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Psycho? Logisch! So kritisieren Sie richtig

"Immer machst du alles falsch!" Wer Kollegen so tadelt, ist heißer Anwärter auf den Titel "Büro-Ekel 2011". Wie Sie richtig kritisieren, verraten die Bestsellerautoren Volker Kitz und Manuel Tusch. Erste Lektion: Reden Sie mehr über sich, wenn Sie andere rüffeln.

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Corbis

Büro-Zoff: Manche Kollegen könnte man echt in die Tonne treten

Wie oft haben Sie schon versucht, die Kollegin zu verändern - leider erfolglos? Wie oft haben Sie versucht, dem Chef klarzumachen, dass er Sie nicht immer vor den anderen so runterputzen soll - ohne Wirkung?

Sie sagen Ihre Meinung - und machen alles nur schlimmer? Die Kommunikationspsychologie bietet eine Erklärung dafür. Und eine Lösung.

In der Regel neigen wir zu Aussagen wie "Sie kommen immer zu spät!" oder "Sie sind wie die Axt im Walde!" oder "Könnt ihr nicht mal eure dreckigen Tassen in die Kaffeeküche tragen?". Darauf hagelt es meistens Reaktionen wie "Sie waren doch selber letzte Woche zu spät!" Oder: "Kümmere dich um deinen eigenen Dreck!"

Denn die anderen empfinden sogenannte "Du-Botschaften" als Vorwürfe und kontern mit Gegenvorwürfen. Als Lösung hat der weltberühmte Konfliktforscher Marshall B. Rosenberg die eine "Ich-Botschaft" entwickelt, die in brenzligen Situationen wahre Wunder wirkt.

Um richtig zu kritisieren, müssen Sie vier Dinge tun: beobachten, fühlen, Ihre Bedürfnisse formulieren und sich etwas wünschen.

  • Im Alltag geht das so: Formulieren Sie zunächst ganz neutral und konkret Ihre Beobachtung: "Wenn ich auf unserem gemeinsamen Schreibtisch acht Kaffeetassen stehen sehe, aus denen grau-silbrige Pilzkulturen ranken..." Vermeiden Sie Verallgemeinerungen wie "immer". Denn auf den Satz "Immer stehen hier dreckige Tassen herum" kann Ihr Gegenüber Ihnen leicht antworten: "Stimmt doch gar nicht, letzte Woche war es aufgeräumt." Und schon wäre Ihnen der Wind aus den Segeln genommen.
  • Benennen Sie im zweiten Schritt Ihr Gefühl: "...dann ekle ich mich und werde nervös..." Wichtig: Sagen Sie nur, was Sie selbst fühlen und nie, was eine andere Person tut. "Ich habe das Gefühl, du hörst mir gar nicht zu", ist nur ein Pseudo-Gefühl. Der andere kann sagen "Stimmt nicht, ich höre dir zu." Und schon sind Sie mit Ihrem Latein am Ende. Sagen Sie hingegen "Ich bin verärgert", dann ist das ein echtes Gefühl, das Ihnen niemand nehmen kann. Ihre Kollegin kann ja schlecht mit dem Fuß aufstampfen und rufen: "Stimmt nicht, du bist gar nicht verärgert!"

  • Drittens artikulieren Sie Ihr Bedürfnis: "...denn ich habe ein Bedürfnis nach Ordnung und Sauberkeit..." Damit helfen Sie dem anderen, Ihren Wunsch zu verstehen, der nun als Viertes kommt: "...und ich bitte dich: Bring die Tassen jetzt in die Kaffeeküche und stell sie in die Spülmaschine." Wünschen Sie so konkret wie möglich, vermeiden Sie abstrakte Worte wie "Respekt" oder "Rücksichtnahme". Denn die können für unterschiedliche Menschen ganz unterschiedliche Bedeutungen haben. Der eine versteht unter "Respekt" zum Beispiel, seinen Bürokollegen in der Kaffeepause nicht zu stören - die andere versteht unter "Respekt", in der Kaffeepause miteinander zu plaudern.

Anfangs mag Ihre Ich-Botschaft sperrig wirken im Vergleich zum vorwurfsvollen Spontan-Statement. Die Vorteile überwiegen jedoch eindeutig: Sie verletzen niemanden, Sie machen sich nicht angreifbar, und Sie geben Ihren Mitmenschen die Verantwortung für deren Verhalten zurück. Sie selbst sind entlastet und können guten Gewissens weiterarbeiten.

Und wenn zu Hause die Socken auf dem Boden immer wieder zu Streit führen oder Ihr Partner einfach nicht verstehen will, dass Sie nach einem harten Tag im Büro ein wenig Ruhe brauchen: Dann probieren Sie es doch auch dort einmal mit einer Ich-Botschaft. Sie hat schon so manche Ehe gerettet.

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insgesamt 17 Beiträge
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    Seite 1    
1. und wieder
-g- 02.01.2012
Zitat von sysop"Immer machst du alles falsch!" Wer Kollegen so tadelt, ist heißer Anwärter auf den Titel "Büro-Ekel 2011".*Wie Sie richtig kritisieren, verraten die *Bestsellerautoren Volker Kitz und Manuel Tusch. Erste Lektion: Reden Sie mehr über sich, wenn Sie andere rüffeln. http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,795525,00.html
ein weiterer unnötiger Beitrag aus der Rubrik "Selbsternannte Experten geben ungefragt Auskunft" ...
2. Binsenweisheit
SirLurchi 02.01.2012
Meine Damen, meine Herren, meine Fresse! Da werden ja mal wieder Weisheiten vermarktet, die seit Jahrzehnten bekannt sind! Ich glaube, ich schreibe auch ein Buch darüber! Wer sich mit dem Thema besser und wirklich gut beschäftigen will: Friedemann Schulz von Thun: Miteinander reden (3 Teile) DAS! Ist der "Guru" der Kommunikation ... ;-)
3.
Trondesson 02.01.2012
Soso, ich, ich und ich soll man also sagen. Ob das nun so vorteilhaft ist, kann ich aus eigener Perspektive nicht bestätigen, denn solche Egozentriker gehen mir persönlich nur auf den Keks.
4.
brotzeithasser 02.01.2012
Wenn ich Ihren Artikel lesen, so fällt mir auf, dass in der Einleitung angekündigt wird, man könne bei Nichtbeachtung den Titel "Büro-Ekel 2011" verliehen bekommen. Dabei fühle ich mich stark in die Vergangenheit zurückversetzt, da wir bereits das Jahr 2012 schreiben. Falls der Titel "Büro-Ekel" für das aktuelle Jahr nicht jeweils im Folgejahr erst ausgeschrieben und verliehen wird würde ich mir daher wünschen, dass in Zukunft auch bei Artikeln, die in zeitlicher Nähe zum Jahreswechsel veröffentlicht werden auf korrekte Jahreszahlen geachtet werden würde.
5. Zustimmung
Pfefferkuchenmann 02.01.2012
Zitat von TrondessonSoso, ich, ich und ich soll man also sagen. Ob das nun so vorteilhaft ist, kann ich aus eigener Perspektive nicht bestätigen, denn solche Egozentriker gehen mir persönlich nur auf den Keks.
Denke ich genau so. Es ist viel wichtiger, wie man Dinge sagt. Sachlich und freundlich auch beim kritisieren bleiben, dann wird es schon. Dann braucht man auch nicht immer "ich" sagen. Gestik, Mimik und Stimmlage sind meiner Meinung nach entscheidender. Also ob man sich so anhört als wolle man den Kollegen tadeln oder nur auf etwas hinweisen. Natürlich gibt es Leute die Kritik nicht vertragen, aber bei denen ist es meist eh egal, wie man herangeht.
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Zu den Autoren
  • Mareike Föcking
    Volker Kitz hat Jura und Psychologie studiert. Er arbeitet als Anwalt und Coach in München.
  • Mareike Föcking
    Manuel Tusch ist Diplom-Psychologe mit eigener Praxis in Köln. Gemeinsam haben sie mehrere Bestseller geschrieben. Die hier genannten Tricks stammen aus ihrem aktuellen Buch "Psycho? Logisch! Nützliche Erkenntnisse der Alltagspsychologie". Bei Unternehmen sind Kitz und Tusch gefragte Redner und Coaches.
  • Mehr Infos unter www.kitz-tusch.com
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