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Kaufkraft in Deutschland: Reallöhne liegen erstmals höher als im Jahr 2000

Kunden in einem Dresdner Einkaufszentrum: Reallöhne steigen kräftig Zur Großansicht
DPA

Kunden in einem Dresdner Einkaufszentrum: Reallöhne steigen kräftig

Die Kaufkraft in Deutschland ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Die Reallöhne liegen laut einer Studie durchschnittlich 1,4 Prozent höher als im Jahr 2000. Der Zuwachs bei Einkommen aus Vermögen und Unternehmensgewinnen ist aber um ein Vielfaches höher.

Berlin - Mehr als ein Jahrzehnt lang stagnierten die Reallöhne in Deutschland - oder schrumpften sogar. Nun haben die Reallöhne erstmals das Niveau des Jahres 2000 übertroffen. Das geht aus einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hervor.

Demnach lagen die durchschnittlichen Bruttolöhne je Beschäftigtem preisbereinigt um 1,4 Prozent höher als vor 15 Jahren. 2013 hatten sie noch unter dem Niveau der Jahrtausendwende gelegen.

Der Anstieg der Tariflöhne und -gehälter hat laut WSI entscheidend zu dem Aufschwung beigetragen. Diese lagen den Angaben zufolge im vergangenen Jahr real um 10,9 Prozent höher als im Jahr 2000. Bundesweit gilt für gut 19 Millionen Arbeitnehmer ein Tarifvertrag

Die neuesten Zahlen zeigten, "dass die Lohnentwicklung in Deutschland langsam wieder ins Lot kommen könnte und dass das Tarifsystem dabei eine entscheidende Rolle spielt", sagte WSI-Tarifexperte Reinhard Bispinck.

In den 2000er Jahren hätten schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die Deregulierung am Arbeitsmarkt sowie der wachsende Niedriglohnsektor die Entwicklung der Arbeitseinkommen gebremst. Am Tiefpunkt der Entwicklung im Jahr 2009 hätten die realen Bruttolöhne um 4,3 Prozent niedriger gelegen als 2000, so das WSI. Erst in den vergangenen Jahren, in denen die Löhne real meist zulegten, seien die Verluste wettgemacht worden.

Der Zuwachs bei den Einkommen aus Vermögen und Unternehmensgewinnen ist laut den WSI-Berechnungen aber deutlich größer als bei den Arbeitseinkommen. Von 2000 bis 2014 hätten diese nach den Daten aus der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung nominal um rund 60 Prozent zugelegt. Die nominalen Arbeitnehmerentgelte seien dagegen nur um knapp 33 Prozent gewachsen.

syd/AFP/Reuters/dpa

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1.
Crom 18.02.2015
Jetzt werden trotzdem die üblichen Jammerpost kommen, weil im eigenen Einzelfall ja immer alles anders ist. Es gibt aber immer Gewinner und andere die zurückbleiben. Gleichbleibende Entwicklung für fast alle gibt's vielleicht in Nordkorea, aber da dann nach unten. Wer will das schon?
2. Was für ein Quark
C. Goldbeck 18.02.2015
Erst einmal klingt das nach einem ersten Fünkchen Hoffnung - bezogen auf das Jahr 2000. Dehnt man die Zeitachse aber ein wenig weiter bis 1990 sieht es für viele bitter aus. Eine differenzierte Betrachtung in verschiedenste Berufsgruppen führt zu einem noch enttäuschenderen Ergebnis. Viele Menschen haben deutliche Verluste hinnehmen müssen, nicht wenige haben jetzt nur noch in etwa die Hälfte. Gerne zitiere ich dann mal SPON: http://m.spiegel.de/wirtschaft/soziales/a-670474.html#spRedirectedFrom=www&referrrer=http://www.google.de Der Artikel bezieht sich auf den Zeitraum 1990 bis 2008 und kann in die Betrachtung 2000 bis 2014 mit einfließen, da sich die Löhne in diesem Zeitraum kaum verändert haben. Und die Großen Gewinner sind demnach nur einige wenige Berufsgruppen, wie z.B. Makler und Spekulanten, die den Durchschnittswert etwas hochziehen. Erstaunlich ist auch, viele Akademiker haben demnach große Einbußen hinnehmen müssen, z.B. Krankenhausärzte und Ingenieure. Und in der freien Wirtschaft verdienen demnach die meisten eben nicht wie früher deutlich besser als im öffentlichen Dienst - während der Leistungsdruck kontinuierlich gewachsen ist. Will man uns verschaukeln? Das Geld fließt weiterhin Stromaufwärts.
3. Hmm
duke_van_hudde 18.02.2015
Wie stark wurde in dieser Zeit eigentlich die Geldmenge erhöht und wie liegt die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes jetzt und damals. Tja und wenn man dann anfängt mit der Quantinitätsgleichung dann wird man feststellen das sich die Verbraucherpreisinflation nicht das ganze Bild zeichnen kann und es irgendwo eine Assetpreisinflation gegeben hat. Den jetzt wird es lustig der Gewinn pro angelegten Euro wird sogar eher gesunken sein nur dank den vielen neuen Euro´s die man aus den Nichts geschaffen hat ist der Ertrag der gesamten Unternehmensgewinne und Kapitaleinkünfte so stark gestiegen. Wer also die Schuld bei dieser Entwicklung sucht sollte in Frankfurt bei der EZB anklopfen und die Fragen warum die Geldmenge quasi explodiert ist. Dann kann er ihnen auch noch sagen das die Geldmengenausweitung der letzten Jahre schon nicht die Verbraucherpreisinflation angeheitzt hat warum sie das jetzt mit einen riesigen Staatsanleihenkaufprogramm versuchen. Tja und dann könnte man noch den weiteren Schuldigen nennen. Vor den Euro hätte die DM seit 2000 deutlich aufgewertet und das hätte dann die Kaufkraft der Löhne erhöht. Man könnte also Frau Merkel fragen warum sie den Deutschen Arbeiter die Chance genommen hat für ihre Lohnzurückhaltung auf Aufwertungsdividende zu kassieren. Tja und dann kann man natürlich überlegen an wen diese Dividende gegangen ist wenn der Arbeitnehmer sie schon nicht bekommen hat. Also diese Entwicklung ist durch die Geldmengenausweitung und durch den Euro passiert vielen Dank an unsere Poltiker die den größten Raub der Geschichte vollzogen haben am eigenen Volk. Dank des Produktivitätsanstieg hätte es eigentlich für quasi alle eine nette Reallohnerhöhung in der Zeit geben können.
4. Ein Skandal
jj2005 18.02.2015
Zitat von CromJetzt werden trotzdem die üblichen Jammerpost kommen, weil im eigenen Einzelfall ja immer alles anders ist. Es gibt aber immer Gewinner und andere die zurückbleiben. Gleichbleibende Entwicklung für fast alle gibt's vielleicht in Nordkorea, aber da dann nach unten. Wer will das schon?
Jammerposts?? Sie meinen also, 15 Jahre Stillstand trotz kraeftigen Wirtschaftswachstums sei normal?? Es ist ein Skandal sondergleichen, dass es in Deutschland keine Vermoegenssteuer gibt, und dass das reichste Prozent der Bevoelkerung sich absolut HEMMUNGSLOS weiter bereichert, mit aeusserst tatkraeftiger Unterstuetzung der politischen Kaste, EZB und SPD eingeschlossen. Und nein, ich gehoere nicht zu den aermsten 90%.
5. ????
Dampfwalze 18.02.2015
Versteh ich den Artikel richtig? 1,5% mehr Geld als 2000? Na das ist ja mal ne Zahl. Inflationsbereinigt vermute ich mal sind das knapp 20% als 2000. Toller Erfolg!
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