Neues Logo Drogerien und Hersteller wollen Recycling erleichtern

Wie viel Verpackung braucht ein Produkt, wie wird sie richtig entsorgt und wie hoch ist der Anteil wiederverwendeter Materialien? Das wollen die Drogeriemarktkette dm und andere Firmen mit neuen Kennzeichnungen transparenter machen.

Plastikmüll in Bangkok
DIEGO AZUBEL/ EPA-EFE/ REX

Plastikmüll in Bangkok


Die Drogeriemarktketten dm und Rossmann wollen gemeinsam mit Herstellern wie Henkel und Beiersdorf verstärkt gegen Plastikmüll vorgehen. In allen Filialen solle von Juni an gekennzeichnet werden, welche Produkte mit wenig Verpackung auskommen, sagte dm-Manager Sebastian Beyer der "Süddeutschen Zeitung".

Jedes einzelne Produkt solle zudem mit dem Hinweis versehen werden, wie die Kunden es richtig entsorgen. Zudem seien "nach Möglichkeit" auf allen bei dm erhältlichen Produkten Angaben dazu geplant, wie hoch der Rezyklat-Anteil der Verpackung ist. Bei Plastik besteht das Rezyklat etwa aus wiederverwertetem Kunststoff. Möglicherweise soll der Anteil mithilfe eines Ampelsystems gekennzeichnet werden, wie es Verbraucherschützer auch seit Langem für Lebensmittel fordern.

Im vergangenen Herbst hatte dm das "Rezyklat-Forum" gegründet, ihm gehören dem Bericht zufolge mittlerweile 25 Unternehmen an. Darunter sind Hersteller wie Beiersdorf, Henkel und Procter & Gamble, Entsorger wie Interseroh und dm-Konkurrent Rossmann.

"Das Rezyklat-Forum bringt Händler und Hersteller an einen Tisch", sagte Rossmann-Chef Raoul Roßmann der Zeitung. "Gemeinsam haben wir die Schlagkraft, das Bewusstsein in der Gesellschaft für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft zu schärfen - das fängt bei der Mülltrennung an und geht bis zur Gestaltung von wiederverwertbaren Verpackungen."

dab/dpa

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promondo 07.03.2019
1. Plastikfrei
Meine Begeisterung über diesen Vorstoss hält sich in überschaubaren Grenzen. Nur nicht erzeugter Müll ist guter Müll, und das gilt besonders für Plastik. Das Zauberwort heist REFILL und ein Nachlass für die Kunden, die ihren Behälter wieder mitbringen zum Nachfüllen. Und ja, das kann bedeuten, dass es nicht 372 verschiedene Duschgels und Shampoos gibt, wäre aber ein optimaler Schritt, um den Plastikmüll effektiv zu begrenzen. Alle, die selbst etwas tun möchten und diese Option in erreichbarer Nähe haben, kann ich nur ermutigen, in die Unverpackt-Läden zu gehen und dort einzukaufen.
jkl21 07.03.2019
2. Mogelpackungen verbieten
Man kann sofort 10-25% bei den Produkten reduzieren wenn es ein Gesetz gibt, dass es verbietet Lift zu verpacken. Dies ist die zur Zeit übliche Methode mehr Inhalt zu suggerieren. Dann noch Doppelverpackungen verbieten und wir sind auf dem richtigen Weg.
Thorongil 07.03.2019
3. Teebeutel
Hier bei uns auf Arbeit fallen mir in Plastik eingepackte Teebeutel besonders negativ auf. Oder gar in Alubeschichtetem Papier verpackt. Dass sogar GEPA-Bio-Fairtrade-Teebeutel in Plastik verpackt sind, schlägt dem Faß dann aber noch den Boden aus.
A.Lias 07.03.2019
4. Ausgerechnet Rossmann entdeckt jetzt...
... sein Herz für Recycling? Wo die doch jahrelang ihr eigenes Süppchen gekocht haben - und sich bei Eigenmarken ein dem Grünen Punkt angelehntes Logo gebacken haben, weil ja die Beteiligung am Grünen Punkt den eigenen Profit geschmälert hätte! Die hatten statt des Dreiecks mit Pfeilen und abgerundeten Ecken drei Kreise, die mit einer unterbrochenen Linie verbunden waren, und die Kunden sollten dann die Verpackungen in die Filialen zurücktragen. Aber die brauchen sich ja sowieso nicht an die Spielregeln zu halten, siehe Werbung mit veralteten Testsiegeln, Umgehung des Mindestlohns durch Beschäftigung von Rackjobbern als Selbständige etc etc
Bakturs 07.03.2019
5. Greenwashing
Anstatt über ein Logo zu debattieren sollten die Großabnehmer wie DM und Rossmann lieber ihre Macht gegenüber den Produzenten dazu verwenden, den Plastikmüll erst gar nicht entstehen zu lassen. Allein die Abteilungen Haarpflege besteht mehr oder weniger aus 90 % Plastikmüll. Alternativen hierzu finden man so gut wie gar nicht. Umweltschutz geht besser als sich mit einem neuen Label einen Persilschein auszustellen.
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