Quiz zum "Veggie Day": Gemüse ist mein Fleisch

Von Bertolt Hunger und Nicolai Kwasniewski

Grünes Essen: Was bringt ein "Veggie Day" dem Klima? Zur Großansicht
DPA

Grünes Essen: Was bringt ein "Veggie Day" dem Klima?

Der "Veggie Day" der Grünen war die Lachnummer des Wahlkampfes. Es bleibt aber die Frage: Was brächte der Umwelt ein solcher Tag, an dem Großküchen nur fleischlose Gerichte anbieten? Testen Sie Ihr Öko-Wissen in unserem Veggie-Quiz!

Für jene, die es eilig haben: Hier geht es sofort zum Quiz.

Eigentlich ist der sogenannte "Veggie Day" ein alter Hut: Schon im Januar 2010 führte die Stadt Bremen mit Unterstützung des rot-grünen Senats den fleischfreien Donnerstag ein und schrieb das 2011 sogar in die Koalitionsvereinbarung. Auch die Uni-Städte Marburg, Münster oder Göttingen haben den "Veggie Day" etabliert, viele Uni-Mensen bieten an einem Tag nur vegetarische Gerichte an. In Belgien gibt es die Initiative, auch in Holland, den USA oder Brasilien.

Im Bundestagswahlkampf 2013 wurde darüber dennoch intensiv debattiert. Einen fleischlosen Tag pro Woche in Deutschlands Kantinen hatten die Grünen gefordert. Prompt warnten Politiker von Union und FDP, aber auch der Linken vor einer Bevormundung der Bürger.

Die Menschen seien klug genug, selbst zu entscheiden, wann sie Fleisch und Gemüse essen, sagte FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle. "Menschen ständig Vorschriften zu machen, ist nicht mein Verständnis von Freiheit und Liberalität." CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe warnte vor einer "grünen Bundes-Verbots-Republik", und der Bundesgeschäftsführer der Linken, Matthias Höhn, wetterte gegen eine "grüne Erziehungsdiktatur". Sogar Bundesernährungsministerin Ilse Aigner (CSU) kritisierte den Grünen-Vorstoß. "Wir halten generell wenig von Bevormundungen", sagte ein Sprecher. "Am Ende brauchen wir eine ausgewogene Ernährung. Da gehört Fleisch dazu."

Über die Aufregung geriet etwas in Vergessenheit, dass laut einer ganzen Reihe von Studien viele Bundesbürger nach wie vor viel mehr Fleisch und Wurst essen als empfohlen. Zudem empfiehlt auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung seit langem, sich vorwiegend mit pflanzlichen Lebensmitteln zu ernähren. Und laut einer vom Umweltverband WWF herausgegebenen Studie bewirkt hoher Fleischkonsum viel Landverbrauch und weit mehr Treibhausgase als pflanzliche Ernährung.

Die Frage ist also: Was würde ein Veggie Day kosten, und was würde er dem Klima bringen, wenn alle gut 80 Millionen Bundesbürger freiwillig mitmachen würden? Testen Sie Ihr Wissen in unseren Quiz.

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insgesamt 166 Beiträge
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1. optional
xxbigj 20.09.2013
Zeigt doch nur das die Leute nur das hören wollen was sie wollen. Anstatt auf Massentierhaltung und bewusstes Essen zu achten!! Aber ich gebe zu ich tue das auch nicht immer!
2. der "Veggytag der Grünen" ist in Süddeutschland ein alter Hut
rbn 20.09.2013
Zitat von sysopDer "Veggie Day" der Grünen war die Lachnummer des Wahlkampfes. Es bleibt aber die Frage: Was brächte der Umwelt ein solcher Tag, an dem Großküchen nur fleischlose Gerichte anbieten? Testen Sie Ihr Öko-Wissen in unserem Veggie-Quiz! Quiz: Wie viel CO2 und wie viel Geld spart ein Veggie Day? - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/quiz-wie-viel-co2-und-wie-viel-geld-spart-ein-veggie-day-a-923387.html)
traditionell ist hier der Freitag seit dem Mittelalter ein fleischloser Tag, an dem in den Firmen Fisch (könnte man eigentlich auch sein lassen), Gemüse oder Mehlspeisen angeboten werden. Hätte Claudia Roth als Ulmerin eigentlich wissen müssen. Liegt daran, dass Jesus an einem Freitag gekreuzigt wurde. Steht übrigens in der Bibel, das mit dem Freitag. Aber die Grünen müssen halt alles neu erfinden und sich an die Fahne heften.
3. Lachnummer bezogen auf die Medien?
peter78 20.09.2013
Zitat von sysopDer "Veggie Day" der Grünen war die Lachnummer des Wahlkampfes.
Wohl eher zum Heulen, wie sich große Teile der Systempresse zur Sockenpuppen von Bild-Falschmeldungen machen lassen. Veggie Day: Wie man aus alten Fleischabfällen der “Bild”-Zeitung Nachrichten macht « Stefan Niggemeier (http://www.stefan-niggemeier.de/blog/veggie-day-wie-man-aus-alten-fleischabfaellen-der-bild-zeitung-nachrichten-macht/)
4. Dreigroschenoper
Extremophile 20.09.2013
"Erst kommt das Fressen und dann die Moral" (Bertold Brecht)
5. So ist es
hermes69 20.09.2013
Zitat von peter78Wohl eher zum Heulen, wie sich große Teile der Systempresse zur Sockenpuppen von Bild-Falschmeldungen machen lassen. Veggie Day: Wie man aus alten Fleischabfällen der “Bild”-Zeitung Nachrichten macht « Stefan Niggemeier (http://www.stefan-niggemeier.de/blog/veggie-day-wie-man-aus-alten-fleischabfaellen-der-bild-zeitung-nachrichten-macht/)
und die halbe Republik johlt mit. Die Debatte hat eines ganz klar gezeigt: Inhalte interessieren die Menschen nicht. Überschriften lesen reicht aus.
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