Studie Mehr als jeder Zweite steigt vorm Rentenalter aus

Gut die Hälfte der Erwerbstätigen in Deutschland geht laut einer Studie der Techniker Krankenkasse vor dem offiziellen Rentenalter in den Ruhestand. Deshalb nütze es wenig, das Alter "immer weiter hochzuschrauben".

Senioren in Leipzig
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Senioren in Leipzig


In Deutschland scheidet mehr als jeder zweite Erwerbstätige vor dem offiziellen Renteneintrittsalter aus dem Arbeitsleben aus. Das zeigt der veröffentlichte Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK). Besonders betroffen von einer Frühverrentung sind Beschäftigte mit körperlich belastenden Berufen wie im Bau- und Holzgewerbe, gefolgt von Verkehrs- und Lagerarbeitern sowie den Beschäftigten aus der Metallbranche.

Jeder Siebte (13,5 Prozent) geht aufgrund von Berufsunfähigkeit, Erwerbsunfähigkeit oder Schwerbehinderung vorzeitig in den Ruhestand. Ein weiteres Drittel der verfrüht aus dem Job ausgeschiedenen Arbeitnehmer nimmt deutliche finanzielle Einbußen in Kauf, um früher in Rente zu gehen. (Lesen Sie hier, mit welchen Sparmodellen ein Ruhestand bereits ab 45 Jahren möglich ist.)

"Es nützt nichts, das Renteneintrittsalter immer weiter hochzuschrauben, wenn schon heute nicht einmal jeder Zweite so lange arbeitet", warnte TK-Chef Jens Baas. Politik, Unternehmen, aber auch Krankenkassen müssten Lösungen finden, damit die Menschen leistungsfähig blieben und überhaupt bis zum Rentenbeginn arbeiten könnten.

Dies sei gerade auch wichtig, weil die geburtenstarke Generation der sogenannten Babyboomer langsam ins Rentenalter komme. Durch die Frühverrentung gehe auch ein enormes Wissens- und Leistungspotenzial verloren. Zudem seien gut ausgebildete Fachkräfte "in vielen Branchen Mangelware, und viele Arbeitgeber suchen händeringend gute Leute", sagte Baas. Das betriebliche Gesundheitsmanagement wie zum Beispiel Fitnessstudios oder Seminare zu Stress und Ernährung werde daher immer wichtiger.

Für den Gesundheitsreport 2018 wertete die TK die Krankschreibungen und Arzneimittelverordnungen ihrer rund fünf Millionen versicherten Erwerbspersonen aus. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Empfänger von Arbeitslosengeld I.

Video: Reicht die Rente zum Leben?

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dab/dpa



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