosten vom Kaufpreis abziehen und muss nur für den Rest die MwSt abführen? Also die Leute mit dem Dienstwagen werden schon immer schlecht behandelt, ich würde auch gerne mal unter einem Dienstwagen leiden.
Pela1961 15.02.2017
2. Ich hatte
ja eine Reform dieser Dienstwagenbesteuerung erwartet. Allerdings hatte ich gedacht, dieses weitere Privileg Besserverdienender würde eingeschränkt werden. Jeder Dienstwagenfahrer lacht sich doch schon heute kaputt über die lächerliche 1 % Regel. Und diejenigen, die keinen Dienstwagen haben, werden mit der Entfernungspauschale abgespeist, die noch nicht mal die Spritkosten halbwegs ausgleicht.
trompetenmann 15.02.2017
3. Dienstwagen als Geldwerter Vorteil
zu Versteuern? Davon wird dann der Eigenanteil abgezogen, und der zu versteuernde Betrag reduziert sich. Oder so ähnlich....
herrenschirm 15.02.2017
4. Kurios
Der tiefere Grund, dass Betriebsmittel steuerlich geltend gemacht werden dürfen, erschließt sich mir nicht. Vielleicht kann man die Urteilsbegründung irgendwann mal im Netz lesen. Wäre interessant.
static2206 15.02.2017
5. So billig wie viele glauben ist ein Dienstwagen auch nicht
Zumindest für einen durchschnittlichen Arbeitnehmer. Selbst mit günstigem Wagen und einem durchschnittlichen Arbeitsweg kommen kosten von 500€ oder mehr zusammen. Diese müssen auch erstmal verdient werden. Es ist also nicht für jeden günstig.
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