Zukunft deutscher Städte München hängt Frankfurt ab

Jahrelang war Frankfurt Deutschlands zukunftsträchtigste Stadt - doch das hat die Finanzkrise geändert. In einem Vergleich der größten Städte stellt nun München die Konkurrenz in den Schatten. Am Ende der Liste: Chemnitz.

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München hat unter den 30 größten deutschen Städten laut einer Studie die besten Zukunftsaussichten. In dem Ranking des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) und der Privatbank Berenberg liegt die bayerische Landeshauptstadt erstmals auf Rang eins. Dahinter folgen Berlin und Leipzig, die damit kräftig aufgeholt haben.

Der dreimalige Spitzenreiter Frankfurt muss sich hingegen mit Platz vier begnügen. Die hessische Finanzmetropole punktet zwar weiter mit Internationalität, Bildung und Erreichbarkeit. Bei Jobwachstum und Produktivität rutschte die Mainmetropole der Studie zufolge allerdings ab. Die Finanzkrise habe sich in den vergangenen Jahren negativ auf Erwerbstätigkeit und Produktivität ausgewirkt, sagte HWWI-Direktor Henning Vöpel.

Die bayerische Landeshauptstadt hingegen punktete mit guten Standortfaktoren sowie mit Job- und Bevölkerungswachstum. München gehöre zu den herausragenden Wissensmetropolen und ziehe Hightech-Unternehmen an, sagte Vöpel. "Das ist eben der Schlüssel, um tatsächlich Zukunftsfähigkeit zu erlangen". Bereits jeder zweite Beschäftigte (48,9 Prozent) arbeite in einem wissensintensiven Wirtschaftszweig.

Mal wieder Letzter: Chemnitz

Für das Ranking zur Zukunftsfähigkeit der Städte analysierten die Forscher Entwicklung von Produktivität und Demografie sowie Standortfaktoren wie Bildung, Innovationsfähigkeit, Erreichbarkeit und Internationalität.

Schlusslicht des Rankings ist zum vierten Mal in Folge Chemnitz. Auf den Plätzen 29 bis 25 landen Kiel und die nordrhein-westfälischen Industriestädte Gelsenkirchen, Bochum, Wuppertal und Duisburg. Laut der Studie gehen Bevölkerung und Arbeitsplätze dort besonders stark zurück.

"Der Abstand dieser schrumpfenden Städte zu den wachsenden, sich erfolgreich entwickelnden Städten vergrößert sich zunehmend", sagte Hans-Walter Peters, Sprecher der persönlich haftenden Gesellschafter von Berenberg. Das deckt sich mit den Ergebnissen einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW): Demnach wird das Gefälle zwischen reichem Süden und armem Norden immer steiler.

Gegenläufig zu diesem Trend entwickelt sich Berlin. Die Hauptstadt setzte die Aufholjagd der vergangenen Jahre fort. Positiv entwickelten sich vor allem Erwerbstätigkeit und Bevölkerungszahl. "Der Wachstumsmotor Berlin läuft rund", sagte Vöpel. Den größten Sprung nach vorne machte Leipzig. Die sächsische Stadt verbesserte sich in der Rangliste von zuletzt Platz 12 auf den dritten Platz.

mxw/Reuters/dpa



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insgesamt 106 Beiträge
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Augustusrex 22.10.2015
1. Ja, Leipzig
"Mein Leipzig lob ich mir. Es ist ein Klein-Paris und bildet seine Leute." Goethe
rbn 22.10.2015
2. bezeichnende Ansicht Münchens: 3 katholische Kirchen
nämlich die Frauenkirche (Dom), die Theatinerkirche und die Ludwigskirche. Sie repräsentieren die Stärke Münchens aus dem Glauben, der Rest ist süddeutsche Mentalität, die innnere Ruhe der Bayern und die menschliche Wärme, die München ausstrahlt. Ich spüre dies jeden Tag und fühle mich sauwohl.
mielforte 22.10.2015
3. Was soll Chemnitz auf dem letzten Platz?
Diese 1000jährige charmante alte und junge Dame gehört dort nicht hin. Sollten objektive Gründe für diese Platzierung vorliegen so wird diese Stadt in den nächsten Jahren auf jeden Fall vorrücken. Warum? Sag ich nicht!
Poco Loco 22.10.2015
4. Wer in München eine
...der sollte schon mal ein dickes Bankkonto mitbringen. München hat und wird mit der zunehmenden Bevölkerung immer mehr an Anziehung verlieren, was nützt die Aussicht auf einen attraktiven Arbeitsplatz, wenn ich keine Wohnung finde oder 50% - 70 % des Einkommens für die Wohn- u. Nebenkosten ausgeben muss. Nicht selten kostet dort eine kleine, abgewohnte 2-Zimmer 50er Jahre Klitsche um die 1200,00 €/mtl. Im Umland ist es auch nicht viel günstiger und was soll ich im Umland, wenn ich doch eigentlich in München wohnen wollte? Und in Berlin wird es sich, wenn auch auf einem niedrigeren Niveau, ähnlich entwickeln. Positiv wäre allerdings, nachdem dort ca. 40% der Berliner von Stütze, aufstocken oder Rente lebt, wenn davon wieder mehr Leute von ehrlicher Arbeit leben könnten.
Poco Loco 22.10.2015
5. Realitätsfern
Zitat von rbnnämlich die Frauenkirche (Dom), die Theatinerkirche und die Ludwigskirche. Sie repräsentieren die Stärke Münchens aus dem Glauben, der Rest ist süddeutsche Mentalität, die innnere Ruhe der Bayern und die menschliche Wärme, die München ausstrahlt. Ich spüre dies jeden Tag und fühle mich sauwohl.
Zugegeben, München ist schön und ich habe auch lange gerne und gut dort gelebt, aber was Sie da formulieren ist sentimentaler, klischeehafter Quatsch. Abgesehen davon, dass in München ohnehin kaum mehr gebürtige Münchner wohnen, ist München durch seine hohe Verdichtung, dem finanziellen Druck der Bevölkerung und dem hektischen Verkehr, alles andere als mit "innerer Ruhe, süddeutscher Mentalität und menschlicher Wärme" gesegnet, da muss ich ja lachen über so eine verklärte Sichtweise. Sie Beschreiben ein München aus Ludwigs Thoma`s Zeiten, sicherlich nicht das München der letzten 15 Jahre und schon gar nicht ein München der Zukunft.
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